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Philipp II. (König von Spanicn)
schützer er gewesen war, als ihr Leben durch die eifersüchtige Bigotterie ihrerSchwester gefährdet wurde. Sie war indessen mit P.'s Gemüthsart ltnd der'(.bneigung der eugl. Ieation gegen ikn zu gut bekannt, um auf fenie Anträge, zuhören. Endlich machte 1559 der Friede von Chateau-Cambiesis dem langenKampfe der spanischen und franz. Monarchie unter solchen Bedingungen ein Ende,die im (Käuzen für Spanien vorkkeilhaft waren. Ein Friedensarrikel betraf dieVermählung Philipps mit der Prinzessin Elisabeth, Tochter Heinrichs II. vonFrankreich , welche früher seinem Sohne Don Carlos bestimmt gewesen war. ImLaufe dieses Jahres kehrte P. nach Spanien zurück und ließ seine natürliche Schwe-ster Margarecha, Herzogin von Parma, als -Ltatthaltcrin in den Niederlanden.Seine Ankunft feierte die spanische Inquisition mit einem Auto-da-Fe, und seinehrerbietiges Betragen bei der Verbrennung s. Unterthanen wird von den Gcschichk-schreibern der Nanon sehr gepriesen. Bald daraus nahmen die Unruhen in denNiederlanden ihren Ansang. Die Fortschritte der Deformation in jenen Landernhatten schon Karl V. beunruhigt; vergebens hatte er sie durch Strenge beschränkenwollen und sich endlich veranlaßt gesehen, ein nachsichtigeres Erstem anzunehmen.Allein P., ohne Auneigung gegen diesen Theil seiner Unterthanen und ebensoherrsch süchtig als abcrgläubig, war entschlossen, mit Gewalt die Einheit des Glau-bens und des Gehorsams in Kirche und -Lchtaat gegen allen Widerspruch lind jedesVorrecht der Provinzen zu behaupten. Daher stiftete er dort zur Unterdrückungder Ketzerei einen Gerichtshof der Inquisition nach dem Muster des spanischen,und hielt zur Unterdrückung des Widerstandes ein Heer ausländischer Truppen.Die oberste Gewalt war nur dem Namen nach in die Hände der Herzogin vonParma gelegt und wurde in der That von dem Cardinal Granvella, einem in po-litischer und religiöser Rücksicht gleich eigenwilligen Manne, ausgeübt. NachdemP. die Beschwerden des hohern Adels über dessen Betragen lange unbeachtet ge-lassen, fand er es endlich doch raihsam, ihn zurückzurufen. Seine NachfolgerVigliuS und Barlaimont waren indeß nicht gemäßigter, und P. schlug es schlech-terdings ab, die Strenge der Inquisition zu mildern, indem er behauptete: „Essei besser ohne Unterthanen, als Beherrscher von Ketzern zu sein". Der Wider-stand unter Leitung des Prinzen von Dramen und der Grasen v. Egmont undHorn ward aber so heftig, daß er doch auf einige Zeit nachgab. Unterdessen machteer niitKaiharina v. Medici und ihrem Sohne Karl IX. von Frankreich einen Planzur völligen Ausrottung der Protestanten. Als dieser Entwurf gereift war, beganndie Verfolgung mit einer so unerträglichen Strenge, daß sich (1565) Personen al-ler Stände, Katholiken sowo! als Protestanten, zur Aushebung des Inquisitions-gerichts verbanden. Als der König aus ihre Bitten nicht achtete, entstanden Un-ruhen unter dem Volke, zu deren Unterdrückung militairische Gewalt herbeigerufenward. Endlich (1561) erschien der blutdürstige Herzog v. Alba (s. d.) mit ei-nem großen Heere alter Truppen, um die Strafentwürfe des spanischen Hofeszu vollziehen. Nun ward ein Dlukrath errichtet, der die Grasen Egmont undHorn (1568) nebst einer Menge andrer Personen niedrigen Standes zum TodeVerurtheilte. Wilhelm I. von Dramen (s. d.) rettete sich durch die Flucht.Noch mehr erbitterte ein neues Sreueisvsiem alle niederländische Provinzen. P.blieb bei allem Unglücke, das seine Poluik Verursachte, kalt und unbiegsam, undein tragischer Dorfall in seiner eignen Familie vermehrte noch die Düsterheit seinesCharakters. Don Carlos (s. d.), sein ältester Sohn aus der ersten Ebe,machte sich des HochverrathS verdächtig und starb 1568 im Gefängnisse. ZweiMonate nachher starb auch die schwangere Königin, die schöne, tugendhafte Eli-sabeth. Damals war die schöne Anna de Mendoza, die Gemahlin seines deshalbzum ei sten Minister ernannten Günstlings Ruy Gomez de Silva , seine Maitresse.Zu gleicher Zeit hatten sich die Mauren in Granada empört, weil man ihre Kinder