686 Polytheismus
Nach vollendetem CursuS werden dieZöglinge in Classen von 20 Individuen vertheilt,die sich in besondern Sälen 6 Stunden des Tags mit der beschreibenden Geometrie(«looiMii i« >i,'.->e, si>ii,l'), und 3 Stunden mit Zeichnen in e. Locale beschäftigen,wo alle dieFortisieation u.prakt.MechaiukbetreffendenModelle aufgestellt sind.ZweiTage in der Woche werden die Zöglinge in einem besonder» Laboratorium werkthä-,tig geübt. Seit 1823 steht die polytechnische Schule nicht mehr unter einem Imspectionsconseil, sondern wird, unter dem «Lchutze des Herzogs von Angoulömeund der 2lutorität des Vlinisiers S taatSsecretairS des Innern, von einem Gouverneurund Untergouverneur tirigirt. S.Fourcy'S„lIi!>t.(!,- Ho!« ,>o!vi«c!>i>i-,o«"(Pa-ris1828). — Das ständische technische Institut in Prag , dermalen unter derDi--reotion des Waffe» baudwectorS Ritter v.Gerstner, besitzt zwar nicht wie das wienerein so schönes Fabrikproductencabmet, leistet aber dennoch als Lehranstalt in dentechnischen Fäch.rn, zu denen hier noch die ökonomischen, forstwirthschafklichen undBergbauwiffenschafken, mit Ausschluß der HandelSwissenschasken geschlagen sind,außerordentlich viel. Das Institut besitzt eine reiche Sammlung von Werkzeugenzur Betreibung der Gewerbe, besonders im Fache des Bauwesens, des Bergbaus,der Ökonomie und der Uhrwerke. Diese Anstalt bildet schon seit einer Reihe vonZabren geschickte Ökonomie: und Forstvei Walter, Maschinenbauer, Baumeisterund Aufseher von Fabriken. — In München besteht eine Baugewcrksschule undeine königl. mechanisch-polytechnische Sammlung, in welcher alle bei der Akademieder Wissensch., der Feiertagsschule, der Ministerial: und der Forsibuchhaltung,der Generalbergwerks:, Salinen-, und Münzadministration, der Steuerkaiasier-,commission und andern Anstalten befindlich gewesenen Modelle, lehrreich geordnet,aufgestellt sind. Hier können Künstler und Gewerke durch Betrachten, Zeichnenund Motelliren, nach den besten Mustern, sich in den mechanischen Künsten übenund vervollkommnen. Der Conservator der Anstalt, dermalen Oberbauraih Am-,mon, sorgt dafür, daß alle von Wißbegierigen gewünschte Aufschlüsse über Gegen:stände der polytechnischen Sammlung so befriedigend als möglich ertheilt werden,und stattet Bericht ab über alle neue Erwerbungen des Instituts, wobei vorzüglichdaraus mitgerechnet ist, im ganzen Reiche die Aufmerksamkeit der Fabrikanten undGewerbetreibenden auf den Zweck der allgemeinen polytechnischen Sammlung zulenken. — Ähnliche Anstalten sind das berliner polytechnische Institut (vgl. die„Verhandlungen des Vereins zur Beförderung des Gewerbfi.ißes in Preußen"),die am 2. Jan. 1823 in Nürnberg eröffnete polykechn. Schule und die 1828 inDresden eröffnete technische Biltungsanstalt. Das Neueste in polytechnischer undcommerzieller Hinsicht liefern in zweckmäßiger Auswahl 2 gut redigüte Zeitschriften:ll.Dingler'S „Polytechnisches Journal" in Monatsheften, und des k. sächs. Zehnt-,ners Hasse „Elbeblätter", polytechnischen Inhalts (Leipz. von 1825 — 28). 88.
Polytheismus, Vielgötterei, oder der Glaube und die Der:ehrung vieler Götter, ist die Religion der sinnlichen Völker, denen das Göttliche inebenso viele Gestaltungen zerfällt, als die Welt ihm Erscheinungen darbietet, die seineBewunderung vor Allem anziehen. Er steht sonach dem Monotheismus (s.d.),dem Glauben an Einen Gott, entgegen, oder insbesondere der geoffenbarten Re:ligion, die allein mit dem festen Glauben an die Einheit Gottes desMenschen Geisterleuchtet. In der frühesten Offenbarung, die den ersten Menschengeschlechternmitgetheilt, von den sogen. Erzvatern fortgepflanzt, als aber die Völker des Erd-,kreises sie fast gänzlich verloren hatten, durch Moses dem Hause Israel von NeuemünS Herz gelegt und zu einem Eigenthume des „Volkes Gottes" gemacht ward,war der Glaube an Einen Gott den Menschen überliefert, und die höchsteOssenba-,rung durch Christus Jesus setzte denselben als die unbedingte Wahrheit voraus,erhob ihn aber erst recht zur Seele des ganzen religiösen Lebens. Indeß lebte er,obwol vielfältig verdunkelt, auch in allen den Religionen fort, die einen höchsten