814 Perlen und Perlenfischerei
eine Pulverkanone nur eine abschießt. Auch soll die Dampskanone in keinem Falleder Gefahr des ZerspringenS ausgesetzt sein. Nach londner ftcachrichten zweifelteP. nicht, ein Wurfgeschütz zu Stande zu bringen, welches von Dover nach Ca-lais , d. h. weiter als 7 Stunden, eine Kugel von 2000 Pf. zu schleudern im Stan-desei. (Vgl. d. londner „>si>»i t^ .-,,><1 zmencez", Aug., Lept., Det. 1824.)Noch ist keilte Maschine nach P.'s Methode im (Großen ausgeführt; und Ios.von Baakcr bemerkte, daß hier bei der zu hohen Spannung des elastischen Dam-pfes das Zerspringen des Dampferzeugers (uener.ilm), dessen Sicherheitsventilmit 1000 Pf. auf jede» T.uadratzoll belastet ist, weit öfter noch zu befürchten feials bei des engl. Ingenieurs Trevithik schon so gefahrvoller >>iI>-prcv<mi,' c-nchne(Maschine mit hochgespanntem Druck). Übrigens muß eine Perkins'sche Ma-schine in ihrem Bari um Vieles einfacher und wohlfeiler, auch von geringerm Um-fang und Gewicht sein als eine Watt'sche Maschine von gleicher Wirkung, undsich daher vorzüglich fürDampfboote und Dampfwagen eignen. — Perkins hat auchein Nietall erfunden, das bei der Reibung gegen sich selbst oder gegen ein andresMetall keines Öles bedarf, indem es, sowie es sich erwärmt, glatter wird und sichvon selbst schmiert. Auch besitzt er das Geheimniß, stählerne Platten weich zu ma-chen und zuhörten. -Leine gehärteten Stahlplatten liefern an 100,000 gute Ab-drücke, und ist die Platte abgenutzt, so wird die harte Stahlwalze als Prototypgebraucht, um durch ihren Abdruck eine neue Druckplatte zu verfertigen.
Perlen sind ein Erzeugnis der Perlenmuktermuschel, welche in den ost-und westindischen Gewässern und in andern Meeresgegenden der wärmer,r Erd-striche lebt, Man findet sie an den Felsen i» der Meeresticfe in großer Menge bei-sammen. Lolche Orte heißen Perlenbänke; die berühmtesten sind bei der In-sel Ceylon, auf der Küste von Japan und im persischen Meerbusen, bei der InselBahren» oder Bahrein, Auch an den Küsten von Java, Sumatra u. a. a. -0.wird diese Muschel gefunden. Die schönsten und kostbarsten Perlen sind die orien-talischen. Einige halten die Perlen für unbefruchtete Eier der Muscheln, Andrefür durch Krankheit verursachte Auswüchse oder Verhärtungen, welche dadurchentstehen, daß das in der Muschel lebende Thier die Öffnungen, welche es durchdas Einbohren gewisser Würmer erhalten hat, wieder auszufüllen und zu ver-stopfen sucht; noch Andre für verhärteten Schaleusaft, woraus die Muschel jähr-lich ihr Gehäuse vergrößert. Das Geschäft, die Perlenmuttermuschel aus der T iefeheraufzuholen, eins der gefahrvollsten, wird durch Taucher betriebe», welche vonJugend auf dazu gewohnt werden. Sie fahren mit einem Boote nach der Perlen-bank und lassen sich daselbst an einem Seile, das um den Leib geschlungen ist, nacktin die Tiefe hinab. Gewöhnlich müssen sie 8—12 Klafter rief gehen, ehe sie dieMuscheln antreffen; an die Fuße bindet man ihnen einen 20—30 Pfund schwe-ren Ltein, der sie desto schneller in die Tiefe zieht. Nasenlöcher und Dhren sindihnen mit Baumwolle verstopft; am Arme ist ein in Öl gerauchter Schwamm be-festigt, den der Taucher bisweilen an den Mund hält, um Athen zu holen, ohne zu-gleich Wasser einzuschlucken. Außerdem nimmt jeder Taucher ein Messer mit, umMuscheln von, Felsen loszumachen, ingleichen ein Körbchen oder einen Netzbeutcl,uni sie emzusanimeln. Wenn letzterer angefüllt ist, oder der Taucher unter demWasser nicht länger ausdauern kann, so bindet er schnell den Stein von den Füßenlos, schüttelt das Leil und wird nun eilends heraufgezogen, Wird damit gesäumt,so ist er verloren. Außerdem verliert er nicht selten sein Leben durch einen Haifisch,der ihn entweder verschlingt oder verstümmelt; seine Gesundheit aber leidet beidiesem Geschäft unaufhörlich. Andre Taucher bedienen sich der Taucherglockess. d.), die sie eine Zeit lang mit Luft zum Einathmen versorgt, sodaß sie mit Hülfederselben ziemlich lange unter dem Wasser verweilen können. Die auf kiese Weisegefischten Perle»Muschel» schlägt Mn in Fässer und läßt sie faulen, wobei sich die