4!)8 Philopöinm
win den verwandelt. Prokne entfloh als Nachtigall in die Wälder, über Zins weh-klagend, Philomele als häusliche Schwalbe mit abgestoßenem Gezirp, wegen derverstümmelten Zunge, winselte Toren; und Tereus rief noch als Wiedehopf einsuchendes Pu (oder Wo). Die Nachtigall ward mit beständiger, die Schwalbemit halber Schlaflosigkeit bestraft. Eine spätere Verwechselung machte die Philo-niete zur Nachtigall, und die Prokne zur Schwalbe.
Philopöme » , der letzte große Feldherr der Kriechen, geb. zuMegalo-polis in Arkadien 233 v. Chr. Nach dem frühzeitigen Tode seines Vaters erzogihn mit Sorgfalt Kassander, ein edler Mantinäer. Zwei akademische Philosophenwurden seine Lehrer und flößten ihm die hohen Grundsätze der Ehre und Vater-landsliebe ein. Aber nicht die Stille der Studien, sondern die Thätigkeit des Le-bens zog ihn an; kriegerischer Ruhm war s. Leidenschaft, und alle s. Iugendübuu-gen waren schon dahin gerichtet. Kaum konnte er die Waffen tragen, als er sichmuthig zu Denen von seinen Landslenten gesellte, welche Einfälle in das sparta -n sche Gebiet machten. Er war 30 Jahr alt, als Kleonienes, König von Sparta,Megalopolis bei Nacht überfiel. P.. der vergeblich ihn zu vertreiben gesucht hatte,Leckre den Rückzug der Einwohner nach Meffene mit der äußersten Lebensgefahr.Als AntigonuS, König von Macedonien, den Achäern gegen KleonieueS zu Hülfekam, stieß P. mit der Reiterei seines Vaterlandes zu ihm und that sich rühmlichhervor in der Schlacht von Sellasia, in welcher die Spartaner' gänzlich geschlagenwurde». AntigonuS trug ihm s. Dienste an; aber P. trat nur auf einige Jahreals Freiwilliger in jene treffliche Kriegsschule, um au einem innern Kriege auf KretaTheil zu nehmen. Mit hohem Ruknie kehrte er zurück und erhielt von den Achäernden Befehl über die Reiterei, welche unter s. Führung durch ganz Griechenland furchtbar ward. In einer Schlacht mit den Ätoliern und Eleatcn erlegte er miteigner Hand den Anführer der eleaiischen Reiterei, und gewann dadurch den Sieg.Die größten Erfolge errang er als läberfeldherr des achäischen Bundes, wozu er210 v. Ckr. ernannt wurde. Nachdem er das Kriegswesen der Achäer Hinge-schaffen, führte er sie ins Feld gegen Machanidatz, Tyrannen von Sparta , der miteinem furchtbaren Heere gegen Achaia ausgezogen war. Bei Mantinea trafen dieHeere auf einander. Nach einem harken Kampfe tödtete P. in persönlichem Gefechte den Machanidas und gewann einen vollständigen Sieg. Diese That ver-ewigten die Achäer durch eine eherne Statue in dem delphischen Tempel. Als dieAchäer dem Nabis, einem spätern Tvrannen von Sparta , den Krieg erklärt hatten,und dieser Gythium belagerte, wollte P. ihn zur See angreifen, mußte aber seineKühnheit mit einer Niederlage bezahlen. Er rächte sich durch einen Überfall desfeindlichen Lagers, zog sodann gegen Sparta , stieß auf die Truppen des Nabis undbrachte ihnen einen großen Verlust bei. Bald nachher wurde Nabis ermordet,Sparta von den Ätoliern eingenommen und geplündert. Die Einw. hatten ebenzu den Waffen gegriffen, als P. mit einer geringen Macht dazu kam. Er be-nutzte den Vortheil des Augenblicks, die Lacedämonier zur Vereinigung mit demachä'schen Bunde zu bewegen, 191 v. Chr. Das Volk wollte dem Wiederher-stellet' der Ruhe seine Dankbarkeit durch ein Geschenk von 120 Talenten beweisen,welche aus dem Vermögen des Nabis gelöst worden waren; aber P. schlug es aus.Die Eintracht war indeß von kurzer Dauer. Mißvergnügte reizten den Unwillender Spartaner gegen die von den Tyrannen verbannten, unter dem Schutze derAchäer aber zurückgekehrten Bürger. Man behandelte sie feindlich, hob dasBündniß nift und bat die Römer um Beistand. P. kündigte als
§^«err der Achäer Sparta den Krieg an. Der römische Consul Fulvius suchteden Frieden zu vermitteln; die von beiden Theilen nach Rom geschickten Gesandtenkamen mit unbestimmten Antworten zurück. P. ging indeß auf Sparta los undföbme die Auslieferung der Unruhestifter. Wirklich begaben sich diese in Beglei-