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Pisa (Stadt)
Arno in die See. Die Luft ist ziemlich gesund und fall da» ganze Jahr hindurchfrühlingsortig mild. Im 18. s)ahrh. zählte P. 1,70,000 E., jetzt kaum 20,000;Still« und Einsamkeit sind daher hier, wie in a. großen Städten Italien », die ihrehistorische Rolle zu Ende gespielt, herrschend geworden. Der Arno theilt den Orlin 2 fast gleiche Hälften, welche durch 3 Brücken in Verbindung stehen. Die beidenßen Kais (I,nn-,'->i»c>) sind mit Gebäuden im edelsten Style geschmückt, derenwehrhaftes AuSseben an die kriegerischen Zeiten der Republik erinnert. Die Str«,ßen sind großentheils breit, gerade, herrlich gepflastert; aber das häufig zwischen denSteinen wachsende Gras ist ein trauriger Zeuge der Entvölkerung. Unter den 80kirchl. Gebäuden ist der Doni, im 11. Jahrh, von einem griech. Architekten erbaut,ein Ehrfurcht einflößendes Gebäude, reich an Sehenswürdigkeiten. Hinter diesemsteht der berühmte, im 12. Jahrh, von einem Deutschen, Namens Wilhelm, er»baute, hängende Glockcnthurm, dessen Abweichung vom Perpendikel beinahe 1LFuß beträgt. Er ist nmd, ganz von Marmor, besteht au» 8 Reihen Säulen übereinander und ist 168 Fuß hoch. (Es ist kein Zweifel, daß dieser schöne Thurm wirk»lich gesunken sei. Man hat das Vorurtheil, als wenn er so hängend erbaut worden,hinreichend widerlegt. Er hat sich bloß dadurch erhalten, daß die Steine so wohl ge-hauen, und die Materialien außerordentlich gut verbunden sind. Dennoch glaubenEinige, er sei absichtlich mit s. Schiefe erbaut worden, weil es ihnen unwahrscheinlichdünkt, daß er sich so geneigt hätte, ohne zu stürzen oder Risse zu bekommen.) DemDome gegenüber liegt das gleich alte runde, mit schönen Säulen geschmückte, vonDioti Salvi erbaute Baltisterio, oder die Täuferskirche. Zwischen beiden breitet sichdas Campo santo aus, eine der größten Kunstmerkwürdigkeiten Italiens . Esist ein alter Kirchhof, dessen Erde die Pisancr aus Jerusalem geholt, eingefaßt vongothischenHallen, deren Wmide mit Frescogemälden von der Hand der ältesten bc«rühmtesten Meister geschmückt sind. Unter diesen glänzen Memmi, Orcagna u.A.,Alle aber verdunkelt, durch s. unübertrefflichen Schildereien, Henozzo Gozzoli. S.Carlo Lasanio's, Aufsehers über den Campo santo, schönes Kupferwerk: ,,1'ittnr,»l sicroo ciel Liliiip»" (1812). Auch befindet sich hier eine große Sammlung he»trurischer und römischer Alterthümer, namentlich Urnen und Sarkophagen. Unterden übrigen Kirchen verdienen Erwähnung die durch ihre zierliche gothische Bauartausgezeichnete Kirche Madonna della Spina und die im neuern Styl erbaute KircheS.-Stefano, die nebst dem angrenzenden Palaste dem »inst hier residirenden Ritter-orden des h. Stephanus zugehönen. Noch zeichnen sich mehre Paläste und dieLoggia de' Mercanti aus. Auch zeigt man den Hungerthurm, in welchem Ugolinsdeila Gherardesca (s. d.) 1288 mit s. Kindern umkam; indeß ist der ursprüng-liche gewiß lange nicht mehr vorhanden. Die Familie Gherardesca lebte noch 1798zu Pisa . Die Universität ist alt und hat zu allen Zeiten berühmte Lehrer besessen;neuerlich Daccü, Cianipi, Tantini u. A. Die Sternwarte und der botanische Gar-ten unterSavi sind im besten Zustande. Es gibt hier eine Voc-xIeunA ilalisns,ein physik.-medic. Collegium, Kunstsammlungen und bei der Stadt eine landschaft,liche Anstalt, S.-Rossore, mit Stulereien, einer Colonie von 200 Kameelen und einerHeerde von 1300 wilden Kühen. — Die Feinheit und Liebenswürdigkeit der Gesell-schaft, im Vereine mit anspruchsloser Herzensgute und Dienstfertigkeit, machen demFremden den Aufenthalt in Pisa sehr angenehm. Vier Miglien von der Stadt ent-fernt, am Fuße des Berges S.-,Giuliano, auch nach diesem Berge genannt, liegendie pisa nischen Bäder. Zwölf warme, schwefelhaltige Quellen sind hier von gro-ßen, zweckmässige» Gebäuden eingeschlossen, worin für alle Bedürfnisse der Badegästeauf das vollkommenste, minder indeß für ihre Unterhaltung gesorgt ist. Diese Bäderwerden jetzt bei weitem nicht mehr so stark besucht als in der Mitte des vor. Jahrh.Auch die 7 Miglien von Pisa entfernte prächtige Karthause ist sebenswerch. Handelund Gewerbe sind höchst unbedeutend. Groß ist der Gewinn voin <7l, welches an