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Philipp II. (König von Spanien )
mit Gewalt zu Christen machen wollte. Als 1570 dieser Aufruhr gestillt war,vermählte sich P. zum vierten Male, und zwar mit der Erzherzogin Anna vonÖstreich. Im folgenden Jahre erkämpfte seine Flotte, nebst den Bundesgenos-sen, unter Don Juan von Östreich, P.'S natürlichem Bruder, einen großenSieg über die Türken bei Lepanto . In den Niederlanden aber hatten die Grau-samkeiten Alba's einen solchen Widerstand aufgeregt, daß Alba Nichts mehr aus-richten konnte und deßhalb zurückberufen ward (1573). Sein Nachfolger Reque-sens starb 157k. Nun erhielt Ton Juan von Östreich die Regierung, mit tnrVollmacht, einige Bewilligungen, mit Ausschluß der Gewissensfreiheit, zuzuge-stehen. Allein die Angelegenheiten wurden immer verwickelter; die Ltande ver-bündeten sich zu Utrecht (23. Jan. 1579) gegen die spanische Herrschaft und be-schlossen, einen fremden Fürsten an ihre spitze zu stellen. Don Juan war bereits1578 gestorben. Ihm folgte der Prinz Alessandro Farnese von Parma. Dieserberühmte Feldherr war so glücklich, die belgischen Niederlande wieder unter spa-nische Hoheit zurückzubringen. Damals ward der Thron von Portugal durch denTod des Königs Sebastian erledigt, und P., der von mütterlicher Seite Ansprüchedarauf machte, rüstete sich, sein Recht mit Gewalt zu verfolgen. Obgleich nun derHerzog v. Alba sich P.'S Unwillen zugezogen hatte, so war doch das Vertrauendes Königs zu seinen Fähigkeiten so groß, daß er ihm, ohne ihn zu begnadigen undohne ihn vor sich zu lassen, den Oberbefehl des gegen Portugal bestimmten Heeresübertrug. Alba vertrieb hierauf den Don Antonio, der zum Könige ausgerufenwar, und P. kam im April 1581 selbst in dieses Reich, wo ihm die stände hul-digten. Er blieb hier über ein Jahr ohne großes Vergnügen über seine Erwer-bung, da er, von seinen neuen Unterthanen mit zahllosen Bitten bestürmt, densel-ben nicht genügen konnte und dennoch ihre Gunst zu gewinnen wünschte. Balddarauf befreite ihn die Ermordung des Prinzen Wilhelm von Oranien 1581 voneinem geschworenen Feinde und gab zu unanständigen Freude,isbczeigungen amspanischen Hofe Veranlassung; allein Wilhelms Sohn, Moritz, war ein nochfurchtbarerer Gegner. Unterdessen hatten schon längst Beschwerden zwischen demspanischen und englischen Hofe obgewaltet. Jeder katte in den Besitzungen desAnkern Unruhen angefacht, und Beide betrachteten sich als entschiedene Feinde. Alsendlich Elisabeth durch die den vereinten Staaten der Niederlande bevorstehendeGefahr ihre Krone und die protestantische Religion bedroht sah, ging sie mit iknenein offenes Dündniß ein. Zugleich sandte sie Sir Francis Drake mit eine,- Flotteaus, um die spanischen Besitzungen in Amerika anzugreifen. Dagegen rächte sichP. nicht nur durch Anzettelung eines Aufruhrs in Irland , mit welchem Lande ervom Papste belehnt war, sondern beschloß auch, England selbst zu erobern, oder we-nigstens Elisabeth zu entthronen und das Papstthum wiederherzustellen. Zu die-sem Zwecke rüstete er eine mächtige Flotte aus, um ein Heer erfahrener Truppen,das sich mit einem Heere des Herzogs von Parma in den Niederlanden , 30,000Mann stark, vereinigen sollte, überzuschiffen. Diese Armada, welche P. dieunüberwindliche nannte, lief am 29. Mai 1588 aus dem Hafen von Lissabon aus.Sie bestand aus 130 großen Kriegsschiffen, die mit 20.000 Soldaten, 7000Matrosen, einem Großinquisitor, 150 Dominicanern und 2630 Kanonen besehtwaren. Die Holländer schlössen jedoch mit 44 Schiffen das Heer des Herzogsv. Parma zu Nieuport ein, während die unüberwindliche Flotte unter dem Befehldes Herzogs v. Medina-Sidonia auf der Höhe von Dünkirchen in der Nacht vom7.—>8. Äug. von den Engländern mit Brandern angegriffen und zerstreut, diegetrennten Abtheilungen aber darauf in 5 einzelnen Gefechten geschlagen wurden.Schon wollte der Herzog nach Spanien zurückkehren, als ein schrecklicher Sturmseine Flotte theils zerstreute, theils vernichtete; ungefähr 60 Schiffe und 6000Menschen kamen nach Spanien zurück. Als er vor P. erschien, dankte ihm die-