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Achter Band. O bis Q.
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Pölnitz

niß entgegen, denn da die Geistlichkeit, als der gebildetste Stand, sich bald derEhrenstellen und Staatsämter bemächtigte, so wurde die latein.Sprache dieStaars-spracbe, und späterhin durch die ausländ. Könige und Königinnen auch die Sprachedes Hofes und aller Gebildeter». Erst seit der Regierung derSiegmunde im 16.Jahrh. gelangte die Sprache des Landes wieder zu ihren alten Rechten, wurde inder Mitte des 16. Jahrh. zur Büchersprache, verfiel zwar im 17., bob sich aberunter der Regiei ung SianiSlouS Augusts von Neuem und reiste zu einer Blüthe,welche ihr selbst die seitdem erfolgten polst. Umwandlungen nicht ganz zu raubenvermochten. 1861 bildete sich zu Karschau, unter dem Vorsitze des Bischofs Alber-rrondi, eine Gekellsch. zur Aufrechthalkung der Reinigkeit der poln. Sprache, welche1802 den 1. Bd. ihrer Schriften herausgab. Nur dem Unkundigen kann dieSprache hart und rauh scheine»; trotz der gehäuften Consonanten übe, trifft sie anWohllaut und Biegsamkeit alle andre slawische, ja selbst mehre deutsche Mundar-ten, sowie sie auch an Bildsamkeit und kräftiger Kürze schwerlich von irgend einerSprache übertreffen wird. Z. S. Kaulfuß, „Über den Geist der poln. Sprache"(Halle 1804), macht eine geistvollere und eindringendere Darstellung nicht ent-behrlich. Don Sprachlehren sind nach der von dem Pianisten Kopczvnski, die vonMronqroviuS (3. Umarb., Danzig 1827) unk Vater (Halle 1807), vorzüglich dievon Georg Bandtke (neue AuSg. Breslau 1824) und die ersten Grundsttze derpoln. Sprache von Meozinski (Warschau 1822), sowie von Wörterbücherndas von Bandtke (Breslau 1806) und das große des Überschrift und KwchenrathsLinde, zu empfehlen. Letzterer, Rector am Lyceum zu Warschau , hak, unter-stützt durch viele Große der Nation, z. B. den Fürsten Czarrorvski lind GrafenVmcent Tvszkiewicz, <n s. „Wörterbuche der poln. Sprache" „Warschau 1807—14) den Sprachschatz derselben aus mehr als 700 Büchern und Schriften undaus der Umgangssprache in 6 O. „anbänden aufgestellt. ,z—

Pölnitz (Karl Ludivig, Freiherr v.), geb. zu Zssomi» im Erzstifte Köln d.25. Febr. 1662, der zweite Lohn des kurbrand. StaatSministers und Geneialmaj.Gerhard Bernhard, zeichnete sich schon früh durch Talente und Kenntnisseaus, durchreiste den größten Theil Europas und fand wegen seiner liebenswür-digen Eigenschaften bei allen Höfen Zutritt. Er theilte seine Bemerkungen in den„I-kllrtt »t inoinoiiox ele llliiii los ftuuix. Iftiivn cle I'olnilr. :,v<e nouee-uiixINI innirex cle »2 vie I-I >2 reftilinn ,lo Xi>s prenüerx vriviigrs" unter dem vorgeb-lichen Druckorte Amsterdam 1727 mit. Der feine BeobachtungSgeist und der Witz,womit dieses Werk abgefaßt war, erwarben ihm eine Menge Leser. Es wurdemehre Male an verschobenen ürlen ausgelegt und ins Deutsche übersetzt. 1734gab er heraus „l.'el-it oftrepe ,Ie Kux« Xi>»« I<> regne >>'^u-;»sle III, ,»> ,le?»!<>giie" (Frankfurt ). 1737 erschien sein bekanntes Werk: „In 8i>xe -c-,I.-i,,te",welches verschiedene Male ins Deutsche übersetzt ist. Auch wird Pölnitz iuit hoherWahrscheinlichkeit für den Verfasser einer „llixtoire seeretie cle >-, vlicftexsetl'Iftino»> e, ej'vuse cle 6ecuge jueinier, roi cle la 6rnncle llict.-igiie; lexnnillieili« cle eetle inlculuiiee ^iiiiocxxe, «n pii;»,, au (älulteiin cl'Flten nneile :> 6i>i 5ki jvnrs, sex intelligeniex xeereite» iivee lo (lninle ,Ie Kc'nigxincii lc,nxznxftiiä ä <e xiijot" (London 1732) gehalten. Aus diesem Werke theilte 1787der Iustizrath Lawäh in Aliona einen Auszug im „Journal aller Journale" mit,wodurch sich ein hanöverscherBeamter, dessen Ältermutter eben nicht in dem bestenLichte dargestellt worden war, höchlich beleidigt fand und den längst vcrst. BaronPölnitz u. A., jedoch mit Unrecht, beschuldigte, daß er sich den Freiherrntitel bloßangemaßt, und von dem Könige von Preußen einen in ironischen Ausdrücken ge-schriebenen Abschied erhalten habe, welchen Abschied auch Herr v. Heß abdruckenließ, am ang. O. Hn seinem 84. Z. trat P. von der reform. zur kathol. Kirche überund gab in franz. Sprache sein Glaubensbekenntniß heraus, welches auch ins Deut-sche übersetzt wurde. Er starb d. 23. Zuni 1775. Nach s. Tode gab Brun zu