462 Phädra Phalanx
Phädra, T. des kretensischen Königs Minos und derPastphaH, Schwe-ster der2kriadne und Gemahlin des Theseus. )lls sie einst zufällig ihren S riessohnHippolvtos, den sie noch nicht gesehen und den sie nichr als These,is's Sohn er-,kannte, fand, verliebte sie sich heftig in den schönen Jüngling. Dieser erwiderteihre Leidenschaft nicht, weßhald sie ihn, aus Rache, eines frevelhaften Angriffs aufihre Ehre dei ihrem Gatten beschuldigte. Dieser sprach über s. Sohn den Fluch aus,und Poseidon ließ denselben durch einen gewaltsamen Tod des Hippolvtos bald inErfüllung gehen. Als Hippolytos's Tod i» Athen bekannt wurde, bekannte Phä-dra ihre Schuld und erhängte sich. Nach A. ward sie von, Theseus ermordet. Zweider berühmtesten tragischen Dichter der Alten, Sophokles und EunpideS, wähltendie Phädra als die Hauptperson verloren gegangener Tragödien. Dasselbe hatRacine gethan, dessen „Phädra" Schiller überseht hat. 8.
P h ä d r u s, ein latein. Fabeldichter, geb. aus Thrazien . Wahrscheinlichwurde er in einem zarten Alter als Sklave nach Rom gebracht. Hier kam er in dieDienste des Kaisers Augustus , der ikn freiließ. Bon s. Leben ist nichts bekannt,als daß er unter der Regierung des Tiberius durch die Tvranne, Sejans sehr litt,wahrscheinlich in mäßigen Umständen lebte und in hohem Alter starb. Er verfaßte5 Bücher Fabel» in iambischen Versen, die sich durch Reinheit und Zierlichkeit desAusdrucks, sowie durch Einfachheit und treffende lehrreiche Gedanken Vortheilhaftauszeichnen. Den Stoff entlehnte er zum Theil aus Äsop , Mischte jedoch aucheigne Erfindungen ein. Das Werk des PhädruS wird im Alterthume nirgends er-wechnt, und Seneca sagt sogar, die Römer besäßen keine Äsopischen Fabeln. DenNeuern bliebe» sie bis 1595 unbekannt. Damals entdeckte Franz Pithou eine Ab-schrift in der Bibliothek von St.-Reini zu Rheiniö und schickte sie seinem BruderPeter, welcher sie bekanntmachte. Die schätzbarsten AuSg. sind von Burmann(2 Bde., Lepden 112P 4.), die vollständigste von Schwabe (Braunschw. 1806).Christ erregte zuerst Zweifel gegen die Echtheit der Phadrischen Fabeln. Mehreneuere Philologen halten sie für untergeschoben und aus späterer Zeit. Gewisser«st dies in Hinsicht der unter Phädrus'S Name» von Cassitii zu Neapel zuerstherausgeg., aber schon dem gelehrten Burmann aus Perotti's Handschrift durchDorville bekannten 32 neuern Fabeln, welche seit 1812 mehrmals abgedruckt wor-den sind.
P häethon, Sohn des Helios (Phöbus) und der Klpmene, und Bruderder Heliaden. Aus Antrieb seiner Mutter, und um einigen Zweiflern zu beweisen,daß Helios wirklich sein Vater sei, bat er diesen, ihm eilten Wunsch zu gewähren.Ilnvorsichtigerweise gab Phöbus das Versprechen unbedingt und schwor bcimStyp,sein Wort auf keine» Fall zurückzunehmen. P. verlangte nun, auf einen Tagan seines Vaters Stelle den Sonnenwagen zu besteigen, und ließ sich, aller Gegen-vorstellungen ungeachtet, nicht davon abbringen. Kaum aber hatte er den Platzeingenommen und die Zügel ergriffen, als die Sonnenrosse, den schwachen Lenkerverachtend, von der Bahn abschweiften und Alles entzündeten. Die Äthiopier zurLinken wurden von der nahen Sonne geschwärzt, und als der Wagen auch zurRechten über die Erde hinausfuhr, schmetterte Zeus den unbesonnenen Führer mitseinem Donner in den EridanuS. Dort fanden ihn seine Schwestern entseelt undbetrauerten ihn. Auch der Sonnengott selbst führte den Namen Phaethon (derLeuchtende). Zn der neuern Zeit gab man diesen Namen gewissen hohen, offenen,leichten Wagen.
Phal^nen, Nachtschmetterlinge, Nachtvogel,s. Schmetterlinge.
Phalanp, bei den Griechen eine Truppenmasse, die, mit langen Lpießenbewaffnet und in ei» Viereck gestellt, durch die Heftigkeit ihres Angriffs gewöhn-lich in der Schlacht den Ausschlag gab. Er bestand anfangs aus 4000 Mann,