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Achter Band. O bis Q.
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Polytechiiik und polytechnische Schulen

zu größerer Vervollkommnung. Der Fabrikherr und Verkäufer kann auf diesemWege am sichersten und schnellsten und auf die wohlfeilste Weife seine Waare em-pfehlen, und der Käufer findet im Muster Gelegenheit, sich von dem Besten undVorzüglichsten jedes Gegenstandes zu unterrichten und danach das von ihm zu Su-chende auszuwählen. — Die polvtechnische Ausbildung als Zweck des Institutswird aber auch noch durch schriftliche und bildliche Mittheilung befördert; und zwardurch Werke von polytechnischen Vereinen herausgegeben, worin die Fortschritteder technischen Gewerbe im In- und Auslande populair beschrieben und durch bild-liche Darstellung anschaulich und begreiflich gemacht sind, wie dies in den polytech-nischen Jahrbüchern, Journalen und Flugblättern ic. geschieht. Soll aber derGewerbtreibende von den Fortschritten seines Fachs genügend unterrichtet werden,so haben die Vereine dafür zu sorgen, daß die Darstellung der lesenden Elaste ange-niesten und dabei möglichst wohlfeil in ihre Hände zu bringen sei. — Die Größe,die Naturerzeugnisse und die Bedürfnisse eine« Landes werden zwar jedesmal indem Plane eines polytechnischen Instituts einige Änderungen nothwendig machen,im Allgemeinen muß aber bei Einrichtung einer solchen Anstalt die Vervollkomm-nung der Gewerbe nicht aus den Augen verloren werden. Je lehrreicher man indiesen Einrichtungen vorschreitet, desto schneller zerfällt kann das veraltete Zunft-wesen; der Mensch wird dann weniger zur bloßen Maschine herabgewürdigt; derTribut, der eine lange Reihe von Jahren dem Auslande für Fabrikwaaren hat ge-zollt werden mästen, hört auf, und es gewinnt dadurch sowol der Verfertiger derWaare als der den Gegenstand Bedürfende. Beurtheilt man nach diesem Maß-stabe die berühmtesten polytechnischen Anstalten Europas , so zeigt sich das wienerInstitut, unter der Direction des Reg.-R.Prechtl, dem Ideal am nächsten. Schon1803 wurde von der k. k. Hofkammer die Errichtung einer Centralbildungsanstaktfür Handel und Gewerbe in der Hauptstadt als nothwendig anerkannt; allein erst

1814 konnte der Plan durch Ankauf und Ausbau eines pastenden LocalS ausge-führt werden. Mit diesem wiener polytechnischen Institute, welches am 3. Nov.

1815 eröffnet wurde und 1816 206 Schüler, 1823 aber 780 Schüler zählte,ist eine besondere Realschule oder Dorbereitungsclaffe für das polytechnische Insti-tut, in welcher Religion, deutsche, franz. und ital . Sprache, Elementarmathe-matik, Geographie, Geschichte und Naturgeschichte gelehrt wird, verbunden.Diese Realschule hat ihre besondern Sammlungen für Mineralogie und Zoologieals Hülfsmittel des Unterrichts. Außerdem zeichnet sich das wiener polytechnischeInstitut dadurch aus, daß in die technische Abtheilung noch die Geodäsie ausgenom-men ist, und daß in einem Locale der Anstalt sich besondere mathematische und me-chanische Werkstätten befinden, in welchen die Modelle und Apparate sowol für dasmechanische Eabinet alS auch die zur Erläuterung der mathematischen Lehrfächer be-stimmten gefertigt werden. Endlich bildet das wiener polytechnische Institutzugleich einen Verein zu Beförderung der Nationalindustrie, indem es aus demHandelsstande und den Fabrikanten einige Mitglieder wählt. Dieser Verein setztjährlich Preise für die Erfindungen und Verbesserungen im Felde der technischenKünste aus, und bringt zugleich das gewerbtreibende Publicum in nähere Verbin-dung mit dem Institute, welches dadurch Nachrichten und Mittheilungen von Er-findungen und in einzelnen Fällen praktische Belehrung erhält. (Dgl. die vom Di-rector Prccbtl herauSgeg.'»Polytechnischen Jahrbücher", wovon 1827 der 8. Bd.erschienen ist.) — Die pariser polytechnische Schule wurde 1796 nach Monge'sPlane gegründet und 1816 mit wenigen Änderungen neu vrganisirt. Die Bestim-mung derselben ist die Bildung von Zöglingen für besondere wissenschaftliche EorpS,namentlich für d e Artillerie, das Geniewesen, den Brücken- und Straßenbau. DerUnterricht in derselben für ungefähr 300 Zöglinge verbreitet sich über die mathemati-schen, physischen und chemischen Wissenschaften, nebst den zeichnenden Künsten.