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Achter Band. O bis Q.
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-64 Piombo Pipin

1681 durch die Vermahlung Gregor Booncompagnsts, Herzogs von Sera undAlcara, mit der Erbin von Piombino, Hippolpte Ludovisi , erworben. Gregorhinterließ nur Töchter; die älteste war mit seinem Bruder Anton vermählt, von demdie jetzigen Fürsten Piombino abstammen. Frankreich entzog dem Hause das ganzeDesitzthum, und Napoleon ertheilte das Fürstenthum Piombino als ein sranz.Reichslehen 1801 seiner Schwester Elisa Bacciochi (s. d.). Endlich gab diewiener Congreßacte dem Hause Buoncompagni-Ludovifl das Fürstenthum Piom-bino nebst dem eintheile von Elba zurück, allein unter der Lehns- und Landeshoheitvon Toscana. Doch sollte der Großherzog den Fürsten für den Verlust seiner Ho-heitsrechte entschädigen. Der gegenwärtige Besitzer, Ludwig Maria Bucncom-pagni-Ludovifl, Fürst von Piombino , Herzog von Sora und Alcara, geb. 1761,hat keine Kinder, sondern bloß Seüenverwandte.

Piombo (Sebastians del), ein berühmter Maler, geb. zu Venedig 1185.Sein eigentlicher Familienname war Luciani. Der Musik, welche er sehr liebte,entsagte er, um sich der Malerei unter Giovanni Bellini zu widmen. Dann warGiorzione sein Lehrer, dessen schönes Tolorit er nachahmte. Als er für sich selbstzu malen anfing, war Portraitmalern der Zweig, den er vorzüglich ausbildete. DerRuf, den er sich bald dadurch erwarb, veranlaßte einen reichen Kaufmann von Siena ,Agsstino Chigi, ihn nach Rom zu nehmen und ihm die Verzierungen s. Hauses zuübertragen. Die Zartheit s. Pinsels wurde hier sehr bewundert, und Michel Angel»,der auf den wachsenden Ruhm Rafael'S einigermaßen eifersüchtig gewesen zu seinschemr, munterte Sebastiane auf, mit ihm einen Wettstreit einzugehen. Jenerversah ihn sogar mit Zeichnungen, die P. oft sehr glücklich ausführte, obgleich seinGeist für hohe Erfindung und große Ideen nicht eben empfänglich war. Als Rafaelsein berühmtes Gemälde der Himmelfahrt gemalt hatte, wurde Sebastian» vonMichel Angclo bewogen, Lurch eine Auferstehung des LazaruS jenen wo möglich zuüberbieten. Dieses Werk wird für s. größtes angesehen und erhielt allgemeinenBeifall. Sein Märtyrenod der h. Agatha wurde ebenfalls zu den Werken der erstenMeister gezählt. Wie dem auch sei, so bestand sein Hauptverdienst doch in einzelnenFiguren und Portrailen. Sein Pietro Ai etino und Papst Clemens VII. waren vonbewundernswürdiger Ähnlichkeit und dem vollendetsten Colorik. Vornehmlich warder von dem genannten Papste begünstigt, der ihm das Amt eines päpstl. Siegelbe-wahrers übertrug. Sein Beiname, del Piombo, spielt daraus an, indem das an diepäpstl. Bulle gehängte Riegel, wenigstens damals, in Blei (pi.nnbo) abgedruckt zuwei den pflegte. Dieses Amt nöthigte ihn, das geistliche Gewand zu nehmen. Seit-dem entsagte er der Malerkunst fast ganz. Er schrieb Verse, zog gelehrte Männer ans. Tafel, lebte mit Gemächlichkeit und malte nur hin und wieder auf besondere Ver-anlassung ein Portrait, z. B. die Julia Gonzaga sur den Cardinal Hippolyt v. Me-dici, den Papst Paul 111. im Verscheiden u. A. m. Er starb 1517. Es verdientnoch bemerkt zu werden, daß er eine eigne Art in Öl auf Stein zu malen erfundenhatte, in welcher man noch eine Geißelung in Ln.-Peler in Momorio fleht.

Pionniers heißen die in ein besonderes Corps gesammelten Mannschaf-ten, welche die Ausbesserung von Wegen und die hieher gehörigen Arbeiten, z. B.das Schlagen der sogen. Laufbrücken, Einrichten besonderer Colonnenwege u. dgl.,obliegen. Bei mehren Heeren sind sie mit den Ltappeurs, Pontoniers verbunden.

Pipe, ein ursprünglich span. Wein- oder Olmaß, das gewöhnlich 5 Eimeroder 300 Maß enthält. In Danzig hält eine Pipe span . Weins 2- Ohm, 1 PipeSekt aber 3 Ohm oder 12 Anker, oder 60 Viertel.

Pipin, der Name zweier großer Beherrscher des alten Frankreichs zu denZeiten der letzten Regenten aus dem merovingischen Stamme. 1) P. von Her-stall, den die Austrasier oder östlichen Franken nach threS Königs Dagobert II .Tode, an dessen Hose er Major DomuS war (eine Würde, die ursprünglich bloß den