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Pölitz
stiscben Studien in Chemnitz fort, wo der Sinn für Philosophie in ihm erwachte.Bald verband sich damit die regste Liebe zur Geschichte, sowie die lebhafteste Unge-duld, in den Besitz der wichtigsten Bücher s. Lieblingsfächer zu kommen. Er gab da-her Unterricht in Familien, und übte schon in Chemnitz die Kunst, eine Bibliothek zusammeln und zu ordnen. Das schnell und lebendig Aufgefaßte behielt er treu undkräftig, verarbeitete es in sein Eigenthum und gab es dann, seit er als Schriftstellerauftrat (1793), stets in einer ihm eignen Form wieder, die er oft umgoß, indem erseinen Gegenstand vielseitig betrachtete und neuere Forschungen prüfend aufnahm.So bei dem rastlosesten Fleiße und der pünktlichsten Ordnung in allem Thun , diesein Gedächtnis; kräftigten und s. Phantasie dem Willen unterwarfen, erlangte ereinen sichern Überblick und eine kräftige Gewandtheit, die s. Thätigkeit verdoppeltenund literarische Wirksamkeit ihm zur zweiten Natur machten. In Leipzig , wo P.seit 1791 studirte, entschied er sich. als Heydenreich's Zukürer, bald für die kritischePhilosophie, und als Beck ü Schüler für die Geschieh,^ indeß bildete er zu-gleich, durch Platner's Vortrüge über Anthropologie, Moralphilosophie und Ästhe-tik, in sich den Begriff von einer Philosophie des Lebens aus, welcher später seinerBehandlung der Geschichte die praktische Richtung und Haltung gab, welche seinewissenschaftlichen Werke überhaupt bezeichnet. Noch verband P. in Leipzig mitPhilosophie und Geschichte das Studium der Theologie bei Morus, Rosenmülleru. A. Bald erwachte in ihm der Wunsch, sich mitzutheilen. Er erwarb 1794 dasRecht, in Leipzig Vorlesungen zu halten. Nachdem er ein Jahr lang Philosophie,Geschichte, Pädagogik und Stvlistik vorgetragen hatte, empfahl ihn Reinhard inDresden zu dem Lehramte der Moral und Geschichte bei der Ritterakademie. Indieser Stelle, die er vom März 1795 bis Michaelis 1803 bekleidete, unterstützte erdie zeitgemäße Umbildung jener Anstalt (seit 1798) durch den verdienstvollen Com-mandanieii derselben, den nachmaligen, 1804 vcrst. Generalmajor v. Christian!,mit thätigem Eifer, indem er nicht nur alle Plane, die sich auf das UnterrichtLsystembezogen, ausai bettete, sondern auch mehre Fächer des Unterrichts theils leitete, theil«selbst ausfüllt,. Tlese Übung gab seinen; Vortrage jene Methode und Klarheit, dieihn auch als Schriftsteller empfiehlt. Zu schnell ließ er eine Reihe von Elementar»lehrbüchern über Geschichte und deutsche Sprache auf einander folgen, in denenman jedoch die vielseitige Bildung und die praktische Richtung s. lebhaften Geistes,sowie die Zweckmäßigkeit seiner Lehrart mit Achtung anerkannte. Indeß war dasakademische Leben der natürliche Beruf dieses Gelehrten, der bei großer literarischcrThätigkeit eine seltene Fertigkeit des Vertrags besitzt. Reinhard veranlaßte ihn da-her, 1803 nach Leipzig zurückzukehren, wo er eine außerordentliche Professur derPhilosophie antrat. I» denis. Jahre ward er an die Hochschule zu Witkenberg ver-setzt, wo er 1808 als Schröckh's Nachfolger das Lehramt der Geschichte und anEberi's Stelle das Directorium des akademischen Seminariums erhielt. Als dieUniversität, in Folge des Kriegs 1813, aus dem zu einer Festung umgestaltetenWittenberg nach Schmiedeberg vertrieben wurde, folgte ihr P. dahin, ging ab>rspäter nicht mit nach Halle, weilihn diek. säcbs.Regierung1815nachLeipzig zurück-berief. Hier ist er als Lehrer und Schriftsteller noch thätig; auch leitet er die Her-ausgabe der „Leipz. Literaturzeitung" mit. Insbesondere macht er sich fonwätn endum die^Studirendcn durch literarischen Rath und durch die Gefälligkeit verdient,mit wacher er ihnen den Gebrauch seiner ausgewählten und in mehren Fächern derneuern Literatur vollständigen Bibliothek gestattet. Deni Vernehmen nach hat erdiese trefflich geordnete und mit einem musterhaften Kataloge versehene Bibliothekvon mehr als 25,000 Bdn., die den Gefahren des Kriegs in Wittenberg glücklichentgangen war, der Universitätsbibliothek zu Leipzig als Vermächtniß zugedacht.Die zahlreichen Werke dieses Gelehrten, unter welchen mehre viel gelesene Schi ifiten, ohne s. Namen, in das Fach der Ästhetik und der Zeitgeschichte gehören, nenntEoaversationS-Lerikvn. Vd. VIII. 42