426 PekerU. (Kaiser».Rußland- PelerlH. (Kaiser».Rußland)
ausgestreckter Rechte uud mit der Inschrift: „?etro primn tüstiiarin-, 8eonnckadllKäOl^XXXU." aufgedeckt. S. v. Halem's „Leben Peters des Großen"; „Pe-ter der Große als Mensch und Regent", von Bergmann (Königsberg 1823 undRiga 1827, 3 Bde.), und die „IlG. <Io llussio elcke Liorre-lo-ürLNlj,", vomGeneral Graf v. S gur (2. A., Paris 1824). X.
Peterll., Kaiser von Rußland , Peters d.Gr. Enkel und Sohn des Alexei(s. d.), bestieg, kraft eines Testaments von Katharina I. , welches besonders durchMenzikoffveranlaßt worden war, der unter dem jungen Fürsten seinen Einfluß ge-sicherter glaubte, als wenn der Scepter an KatharinenS Tochter, die Herzogin Annavon Holstein, überging, 17. Mai 1727, im 13. I. seines Alters den Thron. Indemselben Testamente hatte Menzikoff die Anordnung mit einzuschalten gewußt,daß P. des Fürsten jüngste Tochter Maria zur Gemahlin nehmen sollte. und dieHoffnungen des ehrgeizigen Mannes gingen so weit, auch für s. Sohn die Schwe-ster des Kaisers, Natalie, zur Gemahlin zu begehren. Diese Anmaßungen mißfielendem jungen Herrscher, der an der Familie der Dolgorucky, den Feinden Menzi-kosss, treue Helfer zu dem Sturze des mächtigen Verwesers fand. Menzikoffwurde niit den «Seinen nach Sibirien verbannt, und P. stand eben im Begriff, ei-ner Prinzessin aus dem Hause der Dolgorucky die Hand zu reichen, als er d. 29.Jan. 1730, noch nicht 18 I. alt, an den Blattern starb, worauf Anna Iwanowna ,Herzogin von Kurland, den Thron bestieg, Menzikofss Familie zurückgerufen,und die Dolgorucky theils hingerichtet, theils in die Verbannung geschickt wurden.(Dgl. Anna Iwanowna .)
Peter UI. (Fedrowitsch), Kaiser von Rußland . Da schon mit Peter 11.der Romanoffsche Mannsstamm auSgestorben war, ernannte die Kaiserin Elisa-beth, Tochter P.'s l. mitKakharina 1., kraft der Thronfolgeordnung ihres Vaters,dessen Enkel, den Herzog Karl Peter Ulrich von Holstein-Gottorp, entsprossen ausder Ehe ihrer Schwester Anna Petcowna mit dem Herzoge Karl Friedrich von Hol-stein, zum Großfürsten und Thronfolger von Rußland (18. Nov. 1742) und ver-mählte ihn (1. Sept. 1745) mit der Prinzessin Sophie Auguste von Anhalt-Zerbst,die bei ihrem Übergänge zur griech. Kirche (9. Juli 1744) die Namen KatharinaAlexiewna angenommen hatte. Als Elisabeth (5. Jan. 1762) starb, bestieg er u.d. N. Peter Ul.den Thron. Sein erster «schritt als Kaiser war Aussöhnung mitFliedrich l l., den Elisabeth, im Bunde mit Östreich und Frankreich , bisher mitvielem Nachdruck bekriegt hatte; denn er bewunderte den großen König und warsein Freund. Er schloß daher mit Preußen den Frieden zu Petersburg (5. Mai),nach welchem er das eroberte Königreich Preußen zurückgab und den General Czer-nitscheff mit 15,000 M. zu Friedrichs Heere stoßen ließ. Auch rief er die unterElisabeth verbannten Minister Lestocq und Münnich, sowie den Herzog von Kur-land , Biron, aus Sibirien zurück. Zugleich schaffte er die Angeberei des sogen.Wortrufens ab, oder die furchtbare Ächtung eines Jeden, der nüchtern oder trun-ken gegen die griech. Kirche, den Monarchen oder den Staat Etwas gesprochen.Hierauf beschloß er eine langgenährte Lieblingsidee auszuführen, nämlich den vonseinem Vater (1713) verlorenen Antheil an Schleswig der Krone Dänemark wie-der abzunehmen und so manche seinem Hause zugefügte Beleidigung zu rächen.Schon war deßhalb das in Pommern befindliche ruff. Heer ins Mecklenburgischevorgerückt, und schon wollte P. in Person sich an die Spitze s. Truppen stellen, alsplötzlich eine längst vorbereitete Verschwörung ausbrach, die ihm nach einer 6monatl.Regierung Thron und Leben kostete. Er hatte nämlich durch seine Vorliebe fürdie Holsteiner, durch seine Versuche, die preuß. Kriegszucht bei den Russen einzu-führen, und durch Beschränkungen der Großen alle Stände des Reichs wider sichqufaereizt. Die Revolution brach in der Nacht vom 8. auf d. 9. Juli 1762 aus(s. Katharina II. ); noch in derselben Nacht ward P. des Throns verlustig er-