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Achter Band. O bis Q.
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Pesialozzi

und Heilart dieser Krankheit näher gekommen als ehemals, wo Mangel an Muthebenso hinderlich war als Mangel an Kenntnissen. Vorbauungsmittcl zur Ver-hinderung der Ansteckung, und wenn diese geschehen ist, möglichst baldige Aus-schaffung des Giftes aus dem Körper, Verminderung der innerlichen Entzündun-gen, Aufrechthaltung der Kraft des arteriellen Blutsystems, Bekräftigung des Ner-vensystems, Beförderung der Eiterung, zeitige Ablösung der Brandbeulen, sind dieHauptzüge der Behandlung. Ein Dorbauungs- und Heilmittel empfahl in neue-rer Zeit der zu Alezandrien angestellte engl.Agent und Generalconsul, Georg Bald-win. Dieser hatte während seines vieljührigen Aufenthalts im ottomanischen Reichein Erfahrung gebracht, daß unter einer Million Menschen, die in Ober- und Unter-ägypten an der Pest gestorben waren, nicht ein einziger Oltrüger sich befunden hatte.Hieraus schloß er, daß Baumöl ein Verwahrungsmittel gegen die Pest sei, und er-munterte zunächst den Pater Ludwig von Pavia, Pfarrer und Oberaufseher desPestspitals zuSmyrna, Versuche mit diesem Mittel anzustellen, deren Erfolg seineErwartung übertraf. Er theilte diese Entdeckung sofort dem Grafen Leopold vonBerchtold bei dessen Anwesenheit in Alepandnen im Nov. 1795 mündlich mit,welcher sie bei s. Zurückkunft 1797 nebst den: Berichte des Paters Ludwig durch denDruck bekanntmachte. Die Anwendung dieses Mittels ist folgende: Sogleich denersten Tag, an dem man Peflzeichen an einer Person wahrnimmt, wird der ganzeKörper derselben, die Augen ausgenommen, mit lauwarmem Baumöl stark undschnell eingerieben. Mährend dessen werden Fenster und Thüren des Zimmers sorg-fältig verschlossen und mitWachholderbeeren und Zucker stark ausgeräuchert. NachBeendigung der Einreibung wird der Kranke in das Bett gebracht. Gewöhnlichfolgt hierauf ein starker Schweiß, welcher durch Hollunderthee befördert wird. DieEinreibung wird 1 oder auch 2 Mal jeden Tag so lange fortgesetzt, bis heftigeSchweiße erfolgen. Sind Pestbeulen vorhanden, so müssen sie öfters mitOl cinge-rieben werden, bis sie durch erweichende Umschläge zur Eiterung gebracht werdenkönnen. Diese Einreibungen sollen auch ein sicheres DorbauungSmittel gegen diePest sein. Außer Smyrna ist die vortreffliche Wirkung dieses Mittels in Ägypten ,Konstantinopcl und der Walachei erprobt worden, daher der Gebrauch desselben inden türkischen und angrenzenden russischen und östreich. Besitzungen immer allge-meiner wird. S. I). Wolmar 'g „Abhandl. über die Pest" (Berl. 1827). DurchVersuche, die der franz. Arzt l). Pariset 1828 fg. in Syrien mit dem Chlorüreangestellt hat, ist er überzeugt worden, daß die Pest von der Erde vertilgt werdenkann. (Dgl. tlboler-l älorbus, und über die westindische Pest oder das gelbeFieber d. Art. Fieber.) « II-

Pestalozzi (Johann Heinrich), als Freund der Menschheit und als Er-zieher einer der edelsten Männer unserer Zeit, geb. d. 12. Jan. 1716 zu Zürich ,wurde nach dem Tode s. Vaters, der Arzt gewesen war, von frommen Verwandtenauf altväterliche, einfache Weise erzogen. Innige Religiosität, starkes Rechtsgefühl,Mitleid gegen die Armen und zärtliche Liebe zu kleinen Kindern deuteten schon indem Jünglinge auf den Beruf, den er als Mann wählen würde. Für s. Geist hat-ten Sprachen den meisten Reiz; Neigung und Verhältnisse entschieden ihn für dasStudium der Theologie, das er jedoch, als »in Versuch zu predigen ihm fehlge-schlagen war, mit der Jurisprudenz vertauschte. Einige von ihm in Druck ge-gebene Aufsähe über Berufsbildung und spartanische Gesetzgebung und die Über-setzung einiger Reden des DemosiheneS waren Proben s. Fleißes und s. Talente.Indeß hatte ihm Rousseau's „Emil" die Unnatur des gelehrten Standes und dereuropäischen Bildung fühlbar gemacht, als eine schwere Krankheit, die er sich durchdas Übermaß des Studirens zugezogen, ihn bewog, sogleich nach s. Genesung dengrößten Theil seiner, beim Studium des Rechts und der vaterländischen Geschichtegemachten Auszüge und Sammlungen zu verbrennen, allem Umgänge mitBuchern