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Achter Band. O bis Q.
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Peter I. (Kaiser von Rußland )

Dicezaar, Ronanadowski, der sitzend auf dem Throne den Sieger empfing, mitlein ?luSrufc: „Heil dem Vieeadmiral!" Bei diesem frohen Anlaß stiftete er, s.Katharina zu Ehren, an ihrem Namenstage (25. Nov. 1714) den Orden der heil.Katharina „zum Andcnken der Gegenwart Katharinens bei der Schlacht mit denTürken am Pruth, wo sie bei den gefährlichsten Umständen nicht als ein Weib, son-dern mit männlicher Unerschrockenheit sich erwiesen habe". Doch richtete er auchseinen Klick auf den innern Zustand s. Reichs. Aufmerksam gemacht auf die Be-drückungen und Ungerechtigkeiten der Großen gegen die niedern Stände, setzte ereine Commission zur Untersuchung aller Beschwerden nieder; eine Menge Staats-beamter von: ersten bis zum dritten Range mußten nach Sibirien wandern, und einescharfe Verordnung gegen künftige Bedrückungen beendigte die Untersuchung. Nurdie Aufhebung der Leibeigenschaft schien ih n noch nicht rathsam. Der durch denKrieg herbeigeführten Verödung Ingermannlanks half er dadurch ab, daß er eineMenge wohlhabender Bauern aus dem Innern Rußlands dorthin verpflanzen ließ.Mit Klugheit behandelte er die Religionsfchde zwischen den Roskolnicks (Altgläubi-gen) und den Rechtgläubigen, mußte jedoch einen Roskolnick mit dem Tode bestra-fen lassen, der sich durch die versuchte Ermordung des Zaars die Märtyrerkrone hatteverdienen wollen. Solche Vorfälle vermehrten s. Abneigung gegen Moskau undbefestigten den Entschluß in ihm, Petersburg zur ersten Stadt des Reichs zu ma-chen. Dahin zweckten alle s. Handelsverordnungen und die harten Befehle ab, dieer zur Vergrößerung und Verschönerung der neuen Hauptstadt gab. Mitten unterdiesen Entwürfen erhielt er die Nachricht, daß Karl All. zurückgekommen und inStralsimd sei. 'Allein da dieser eigensinnige Fürst die Neutralität Pommerns ver-warf und England wie Holland beleidigte, so bereitete er dadurch selbst dem Zaarneue und leichte Triumphe. Wtralsund ward von den Preußen und Dänen, ohneP.'s Hülfe, erobert (28. Dec. 1715); doch hätte der Zaar sich in der ersten Auf-wallung des Zorns fast auf Karls Weite geneigt, als man s. Truppen die Mitbe-setzung derFestunz verweigert und sie sogar mit Gewalt zurückgedrängt hatte. In-deß verabredete er, noch ehe er zur Befestigung s. Gesundheit „ach Pyrmont reiste,wo er auch Leibnitz wiedersah, mit dem Komge von Dänemark eine Landung aufSchonen, zu deren Ausführung er nachher nach Kopenhagen ging. Vier Flotten,eine russische, dänische, englische und holländische, hatten sich, 80 Segel stark,vereinigt, theils um die Landung auf Schonen zu decken, theils um der schwed.Flotte, die in der Ostsee kreuzte, die Spitze zu bieten. Einmüthig wurde dem Zaarder Oberbefehl über diese 4 Flotten übertragen, und er geleitete 100 im Sundelügende Kauffahrteischiffe vor der schwed. Flotte vorüber. Doch die Landung aufSchonen unterblieb auf den Rath der russ. Generale, und weil der König von Dä-nemark deßhalb mißtrauisch wurde, so verließ P. Dänemark und besetzte Mecklen-burg, das er gern eingetauscht hätte. Wegen dieser und andrer Plane unternahmer gegen das Ende 1716 eine polir. Reise nach Holland und Frankreich. In Am-sterdam zogen ihn außer dem See- und Handlungswesen jetzt auch alle andre Ge-genstände des Wissens und der Kunst an. Seine Gemahlin, die ihn nach ihrerEntbindung in Amsterdam besuchte (Febr. 1717), blieb in Haag zurück, als P.zu Anfang Aprils über Brabant sich nach Paris begab. In dieser unermeßlichenStadt besuchte er alle Kunstwcrkstätten, Kunstsammlungen, Anstalten für dasKriegswesen, für die Erziehung, höhere Bildung und Industrie rc. Mit Bewei-sen von Achtung und Bewunderung überhäuft, verließ er Paris , nachdem er 1717einen Freundschasts- und Handelsvertrag mitFrankreich für sich und Preußen abge-schlossen hatte, wiewol sein eigentlicher Zweck, Frankreich von England zu tren-nen, und seine Absicht auf Mecklenburg nicht erreicht wurden. Nach 4 Monatenkam er (21.Oct. 1717) nach Petersburg zurück. Hier hielt er ein hartes Straf-gericht, als neue Beschwerden üb«. Anteffchleife und Bedrückungen ihm vorgelegt