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Achter Band. O bis Q.
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Peter l. (Kaiftr von Rußland )

wußten. Den Gouverneur von Archangel, Fürst Wolkonski, ließ er erschießenund viele Anklagen gegen Andre durch Kriegsgerichte untersuchen. Hierauf ginger nach Moskau , um s. einzigen, 1690 geb. Sohn Alex ei (s. d.) zu richten. Die-ser unglückliche Prinz wurde durch das Gutachten der hohen Reichsbeamten zumTode vemrkheilt. Die Eröffnung des von dem harten Zaar bestätigten Urtheilsüberlebte der Prinz nur 24 Stunden; er soll an den Folgen des heftigen Schreckensdarüber gestorben sein (7. Zuli 1718), Büsching hat (in s. „Magaz. für Hist. undGeogr.", 9. Bd.) zuerst die Nachricht mitgetheilt, daß der Gen. Adam Weide aufP.'s l. Befehl dem Prinzen den Kopf mit einem Beile abgehauen habe. Beis. prachtvollen Leichenbegängnisse zerstoß P. in Thränen; aber viele in Alcxet'sSchuld verwickelte Personen wurden grausam hingerichtet, und eine Denkmünzesagte dem Volke, daß auf solche Weise die Majestät des Thrones gerettet sei. Mitgleicher Strenge verfuhr P. wider die Großen, die sein Volk bedrückten, und ver-schonte selbst seine Äeblinge Menzikoffund Aprapin nicht. Durch Regicrungscol-legien und eine Gesetzcommission suchte er eine festere Justiz zu begründen. ZurGrundlage des neuen Gesetzbuches bestimmte er s. Vaters Alepei Todep, die Ulo-schenie. Noch wurde ein Commerzcollegium errichtet, und der Handelsstand über-haupt sehr ausgezeichnet. Die Verschönerung Petersburgs, die Anlegung einesNaturaliencabinets, die Aufmunterung der bildenden Künste und die Veredlungdes gesellschaftlichen Tons, zugleich Belustigungen für den Hof und das Volkdurch öffentliche Spiele, Maskeraden rc. (worunter s. Papstwahl, um den römi-schen Oberhirten lächerlich zu machen, sich auSzeich .ete), gehörten zu s. Erholun-gen. Schon seit dem Mai 1717 fanden zwischen russischen und schwedischen Be-vollmächtigten Friedensannäherungen statt (besonders da man russ. Seit« nichtabgeneigt schien, Karl XII. in s. Absichten auf Norwegen zu unterstützen), als die-ser, der schon den Angriff gegen Norwegen begonnen hatte, vor Friedrichshall sei-nen Todfand. „Ach, Karl, mein Bruder, wie jammerst du mich!" riefP., alSerhiervon die Nachricht erhielt. Als hierauf Schweden , durch England und innernParteienhaß irregeleitet, die Unterhandlungen verzögerte und neue Rüstungen be-gann, ließ P. s. Truppen fast auf allen Punkten der schwedischen Küste landen undeinen Verwüstungskrieg führen, der unvergeßlich in den Jahrbüchern Schwedens bleiben wird. Auf der Königin Ulrike Eleonore Bitten und Versprechungen (viel-leicht auch durch die Erscheinung der engl. Flotte bewogen) zog P. nach tieserfürch-terlichen Rache s. Flotte zurück; aber unterdessen hatte die Eifersucht über Ruß-lands anwachsende Macht Polen, Preußen und Dänemark mit Schweden ver-söhnt. Doch P. bot allen die Stirn. Er behauptete seine Würde gegen Ostreich,mit welchem er in Zwist gerathen war. Die Jesuiten vertrieb er aus seinem Reiche,weil sie sich in Händel mischten, die sie nichts angingen. Zugleich rüstete er sich ge-gen England; alle engl. Kaufleute in Rußland wurden 1719 mit der Drohung,ihre Waaren (gegen 50 Mill. an Werth) zu confisciren, verhaftet. Doch dasHärteste sollte P. in dieser Zeit selbst erfahren. Es starben nämlich sein Waffen-gefährte, der Feldmarschall Scheremeteff, und (25. April a. St.) sein Thronerbe,P. Petrowitsch, den Katharina ihm >8. Nov. 1717) geboren hatte. Drei Tageund 3 Nächte war derZaar nach dem Tode seines Sohnes einsam, ohne Speise undTrank geblieben; man fing an für sein Leben zu fürchten. Aber er ermanntesich, und eine seiner nächsten Regierungshandlungen war die Errichtung der heili-gen dirigirendenSvnode, womit er die Hierarchie gänzlich zuBoden stürzke(1721).(Vgl.Griechische Kirche.) Schweden , dessen König, Friedrich von Hessen,unter Frankreichs Vermittelung neue Anträge gemacht hatte, während er mit Hülfeeiner engl. Flotte auf Finnland einen Angriff beschloß, ward aufüNeue (1720) ver-heert; doch unterhandelte P., indem er sich zu rüsten fortfuhr und den Bau desHafens von Roverwick anordnete. Endlich bewirkte ein dritter Vcrheerungsmg