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Achter Band. O bis Q.
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440 Peutinger Peyronnet

Thorwaldsen's Beifall eine rühmliche Aufmunterung zu immer gelungenem Lei-stungen sein muß. 19.

Peutinge r (Konrad), ein berühmter Gelehrter, geb. 1465 zu Augsburg aus einer patrizischen Familie, studirte auf den vorzüglichsten Universitäten Italiens und kehrte als l). beider Rechte in seine Vaterstadt zurück, wo ihm 1193 das Syn-dici übertragen wurde. Als Abgeordneter von Augsburg wohnte er mehren Reichs-tagen bei, die unter Maximilian gehalten wurden, begab sich nach dem Tode diesesKaisers, 1519, nach Brügge, um Karl V. zu bewillkommnen, und war s. Vater-stadt sehr nützlich; wie er ihr denn u. A. das Recht auswirkte, Münzen zu prägen.Er starb 1541. Seine ansehnliche Bibliothek blieb eine Zeit lang bei s. Familieund kam endlich an die Jesuiten von Augsburg . Vorzüglich hat sich s. Andenken er-halten durch die nach ihm benannte Charte („'labn!,, I'oitiu^i-riuiu,")- Diese,wie man sonst glaubte, von unbekannter Hand aus Marc Aurel 'ü oder dem sogen.Antoninischen ltiunr-irinui entstandene und unter TheodosiuS d. Gr. gezeichneteWegcharte gibt dieMilitairstraßen durch den größten Theil des weströmischen Reichs an. Konrad Celtes hatte sie in demBenedictinerkloster.zu Tegernfee (s. d.) auf-gefunden und geliehen, aber nicht zurückgegeben. Eine solche äluz,z,a >nun,I>rolul» war in diesemKloster 1502 noch vorhanden, und wahrscheinlich istdiePeu-tinger'jche Tafel in Wien dieselbe Charte, welche Werinher, der Dichter deü Lebensder Maria und Bmedictiner zu Tegernfee, uni 1190 dort verfertigt oder copirt hat.Celtes übergab jene Charte dem P., der sie herauszugeben gedachte. Nach seinemTode aber verschwand sie auf viele Jahre; endlich machte Marx Weiser 1591 zuVenedig Bruchstücke derselben bekannt u.d. T.: „Ironien la t-ibnlae .-niliginie cxi's ikiugsrorn», lübliutüv,'!,". Erst im 13. Jahrh, entdeckte man sie ganz unterP.'S Handschriften, und nun gab sie 1153 Franz Christoph v. Scheyb mit Anm.und Erläut. zu Wien schön gedruckt (Fol.) heraus, wo die Handschrift gegenwärtigin der kaiferl. Bibliothek ist. Aus den Schriftzügen und Figuren sieht man, daß sienicht das Original ist. sondern nach Doeen's Meinung in das 12. Jahrh, gehört.Ein neuer, jedoch nicht ganz fehlerfreier Abdruck dieser altrömischen Reisecharie er-schien zu Leipzig 1821 mir einerAbhaudl. von Mannert. Zu Kalancsich's,,OiIüs»»tüz. ex la>1>. itiucrorn,, »znoe l'lwxüx-ii l >>p. >i ftrutftiuaii -nullt, oft >vit.

eechialui ek eounneiilarü, ilftufti." (Ofen 1821 fg., 2 Bde., 4.) istScheyb's AuSg. der „>>a»tlnp> tob. iiiu-r." nochmals abgedr. (Ofen 1825, Fol.).— P. war der Erste, welcher römische Steinschriften gesammelt herausgab in demkleinen Werke: „lioni-nuis 0.<xn>>>(Äugsb. 1505). Auch hat er

noch andre schätzbare Werke über den Verfall des römischen Reichs :c. herausgcg.,die zum Theil mehrmals gedruckt worden sind.

Peyronnet (Graf v.), franz. Instizminister und Großsiegelbewahrer,war Advocat zu Bordeaux , wo er um 1110 geboren ist, als sein Eifer für dieSache der Dourbons zuerst die öffentliche Aufmerksamkeit für ihn gewann. Ertrat in die Magistratur ein, wurde unter DecazeS'S Ministerium Präsident desTribunals erster Instanz zu Bordeaux , dann Generalprocurator bei dem königl.Gerichtshöfe zu Bourges , und machte sich um die Rechtspflege durch den thätigenEifer verdient, mit welchem er den Gang der Processe beschleunigte. In derHauptstadt wurde er bekannt, als er in der sogen. Verschwörung vom Aug. 1820vor der Pairskammer als Generalprocurator das Wort führte. Dann zeichnete ersich auf der rechten Seite im Centrum der Deputirtenkammer bei mehren Gelegen-heiten durch Beredtsamkeit aus, indem er unvorbereitet mit großer Leichtigkeit anwichtigen Verhandlungen, z. B. für die Beschränkung der Preßfreiheit, Theilnahm. An Villöle und Corbiäre sich anschließend, trat er auf die rechte r^eite zurfireng -royalistischen Partei. Bei der Bildung des neuen Ministeriums im Dec.1821 wurde er, als GrasPastoret, Pair von Frankreich, die Ernennung zum Sie-