Band 
Achter Band. O bis Q.
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Polytechnik und polytechnische Schulen <!8!>

kennknisse, die aufdie gedachte»Gegenstände basirt sind. EineAnstalt nun, welcheolle Mittel der Erkenntnis, benutzt, um Individuen, welche sich ausschließend derTechnik widmen, aus den Standpunkt z» führen, von wo aus es ihnen möglichwird, in der gestimmten Gewerbslhättgkeit, mit dem geringsten Aufwande vonKräs-ten, die umfassendsten Wirkungen zu erzielen, ist für die Regierungen in mancherleiHinsicht ein wichtiger Gegenstand. Die Berkennung dieser Wahrheit ist größten-theils mir Ursache, daß ein «Lttaat von dem andern in Verbreitung der Industrieübertreffen wird, daß letzterer sowol bessere als auch wohlfeilere Kunsterzeugniffeund Stoffe liefert, daher den Markt behauptet »nd dadurch reicher wird, währendjener Staat, der die Gewerbe nur als Resultat der Zunftthätigkeit kennt, auch beidem angestrengtesten Fleiße seiner Individuen es dem kunstkräftigern Auslandenicht gleich thun kann, und in dem Verhältniß, wie dieses sich bereichert, immermehr verarmt. Das britische Reich liefert hierzu die vollgültigsten Belege. — Daspolytechnische Wissen kann erlangt werden durch Lehre, durch Anschauung unddurch schriftliche und bildliche Darstellung; in ihrer Vereinigung und Wechselwir-kung bilden sie ein polytechnisches Institut. Soll eine solche Anstalt etwas Um-fassendes leisten und den oft störenden Einwirkungen von Außen kräftig wider-stehen, so muß sie von, Staate begründet werde» und unter dem Schutze der Re-gierung stehen. Der erste und wichtigste Zweig einer polytechnischen Anstalt istder polytechnische Elementarunterricht. Er setzt voraus, daß Die-jenigen, welche die Lehrsäle desselben besuchen, solche Kenntnisse schon besitzen, diezur allgemeinen Bildung gehören, und die sich aufSprache, Zahlenbestimm,ingen,Geschichte, Natur- und Erdkunde, sowie auf Zeichnen und ähnliche Fertigkeiten, be-ziehen. Der polytechnische Lehi plan umfaßt, nach einer in den Wissen-schaften selbst begründeten Folge und einem den Umständen angemessenen Cyklus,2 Hauptgegensiändc: die technische Abtheilung und die commerzielle. Die er-stere begreift die physikalisch-mathematischen Lehrgcgenstände, mit ihrer Anwen-dung auf die Vervollkommnung der technischen Künste und derjenigen öffentlichenPrivatbeschäftigungen, welche sich auf deren richtige Erkenntniß gründen; hierhergehören: die Lehrfächer 1) der allgemeinen und speciellen chemischen Technik;2) der Physik; 3, der höhen, und angewandten Mathematik; 4) der Land-,Straßen-, und Wasserbalikunst; 5) der Technologie. Unter der speciellen chemi-schen Technik verstehe man hier diejenigen Gegenstände eines besondern VorlragS,deren rationelle Ausführung mit zu vielem Detail verbunden ist, als daß sie beidem allgemeinen chemisch-technischen Vortrage gehörig ausgesührt werden könn-ten. Dahin gehört z. B. die praktische Gährungslehre, die Ledergerberei, die Sei-fensiederei, dasFärben, Drucken, Zeuchbereiren, Bleichen ic. Die Physik wird inder Anstalt besonders auf solche Gegenstände bezogen, auf welche die verschiedenenNaturerscheinungen in technischer Hinsicht einwirken. — Der mathematische Cur-sus setzt die Dorkenntnisse der Arithmetik, Algebra, Geometrie und Trigonometrievoraus, fängt mit der Polygvnometrie, der Lehre von den Kegelschnitten, derDiffercnzial- und Integralrechnung an, geht dann mit der Mechanik zum ange-wandten Theile über, handelt die Grundsätze der Statik, Hydrodynamik, Hy-draulik und Optik ab, und verbindet diese Gegenstände mit dem Unterrichte im Mo-dell- und Maschinenzcichnen. Die Abtheilung des Unterrichts für Land-, Stra-ßen- und Wasserbau enthält nicht allein die Lehre von den Baustoffen und derenVerbindung, die Zimmermannskunst und die Lehre von der Bequemlichkeit derGebäude in Übereinstimmung mit ihren Zwecken )c., sondern auch die Anwendungdieser Gegenstände auf Civil-, Straßen-, Brücken- und Wasserbaue; bei letz-ter», wird noch besonders die Anleitung zum Baue in und an Flüssen ertheilt, undhierbei das Nöthige der Befestigung der Ufer an Flüssen und am Meere, von derStromrichtung, Stromgeschwindigkcit und Strommessung, von der Deich- und