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Achter Band. O bis Q.
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Pius VH.

tischen Verlegenheiten nicht abhelfen. Durch die Erfahrung belehrt, daß größereNachgiebigkeit gegen Frankreich ihm nur neue Demüthigungen zuziehen würde,und dennoch unvermögend, der Übermacht mehr entgegenzusetzen als festen Willen,reiste er durch seine Weigerung, den König Joseph von Neap-l anzuerkennen undseine Häfen den Engländern zu verschließen, den Kaiser Napoleon zu Gewaliikä-tigkeiten. Rom wurde den 2. Febr. 1808 von franz. Truppen besetzt, das parst-liche Militair entwaffnet und, ung achtet noch keine Kriegserklärung erfolgt war,von dem franz. Befehlshaber Miollis Eingriff auf Eingriff in die weltlichen Re-gierungsrechte des Papstes unternommen. P. traf mit seltener Geistesgegenwartjede ihm mögliche kräftige Maßregel zur Gegenwehr; aber vergebens drohle edem Kaiser selbst in einem Breve vom 27. März mir seinen gastlichen Waffen;dieser vereinigte dafür (2. April) die päpstlichen Provinzen Urdino, Ancona , Mar-cerata und Camermo mit d.m Königreiche Italien . P. protestiite, verbot denital. Bischöfen, von franz. Behörden Befehle anzunehmen, belegte die Bürger-garden, die, au« der Hefe des römischen Pöbels gebildet, unter franz. Schutze dieStadt durch Ausschweifungen ängstigten, mit seinem Banne, brachte s. StaaiS-secretair Cardinal Pacea den 6. Sept., da er eben verhaftet werd>n sollte, inseine eignen, noch sichern Zimmer, und wagte wegen der fortdauernden Frevel derFranzosen , dem Kaiser in einem Breve vom 3. April 1809 aufs Neue mit demBanne zu drohen. Napoleon setzte jedoch nun seinen längst beschlossenen Plan insWerk, indem er (17. Mai 1809) den Kirchenstaat seinem Reiche einv.i leibte undRom für eine freie kaiserliche Stadt erklärte. Der furchtlose Papst erli-ss nunden 10. und 11. Juni 2 Bannbullen gegen den Urh bei und alle Theiinebmerder den 1. Juni durch franz. Behörden erfolgten Bssitznahine des Kirchenstaats.Am ü. Juli in der Nacht drang der franz. General Radel Mit einem Trupp Sol-daten durch ein Fenster und übel' die Gartenmauer in den während jener Gewalt-thätigkeiten befestigten Palast d«ü Papstes ein, durchbrach die vermauerten Thü-ren, entwaffnete die Schwetzergarte und trat in das 3 mmer, wo P. eben schrei-bend am Tische saß. Hier verlangte Radel von ihm Verzichtleistung auf seineweltliche Herrschaft. P. verweigerte sie, und Rakel erklärte ihm die Nothwendig-keit seiner Abführung aus Rom. Da nahm P. sein Brevier, reichte dem Car-dinal Pacca die Hand und ließ sich mit ihm auf einem Lehnstuhle au« dem ein-geschlagenen Fenster auf die Straße herab, wo Beite in einen Wag n verschlossenwurden, welcher sogleich abfuhr. Sch adend sprach der Papst noch d.n Segen überRom , aber Niemand durfte sich dem Wagen nähern, nur wenige treue Dienerdurften folgen. Bei Florenz wurde Paeea von P. getrennt, mir d m er erst aufdem MomccniS wieder zusammentraf. Die Gesten heil des Papstes haite durchdie verschlossene Luft im Wagen b.i großer Sommerhitze gelitten. Dia» bewilligteihm 11 Tage Rast zu Grenoble. Dann ging die Reise über Valenee und Nizza nach Savona , wo der Papst als Gefangener bewacht winde. Er halle auf derganzen Reise die würdigste Fassung behauptet lind von Seiten des Volks >n meh-ren Städten, wo nian sich zu ihm drängte, um seinen Segen zu empfangen. d-egrößten Ehrenbezeigungen genossen. Das Anerbieten einer fürstlichen Hofbaliunglehnie er ab, wie früher die ihm im Decret des Kaisers ausgestzlen 2 Mill. Fran-ken jährl. Eink. Sein Schicksal trug er mit unerschütkertem Muthe, widersetztesich den Willkürlichkeiren Napoleons in Kuchensachen entschlossener als je, undverweigerte den von demselben ernannten Bischöfen standhaft die kanonische Be-stätigung. In der Mitte 1812 ward er nach Fomainebleau gebracht. Hier nö-thigte ihn Napoleon den 25. Jan. 1813 zu ein m neuen Bei trage, worin er sichzur Bestätigung dieser Bischöfe verpflichtete. Als aber Napoleon dieses nur imEntwürfe vorhandene Concordat wider die Abrede tu früh bekanntmachte und zumReichegesetz erklärte, nahm P. seine ohnehin sehr bedingt gegebene Einwilligung so-