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daher vorzüglich die Eigenschaft, daß es lief in die Individualität des Künstlersblicken läßt, und ein sinnreicher Kritiker sagt von der musikalischen Phantasie:„Wenn die Phantasie der eigentliche Culminationsvunkk des aus sich schaffendenGenius ist, der hier sein eignes Seelengemälde zeichnet, und die Form der Kunstzum bloßen Reflectirspiegel seines Innern macht, aus dein die Fülle in Klarheithervortritt, so muß deut Kunstfreunde ein solches Werk um so schätzbarer sein, jereiner sich in ihni der Genius des Schöpfers selbst und ohne Zwang irgend eineraufgegebenen Form darstellen kann. Die Phantasie ist der Monolog des Künstlers,indem er das Eigne, Selbstempsundene rein auSspricht, während er sich zu dengegebenen Formen, zum Oratorium, zur Qperrc., nur dialogisirend verhalten, d. h.nur Das geben kann, wozu ihn die gegebenen Formen veranlassen. Wenn er, begrenztdurch aufgestellte Kunstsormen, nur immer »ach tiefen zu sprechen und Fremdesin seine Schöpfung aufzunehmen mehr oder minder genöthigt wird, so sind im Ge-gentheil in der freien Phantasie alle Fesseln zerbrochen, und der Genius des Künst-lers ist in sein llrrecht — älter als die Formen — wieder eingesetzt, als Schöpfer,als Herrscher im Reiche der Klänge. Gewöhnte sich der Genius der meisten Künst-ler minder an die Formen, und verstände sich auf seine eigne GeisteSemancipanonim Reiche der Freiheit, so würde jede Phantasie, vorausgesetzt, der Künstler seiwirklich der Lrelbstschaffenden und nicht der Nachahmenden Einer, eine wahre Selbst-schilderung und der hellste Blick in sein schaffendes Innere sein, aus dem man seinWalten und Wirken beschauen, sich gleichsam in seine Gedankenwerkstätte schleichenkonnte. >L>o wirkt nun die Phantasie mit ihrer zauberischen Macht ebensöwol indem regellosen Traume als in den kunstreichen Labyrinthen des Genius, sie schmücktund verschönert das Leben des GeisteSgesimden durch Kunst und hohe Ideale, sowiesie es zu einer O.uelle mannigfachen Elendes für den Geisteskranken macht, indem sieüberspannte Wünsche und unerreichbare Federungen an das Leben erweckt. Es istzu bewundern, daß wir die Phantasie nicht in derReihe mythischer Gestalten der Grie-chen und Römer antreffen; dennderPhantasuS ist nach Ovid's „Verwandlungen"nur ein Sohn des SomnuS oder des Schlafavttes, und zwar nurDerjenigc, welcherleblose Dinge zeigt oder darstellt". Wie weit diese Vorstellung von der ausgestelltenIdee der Phantasie entfernt sei, wird Jeder leicht einsehen. I .
P h a n t a s m a g o r i e, die Kunst, Scheinbilder, z. B. menschliche Ge.stalten, durch täuschende Mittel, z.B. Hohlspiegel, erscheinen zulassen, und folglicheine Anwendung der Optik (s. d.).
Phantasmen, Erscheinungen (a. d. Gricch. von zsiminc,. ich erscheine),sind Bilder, welche von der Seele ohne unmittelbare Anregung eines äußern Ge-genstandes, bloß durch die Einbildung so lebhaft vorgestellt werden, daß sie dieselbenaußer sich zu sehen glaubt. Die Seele bildet die Vorstellung von den äußern Din-gen, angeregt mittelst der äußern Sinnesorgane, als demjenigen Theile des Ner-vensystems, welcher der Außenwelt zugekehrt ist, um die Eindrücke der äußern Ge-genstände aufzunehmen. Die Seele kann aber auch Vorstellungen erhalten, diezunächst von keinem äußern Gegenstände herrühren, indem sie entweder eigenmäch-tig schon gehabte Vorstellungen wieder zurückruft und sie zu Bildern vereinigt, oderindeni durch erregte Nervenrhätigkeit im Gehirne Thätigkeiten und Bewegungenentstehen, welchegewiffe Vorstellungen und Bilder in der Seele erregen. Dies istdie Einbildungskraft der Seele in weiterer Bedeutung, das Vermögen der innernBildung sinnlicher Vorstellungen, daher Einbildung. Bei gesundem Zustande desKörpers und regelmäßiger Thätigkeit des Geistes erlangen nun zwar die Bilder derPhantasie nie den Grad von Stärke und Deutlichkeit, daß die Seele sie mit wirk-lichen Anschauungen verwechseln könnte; allein durch krankhaften Zustand desKör-pers oder durch ungeregelte Thätigkeit des Geistes können auch ini wachenden Zu-stande Bilder der Phantasie so lebhaft werden, daß sie die Stärke der Anschauun-