Policinell Polignac (Melchior v.) 649
v. Polen in Warschau feierlich krönen (die erste Krönung seit 1781). Es mußte da-zu eine Krone neu verfertigt werden, weil die alten Reichskleinodien zur Zeit derletzten Theilung aus dem Schatze zu Krakau durch Mouche, wie mau sagt, heim-lich weggenommen und irgendwo in Sicherheit gebracht worden sind. Die OrdenPolens sind: 1) Der Orden des weißen Adlers, gestiftet von August ll., König v.Polen u. Kurfürst v. Sachsen, während des Krieges mit Schweden , am 2. Nov.1705. Dieser Orden, dessen Statuten nie bekannt geworden sind, hat nur eineClasse. Er war seit der Theilung Polens 1795 fast ganz erloschen, wurde durch dieConstitutionsacte vom 21. Juli 1807 hergestellt und nachher vom Könige v. Sach-sen, als Herzog v. Warschau , jedoch nur selten, vertheilt. Der Kaiser Alexanderstellte mit dein neuen Königreiche Polen auch diesen Orden wieder her, trug ihnselbst bei seinem feierlichen Einzüge in Warschau , am 12. Nov. 1815. und ver-theilte ihn an mehre der ersten polnischen Staatsbeamten. 2) Der Orden des heil.StaniSlauS (des Schutzpatrons von Polen ), als Verdienstorden gestiftet vom Kö-nig StanislauS August, bald nach seiner Thronbesteigung, am 8. Mai 1785,wurde vom Kaiser Alexander erneuert am I.Dec. 1815, und in 1 Class n getheilt.3) Der Militairverdienstorden, gestiftet von StanislauS August 1791, warddurch die targomiczer Conföderac.ou unterdrückt, durch die Constitution von1807 hergestellt und von Alexander 1815 bestätigt. Er besteht aus 3 Classen.Ein Hauptwerk über Polen , obgleich mit sichtbarem Hasse gegen Katharina undPoniatowski geschrieben, ist Rulhiöre'S „llistuire du 1'a>,a,<d>io du l'oln^ue etdu duuienabreuiciit du ueltu iiPubligue" (1 Bde., Paris 1807); über die ersteTheilung Polens s. v. Dohm'S „Denkwürdigkeiten" (1. Bd.) und „l.ctlie, du1!:>>ou du VAnnünil" (Paris 1808); auch Malke-Brun's eilfertig entworfenes,in Ermangelung eines bessern aber noch jetzt brauchbares Werk: „läd,!u >n du laI'»b,g»u -oiuiuuuc , t »loduruu" (Paris 1807). Damit verbinde man Jekel's hi-storisch-statistische Werke über Polen und Galizien (Wien 1801 — 9); Flakt'S„Topographie des HerzogthumS Warschau" (Leipzig 1810), und von Holsche'g„Geographie und Statistik von West-, Süd- und Neuostprenßen" (Berl. 1tzs>7).Empfehlung verdienen 3 'Werke in polnischer Sprache: G. S. Bandtkc'S „Bege-benheiten der polnischen Nation" (Breslau 1826); Ad. Naruüzewicz's „Geschichteder polnischen Nation:c.", in poln. spr, (des 1. Bds. 1. u. 2. Th. wurden erst imI. 1821 zu Warschau herausgeg., die übrigen Bände des Werkes in 6 Theilenwaren schon früher gedruckt; 2. AuSg. in der Mostowski'schen Samml. 1803, 4.)u. Jul. Urs. Niemcewicz's „Erinnerungen an das ehemal. Polen" (Warschau 1822).Ferner: Alex. v. Bronikowski'S „Geschichte Polens" (1 Bdchn., Dresd . 1827).— Ferrand's Werk über die Theilung Polens und Solignac 'sWerk über die polni-sche Geschichte sind unbrauchbar. Dagegen enthalten neue Aufschlüsse, vorzüglichüber die Zeit von 1791—98, Mich. Oginski's „älünioires sur !a Oolu^uu ut !u,?o!o»uis dcpnis 1788—-1815" (Paris 1826, 4 Bde.) und dess. Dfs. „Obwrva-
tions sur la ?ol»gne et les Oolonais puur servir ,1'iulroduution an» ölumoi-
rur Ute." (Paris 1827). Ein jüdischer Kaufmann, M. Rosenfeld, schrieb 1825 zuWarschau eine Geschichte Polens in hebr . Sprache. Leon. Chodzko schrieb eine
„llist. des lügunus ?«l„uai»ss vn ltaliv saus lu eoinniandeni. tln Oünural lloin-brcnvsIA" (Paris 1829), u. Salvandy eine „llist. du ?oloFne, arant et »ous1e koi 9e-ni 8ul,',eslA" (3 Bde., Paris 1829). K.
Policinell, s. Pulcinella.
Polignac (Melchior v.), Abbe, zuletzt Cardinal, Diplomatiker , geb.1661, gest. 1711, stammte aus einem der angesehensten Häuser in Languedoc .Schon 1689 hatte er sich bei den Unterhandlungen mit dem Papste Alexander Vl ll.in Ansehung der Artikel, welche die franz. Geistlichkeit 1682 für die gallicanischeKirche angenommen hatte, so gewandt gezeigt, daß jener Papst in einer der letzten