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Achter Band. O bis Q.
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428 Petersburg

theile sind: 1) 2) 3) die Admiralitätsseiten; 4) der Sti'ickhof; 5) dir moskow-sche Seite; 6) die Iämskoy; 7) die Wasili-Ostrow'schc; 8) die petersburgische,und 9) die wiburzischeSeite. Jeder Haupttheil hat mehre Districte, und jeder Di-sirict seinen polizeilichen Gerichtshof, dessen oberster Richter gewöhnlich ein aus demMilitair getretener Major ist (denn die gan;e Polizei hat eine militairische Verfas-sung), der freilich oft, mit den Landesgesetzen unbekannt, sich aus den vielen sichdurchkreuzenden Ukasen nicht anders als durch einen Machtspruch herauszuhelfenweiß. Diese kleinen Polizeibehörden stehen unter der ersten Polizeiinstanz imMittelpunkte der Stadt, deren Vorstand immer ein (General ist. — Auf derAdmiralitätsseite, dem schönsten Theile der Stadt, breitet sich längs der Newa dergroße kaiserl. Winterpalast aus, dessen Zimmer ringsum mit Statuen und mytho-logischen Figuren geziert sind. Katharina ll. hat an denselben einen kleinen Pa-last, die Eremitage, angefügt. Dieses (Gebäude enthält Kunstwerke derseltensten Art, vorzüglich eine Menge der schönsten Originalgemäldc von großenMeistern, die grdßtentheilS von der kunstliebenden Katharina angeschafft wur-den. In dem (Karten der Eremitage herrscht, wie auf der Insel der Kalypso,ein ewiger Frühling. Einige hundert Schritte weiter führt die prachtvolle Straße,große Million genannt, zu dem Marmorpalais von kolossaler Größe, das aufeiner Grundlage von Granit erbaut ist und von Katharina ihrem Lieblinge, demGrafen Orloff, geschenkt wurde. Auf der andern Seite der Admiralität, die vonder Landseite mit einem Graben und Wall umgeben ist, der zum öffentlichenSpaziergange dient und von den schönsten Linden beschattet wird, befindensich viele der prächtigsten Gebäude, besonders die ganz von Marmor von 1766—1812 mit einem Aufwande von 264 Milk. Rubel erbaute und seitdem präch-tig ausgeschmückte Isaakskirche, deren 48 Säulen (7 Faden 1 Arschin 12Werschok hoch! jede aus einem Blocke gehauen sind. Unfern davon steht dermit ungeheuern Kosten aufgeführte Palast des Fürsten Labanoff, ein Riesen-werk, selbst für Petersburg. Weiter hin, nahe an der Newa , prangt aufeinem sehr geräumigen Platze die berühmte, von Falconet gegossene Starue Pe-ters des Großen; die 17,990 Ctr. wiegende Granitmasse, die der Statue zumFußgestelle dient und allein die Höhe eines kleinen Hauses hat, ist 39 Werst weit,aus Finnland herbeigeschafft worden. Auf einer Seite des Felsens steht mit gol-denen Buchstaben: „l'etio sirimo (Atbniina 8ecuni>l.i, 1782"; aus der andernDasselbe in russ. Sprache. Jetzt läßt Kais. NicolauS seinem Bruder vor dem Win-terpalaste eine dorische Säule, ähnlich der des Trajan , errichten, die mit dem Säu-lenstuhl und dem Kreuz 154 Fuß hoch sein wird; das Postament hat dieAussckrift:„Alexander dem I. das dankbare Rußland ." Auf dem Rumjänzoffplatze steht dermarmorne, von Katharina den Siegen Rumjänzoff's des Transdanubischen ge-setzte Obelisk; auf dem Saworoffplatze die bronzene Bildsäule Suworoffs. —Merkwürdige Gebäude und Anstalten: die Akademie der Wissenschaften, mit einerBibliothek der seltensten Werke, einem Naturaliencabinet und einer Sternwarte; die1816 vollendete prachtvolle Börse umgibt eine Eolonnade von 44 Säulen; dasGebäude des ersten Eadettencorps, in welchem gegen 4 999 Menschen wohnen, hat4Stunde im Umfange; das große Gebäude der Akademie der schönen Künste faßt,außer 3—-499 Zöglingen, die auf Kosten der Krone unterhalten und unterrichtetwerden, Alles in sich, was zu einem solchen Institut gehört; das zweite, oder See-,Berg-, Artillerie- und Ingenieur-TadettencorpS; die 1819 errichtete Universitäthat wichtige Sammlungen, 859 Studirende, mit ihr soll 1839 eine besondereSection für die orientalischen Sprachen (I I Professoren, eine asiatische Druckereiund ein asiatisches Museum) verbunden werden. Überhaupt werden 59 öffentlicheLehranstalten auf Kosten des Staat-S unterhalten. Diese Erziehungsinstituteliegen aufWasili-Ostrow (Basils-Insel, wohin man von der Landseitc Petersburgs