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Achter Band. O bis Q.
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Petersburg 429

auf einer sehr bequemen über die Newa gelegten Schiffbrücke gelangt. In amder» Theilen der Stadt gibt es ähnliche Institute, insbesondere das große kaiserl.Gymnasium und eine beträchtliche Zahl wohlthätiger Anstalten, als: Hospitälerfürs MilitaikAind Privatpersonen, das schone Irrenhaus an der apuchow'schenBrücke, das Blinden - und Taubstummeninsiitut, verschiedene medicinische undchirurgische Anstalten, und das große FindelhauS, in dessen Mauern gegen 5000Kinder gesäugt und erzogen werden, und wo jede Gebärende, sie sei verehelichtoder nicht, frei mit der besten Pflege ihre Wochen halten und dann ihr Kind mitsich fortnehmen oder zur Erziehung zurücklassen kann, ohne daß sie um ihren Na-men und Stand gefragt wird. Mit dieser Anstalt ist das große Leihhaus (Lom-bard) verbunden, worin auch aus unbewegliche Güter dargeliehen wird. Vorzüg-lich viel verdankt die weibliche Jugend der (5. Nov. 182k verst.) Kaiserin Maria,welche den größten Theil ihrer Einkünfte aus verschiedene von ihr errichtete Fräu-leininstitute und auf Pflege vieler Kranken in den Hospitälern verwandte. Außer-dem gibt es noch eine Menge Privatinstikuie, die von gelehrten Deutsche » oderFranzosen unterhalten werden. Unter diesen ist die mit der protestantischen Kirchegl. N. verbundene deutsche Petrischule (für Knaben und Mädchen) vorzüglich gut.Auch Russen schicken ihre Kinder dahin oder geben sie den Lehrern in Pension.Diese Schule hat ihren eignen Fonds, ist aber durch einen Mas unter kaiserl.Schutz genommen worden. In allen diesen Lehranstalten werden, auf kaiserl. Be-fehl, hauptsächlich (nicht nur in der Residenz, sondern auch in allen Gymnasien desruss. Reichs) die russische, deutsche, französische, auch hier und da die englischeSprache gelehrt. Auch griechisch und lateinisch wird öffentlich gelehrt; alleinbeide Sprachen finden wenig geistigen Boden; dagegen zeigt der junge Russe zujenen, und noch mehr zum Tanzen, zur Musik und Malerei Sinn und Geschick. —Unter den Palästen verdienen Erwähnung: der prachtvolle, vom Kaiser Paulerbaute, an den Sommergarten anstoßende Michailoff'sche Palast, dessen Bau10 Mill. Rubel gekostet hat. Fast am Ende der Stadt dehnt sich der taurischePalast mit seinen wunderschönen Gärten aus, der von Porcmkin erbaut undbewohnt, und während seiner Abwesenheit von Katharina vergrößert und ver-schönert wurde. Alle Paläste, wie auch die meisten Häuser, sind mit dünnen,schwarz - oder grünlackirten eisernen Platten gedacht. Schenswürtig wegen Kunstund Naturschönheit sind auch die Lustschlösser oder Sommerresidenzen. Zars-koje-Sel,', (s. d.) sKaisershofj, KacharinenS Lieblingsaufenrhalt, fand der PrinzHeinrich von Preußen bei einem Besuche, denen diesei Monarchin ablegte, so schön,daß er auf ihre Frage: wie ihm dies Lustschloß gefallen habe? lakonisch antwortete:Es hat nur Einen Fehler; und welchen? — daß es kein Futteral hat. — VierWerst weiter von der Vtadt liegt Paulowsk (s. d.), der Sommeraufenthaltder verst. Kaiserin Maria. Gatschina liegt -10 Weiss oder beinahe 7 deutsche Mei-len von St.-Petersburg; Oranienbaum mit 2 Lustschlössern liegt am kronstadti-schen Busen. Der Weg nach dem Lustfchlosse Peterhof , das an der See demHafen Kronstadt gegenüber liegt, ist gleich nach dem Austritte aus der Stadt einerder reizendsten, indem er sich einige Werst lang durch kleine Lusiwälter und Gär-ten mit den herrlichsten Anlage» und Wasserpartien hindurchzieht, die außerdem mitden schönsten Lusthäusern und Tempeln aller 'Art ausgeschmückt sind. Das schöne,auf einer beträchtlichen Höhe gelegene Lustschloß enthält in seinen großen Gär-ten, Parks und Alleen Alles, was man bewundernswürdig nennen kann, ins-besondere mächtige, hohe Springbrunnen. Das Peter-Pauls-Fest wird hier je-des Zahr den 29.Juni mit großem Pomp und Ergötzlichkeiten aller Art begangen;am glänzendsten geschah dies nach dem tilsiter Frieden 1807 dem franz. Gesandten,General Savary, zu Ehren. — Kamennoy-Ostrow.(Stcininsel) war dergewöhnliche Sommersitz Alexanders.