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Achter Band. O bis Q.
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Polo (ÄgidiuS) Polo (Marco)

Berlin in 2 Bdn. die „äl<unoiio<> pc>ur iervir ü I'In^luire cic« iziiatrl: «leiniorz

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Polo (Ägidius), auch Gil-Pvlo (Kaspar), ein Dichter, geb. zu Valen-cia 1516, war daselbst Advocat. Aus Neigung zur Dichtkunst entsagte er dem Ad-vocakenstande. Schon s. ersten Versuche verschafften ihm einen Rang unter den er-sten spanischen Dichtern s. Zeit. Seinen Rubin begründete hauptsächlich s. „Diana<',,:>n>>>iaila" („Die liebende Diana"), ein Schäferroman, in Versen mit unter-mischter Prosa, eine Fortsetzung der aus bBüch. bestehenden „Diana" des Monte-mayor, wozu Gil.P. »och ^ hinzufügte. Wenn G>l-P. seinen Vorgänger nicht inder Erfindung übertrifft, so gleicht er ihm doch darin; aber weit höher steht er indem versisicirten Tbeile des Romans durch Reinheit des Styls, durch Harmonieund Glätte derDerse. Er starb 1572 in Valencia. Cervantes nimmt die„Diana"des Gil-P. von den zum Scheiterhaufen verdammten Schriften aus, indem er siemit großen Lvbsprüchen ehrt. Eine gute AuSg. derselben besorgtePineda zu London (1739); besser aber ist die mit Anmerk. zu P.'s Lvbgedicht auf s. Vaterstadt(„< ,aui>> ,l,i l ili ia") versehene AuSg. (Madrid 1778).

Polo (Marco), ein Nenetianer, hat das große Verdienst, Europa zuerst überdas innere Asien zu einer Zeit aufgeklärt zu haben, wo Reisen in so ferne Länder fastgar nicht unternommen wurden, und wo Die, welche ja dergleichen wagten, mehrdarauf dachten, sich den Schein des Außerordentlichen zu geben, als ihre Zeitgenos-sen wahrhaft zu unterrichten. «Nicht ohne scheinbaren Grund hat Mancher von ihmbehauptet, daß er die erste Anregung zurEntdeckung des Schießpulvers, desCom-paßes, terBuchdruckerkunst, desAstrolabiumö rc. gegeben habe; da dies alles Dingesind, die er im innern Asien , wenn auch in unvollkommener Gestalt, gesehen hatte,und die, von ihm erzählt, Gelegenheit zum weiter» Nachdenken geben konnten. Nichtohne Bewunderung hat man i» neuern Zeiten Dinge als wahrhaft gefunden, die,von ihm erzählt, Jahre lang als Märchen und Erzeugnisse der Leichtgläubigkeit gal-ten. Er gehört zu den Schriftstellern, die, wie Herodot , mit jedem Tage >n der Ach-tung gewinnen, weil sie genau schildern, was sie selbst sahen, aber es sorgfältig vonDem unterscheiden, was ihnen selbst erst auf der Reise mitgetheilt ward. Marco P.war der Enkel eines Patriziers in Venedig , der 2 Söhne (Nicolo und Massiv) hatte,welche zusammen 1251 oder 1255 eine Reise nach Konstankinopel machten. Alshier ihre Handelsgeschäfte beendigt waren, erfuhren sie, daß sich an der Wolga einmächtiges Reich der Tataren gebildet habe. Sie machten daher große Einkäufe vonJuwelen, gingen über das schwarze Meer nach der Krim , und kamen endlich im La-ger des Barkah an, eines Enkels vom berühmten Dschingiskhan . MorgenländischeSchriftsteller rühmen die Bildung und Sitte dieses Tatarkhans ungemein; auchdiese Italiener wurden freundlich aufgenommen und blieben ein Jahr bei ihm, bisein Krieg, den Barkah mit einem Verwandten zu führen genöthigt war, sie weiter zureisen bewog. So gingen sie um das kaspischeMeer herum und kamen endlich inBukhara an, wo sie mit einem Tatar zusammentrafen, den der Khan Hulagu , der-selbe, der mit Barkah Krieg führte und ihn besiegt hatte, an seinen Bruder Kublai sandte. Der Tatar lud die Italiener ein, ihm in das Hoflager des mächtigen Sul-tans Kublai zu folgen. Er versprach ihnen reichen Gewinn und die beste Aufnahme,was auch der Fall war. Der Sultan oder Großkhan Kublai zeigte sich als ein wiß-begieriger Mann, der vom Abendlande durch sie eine Menge Ausschlüsse erhielt, undsie endlich, von einem seiner Edeln begleitet, mit dem Gesuch entließ, es in Rom beidem Papste dahin zu bringen, daß einige Lehrer der christlichen Religion in s. LänderConversations-rexico». Bd. VIll. 43