stelle in Nürnberg an. Da er mit einer gründlichen Kenntniß der Rechte feine Sit-ten und eine fü gende Beredlsamkeit verband, so wurde er zu verschiedenen (Gesandt-schaften auf Reichstage und an Fürsten gebraucht; 149g vertraute der Senat ihmdie Anführung der nürnbergischen Truppen in dem unglücklichen Kriege gegen dieSchweizer. Sowok Maximilian I. als auch Karl V. erkannten s.Werth und ernann-ten ihn zu ihrem Rathe. Nachdem er in öffentlichen Geschäften mehre Jahre ge-wirkt und genutzt statte, zog er sich von denselben zurück und widmete s. Muße denWissentchaften und s. Freunden, zu welchen die trefflichsten Männer s. Zeit gehör-ten, u. A. Celkes und A. Dürer . Nur zuweilen kehrte er zu den Staatsangelegen-heiien zurück, da er es für die erste Pflicht hielt, sich dem Vaterlands, wenn es seinerbedürfe, nicht zu entziehen. Er gab der nürnb. Topographie den hohen Aufschwungund beförderte mit Eifer die Reformation. Unter s. iLchriften (tPi-ra e<>. öl. Onlst-»5l. Franks. 1610,Fol), welche hauptsächlich in historische» und politischen Auf-sätzen und Gekochten satvnschen Inhalts bestehen, sind b.sonrers s. Briefe an dieGelehrtesten s. Zeitgenossen deine, kenswerth und lehrreich. Erstarb 1530. S. dieSchriften: „Zum .'lndcnken W stbald Pirksteimer'ö" (Nürnb. 1823), „WilibaldPükkeimer'S Auftnhall zu ftielinhof, von ihm selbst geschildert", nebst Beiträgen zudem Lebe» s. Schwestern und Töchter, von M. M. Planer (Nürnb. 1828). Pirk-heimer's „lli<in,ia l,<-!li tviiiicuriz" hat E. Münch (Basel 1828) übersetzt mitP, s Biographie herausgegeben.
Pinon (Alexis), geb. zu Dijon 1689, der Sohn von Aimä P., der sichals Dichter in burgundicher Plundart bekanntgemacht hat, verlebte 30 Jahre in s.Vaterstadt unter Ausschweifungen und Vergnügungen. Ein schmutziges Gedicht,wodiu ch er sich in seh>- Übeln Rufgesetzt hatte, wurde die Ursache, daß er nach Paris ging. Da s. Familie ihn wenig unterstützen konnte, so machte er zunächst die Federzu s. Erwerbszweige (denn er schrieb schön) und trat als Secretair in die Dienstedes Herr» v. Br llisle, nachher in die eines Finanzpachlers. Verschiedene Stucke, indenen man sonderbare neue Einzelnhcitcn und eine anziehende Ersinduna erblickt,Und die er für den ,ssgi>eia,.lu >le la lolrc" schrieb, glündeten zuerst s. Ruf; die„HIetrenn!,,,!,-" aber erhob ihn in den ersten Rang der st anz. Lustspieldichter des18. Jahrh. Dieses an neuen Zügen, Witz und Laune reiche Stück wurde 1138«uf das I'steäire s>,>,,e^i. gebracht, und steht noch jetzt in verdientem Ansehen.Allgemein bekannt sind von ihm eineMenge witziger Einfälle und Antworten, wiedenn Voltaire ihn vielleicht unter allen s. Gegnern am meisten fürchtete. Aberlieft Eigenschaft war es auch haupisächiich, die ihm den Eintritt in die Akademieversssrrte. Er rächte sich zwar dadurch, laß er diese Gesellschaft irr iinalickcs «1aUel erz-rit nannte, und in der auf sich selbst verfaßten Grabschrift:
6, gil piron, gui ne kul rlen,ineme Ac-xlemicien,
Verspottete; dennoch war er mehr als ein Mal bemüht gewesen, eine Stelle in der-selben zu erhalten. Er starb 1113. Seine sämmtlichen Werke (i Bde., und 9 Bde.in 12., 1116) enthalten Tragödien (unter denen „Gustav Wala" am meisten ge-schätzt wird), Komödien, Lüden, Episteln, Epigramme und Erzählungen in Versen,die zwar den Lafoutaine'schen an Naivetät und den Voltaire scheu an Feinheit undGrazie nachstehen, sich aber durch einen freien, lustigen Ton auszeichnen.
Pirouette, ein klemer Kreisel; in der Tanzkunst das schnelle Umdrehenauf einem Fuße, der Kreislchwung oder Drehschwung; in der Reitkunst dieschnelle, aber sehr enge Weisung des Pferdes, sodaß eü mit dem Kopfe auf derselbenStelle steht, wo es zuvor mit dem Schweife war. — Pirouettiren, kreiseln,im Kreise drehen.
Pisa , eine der ältesten ünd schönsten ital. Städte im Großherz. Toscana,liegt in einer freundlichen Ebene, ungefähr 24 (ital.) Meilen vom Einfluss des