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Achter Band. O bis Q.
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682 Polyphcm Polytechnik

nen. Nach 1 oder 2 Stunden gibt der eine den andern wieder von sich. Die Fort:Pflanzung dieser Thierchen ist so sonderbar wie ihr ganzer Organismus. Es zeige»sich kleine Erhebungen an den Seiten, die nach einigen Tagen die Gestalt eineskl.inen Polypen haben. Die Verbindung bleibt. Was der junge Polyp erhäscht,kommt dem alten zu Nute, und umgekehrt. Allein nach und nach wird das End?,womit jener an diesen befestigt ist, dünner, und endlich nimmt der eine diesen, derandre jenen Punkt sich zu befestigen, wo sie dann gewaltsam getrennt werden. Sopflanzt sich der Polyp in jedem Punkte des Körpers fort und zeugt auf dies? Weise5—si Zunge auf einmal. Eine Begattung selbst hat Trcmbley bei einigen Tau--senden, die er in Masern über Jahr und Tag erhielt, nicht beobachtet. Dagegenmeinen Neuere, das, sie sich auch durch Eier fortpflanzen. Bisweilen w>rd der nocham alte» sitzende Polyp schon wieder Vater und Großvater; Vater und Sohn bil-den ei» Ganzes. Besonders merkwürdig ist die Unzerstörbarkeit ihres Lebens unddie Fähigkeit, sich, aufs Grausamste zerstückt, wieder zu einem Ganzen zu bilden,das seine Epistenz ungestört fortbehält. Man kann sie in allen Richtungen zer-schneiden, ja ihr Inneres nach Außen kehren, und sie leben fort. Mehre lasten sichgleichsam auf- und ineinanderpropfen. Die lat. Benennung llvstr.i paßt daher aufdiese Thiere wenigstens insofern, als sie eine Reproductionskrast in der That zeigen,die jener Schlange von der Fabel zugeschrieben wird. Inwiefern es ähnliche Ge-schöpfe, aber von furchtbarer Größe, innerhalb der Klippen und aufdem Bode» desMeeres gibt, und die man also Meerpolypen nennen könnte, steht bis jetzt mehr alsSache der Fabel denn der naturhistorischen Wahrheit da.

Polyphe m, ein Sohn Nepiun'S, der berühmteste unter den sicilianischenCyklopen (s. d.), welchen UlysteS („Odyssee", Ges. 9) als einen Mann von Rie-sengestalt schildert, der einsam seine Heerden weidete und in einer Höhle hauste.In dieser Höhl? haue Ulysses mit s. Gefährten, unwissend, wer sie bewohne, Schuhgesucht, als Abends Polyphem seine Heerde eintrieb und mit einem Felsstücke denEingang verschloß. Sobald er die Fremdlinge gewahrt, packt er 2 derselben und ver-zehrt sie zur Nachtkost. Ein Gleiches geschieht ani folgenden Morgen zum Frühstück,worauf er die Heerden auStreibt und die unglücklichen in der verschlossenen Höhlegefangen zurückläßt. Da ersinnt Ulysses listigen Rath. Erläßt des Cyklopen KeuleZu einem Pfahle spitzen; als dieser darauf am Abend heimkehrt und abermals 2von den Fremdlingen verzehrt, reicht ihm Ulysses von dem mitgebrachten Weineund berauscht ihn. Kaum aber sieht er ihn eingeschlafen, so läßt er den Pfahl glü-hend machen und bohrt ihm das Auge aus. Dann bindet er s. Gefährte» und sichselbst unter die Bäuche stattlicher Widder, und so entkommen sie glücklich, als derCvklope am nächsten Morgen die Heerde ausziehen läßt. Ein Felsstück, das er denVerhöhnenden nachschleuderte, Irafsie nicht. Nicht so ganz ungeschlacht mochte derCyklop sein, als er noch ein Jüngling war und die Nymphe Galatea liebte. Sofinden wir ihn bei Thcokrit und bildlich dargestellt in den „Herculan. Alterthum.",Bd. 1. Die Nymphe aber achtete seiner nicht, sondern liebte den Acis, welchen Po-lyphem , eifersüchtig auf den glücklichen Nebenbuhler, lödtete. (S. Galarea.)

Polyspast, s. Flaschenzug.

Polytechnik, die Lehrkunst der höher» Werkgeschicklichkeit (eigentlich:vieler Kunstgeschicklichkeiten). Ein Dildungsinstitut der Kunstkrast (oder poly-technische Schule) unterscheidet sich von den rein-wissenschaftlichen Lehranstal-ten, indem es auf der einen Seite Kunstfertigkeiten voraussetzt, auf der andern dieErfahrung und Erfindung zu Hülfe nimmt, um die Sphäre der technischen Kennt-nisse zu erweitern und die Kraft, welche sie anwendet, zu vervollkommnen. DasWesen der Technik greift in das Gebiet der Wissenschaften, besonders i» den ma-thematischen Theil derselben, in das der Kunst, der Beobachtung und Erfahrung(besonders Physik und Chemie) ein; die Erlernung der Technik verlangt daher Vor-