461
Pfyftr Phndon
licht- Pfund (Kramerrfund) hält 32 Lokb. Ein Pfund Fleifcheraewicht ist schwerer.So Hoden mich die Tuchmacher schwerere Pfunde. Im Apothekcrgewicht hälr dasPfund nur 12 Unzen oder 24 Loch, und ehemals war bei dem Gold- und -Lilber-gewicht 1 Pfund nur 8 Unze» oder 16 Loth, eine Mark; daher man au einigenOrten Mark und Pfund noch jetzt gleichbedeutend braucht. Das schwere Pfund,wonach die Frachten zu Lande und Wasser, in diesem Falle besonders LchiffSpfund,berechnet werden, hält ungefähr 3 Centner. In Celle hält ein schweres Pfund(oder ein Pfund schwer) 320, in Hanover 356, in Bremen 306, in Osnabrück und Hildesheim 300, u. a. a. O. nur 280 gewöhnliche Pfund. Außerdem ge-braucht man das Wort Pfund, um eine gewisse bestimmte Anzahl von allerleiDingen zu bestimmen und zu berechnen, wo häufig auf das Gewicht gar keineRücksicht genommen wird, so z. B. von einer gewissen Menge gemünzten Gol-des und Silbers, da eine gewisse Anzahl Münzen em bestimmtes Gewicht habenmüssen, und da man die Münzsorte», besonders die kleinern, ebemals häutig zuwägen pflegte. Ein Pfund Schillinge, Pfennige, Heller, so viel Echillinge :c.,als auf ein Pfund oder eine Mark, das heißt 16 Loch, gehen. Da die »Lchwereder Schillinge rc. nicht immer gleich war, so ging auch nicht immer eine gleicheAnzahl Schillinge -c. auf ein Pfund. Gewöhnlich rechnet man 20 Schillinge,jeden zu 12 Pfennigen, also 240 Pfennige auf ein Pfund. In dieser Bedeutungist das Pfund noch in mehren Ländern eine eingebildete Rechnungsmünze. EinPfund Flämisch (in Holland, Flandern und den niederstächst Seestädten) hält inHamburg 20 Schillinge fiäm. oder 120 Achill . Lübisch, d. b. 2b Thlr. ImWürtembergischen ist ein Pfund 20 Schill. oder 120 Pfenn. Ein Pfund schwar-zer Münze, wonach in Daiern die Grundzinsen und gerichtlichen Geldstrafen be-rechnet werden, hält 41 Schill. oder 5tz Gldn. weißer Münze. Ein Pfund Pfen-nige eben dieser schwarzen Münze hat 8 Schill., 32 Groschen, oder 12 Gldn.weißer Münze. In Bern gilt ein Pfund 74- Batzen, in Unterwalden 5 Batzen.Die Bank zu Berlin rechnet nach Baukpfunden (Pfund Banco), jedes zu 30Groschen. Die franz. Pfunde, Livres, halten ungefähr 6 Groschen; die ital.Pfunde, Lire, sind verschieden; die engt. Pfunde, Pfund Sterling, sind dieschwersten und gelten, je nachdem der EurS ist, 6 Thaler und darüber. In wei-terer Bedeutung ist Pfund auch eine Menge von 240 Stücken; an einigen Ortenauch ein Flächenmaß, z. B. im Östreichischen.
P fpfer (Ludwig), geb. zu Luzer » 1715, trat früh in frarn. Kriegsdienste,ward 1738 Hauptmann und Ritter des St.-Ludwigordens, wohnte den Feldzügenvon 1734—47 rühmlich bei und ward 1748 Mar. chal deCamp (Generalmajor).Seine Vaterstadt ernannte ihn zum Mitgliede des großen, und 1752 zum Mit-gliede des innern Raths. 1763 ward er Generallieut. und Chef eines Regiments,legte zwar 1768 das Commando desselben nieder, blieb jedoch in franz. Dienstenund starb 1802. Er ist berühmt als Erfinder der in erhabener Arbeit modellirtentopographischen Abbildung eines Theils der innern Schweiz . Ihre geometrischeGenauigkeit in allen Gestalten der Felsen und Berge, die Treue in den geringstenFußsteigen und Hütten und die außerordentliche Wahrheit in der Nachbildung derNatur verdienen Bewunderung. Reisende, die, von Luiern aus, wo dieses Kunst-erzeugniß noch jetzt gesehen werden kann, die Alpengebirge und das Innere derSchweiz bereisen wollen, können zuvor an diesem Werke jeden Fußpfad und jedeNaturmerkwürdigkeit, die sie zu beobachten haben, kennen lernen.
P hädo n (aus Elis), ein Schüler des Sakrales und Stifter der elischenPhilofophenschule. Seinen Namen führt auch der Dialog des Platon, welcher So-krates'S letzte Unterhaltungen mit seinen Schillern im Gefängnisse, besonders überdie Unsterblichkeit der Seele, enthält. Dens. Titel hat Mendelssohn f. GesprächeÜber denselben Gegenstand gegeben; s. eignen Dialogen aber sind verloren gegangen.