Band 
Achter Band. O bis Q.
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6!)4 Pomologie

zrl Kronenberg, Christ, schlägt vor, 8 Familien anzunehmen: Calvillen, Renrt«ten, Pepings, Parmänen, Kantenäpfel, Plattäpfel, Spihäpfel, Kugeläpfel.Diel ordnete die Obsturten nach der innern Beschaffenheit derselben. Das der Na-tur sehr angemessene System von Fritsch, welches zugleich das neueste ist, ent-hält 2 Hauptclaffen: Kugeläpfel und Kegeläpfel, und benutzt die Kantenäpfel nurals Unterabiheilung, da sie unter allen Grundformen erscheinen. Die Ordnungenwerden durch die Farbe bestimmt, und beim Geschlecht ist Geruch und Geschmackals EintheilungSgrund angenomnien worden. Auf ähnliche Art hat man auch Ein««Heilungen der andern Obstarten versucht, z. B. die Einkheilung der Birnen nachder Form in b Classen (Sickler); nach der Reifzeit in 3 Classen (Christ); nach demFleische, -Laste und Geschmacke in 6 Classen (Diel); nach der Gestalt (Fritsch)in Rund - , Spitz- und Langbirnen, deren Ordnungen nach der weißen, grünen,rothen, grauen Farbe oebildet sind. Pflaumen hat man bisher allezeit nach derForm bestimmt (längliche und runde Pflaumen, Mirabellen, Schlehen); .Kirschenj» süße und saure, deren Unterabtheilungen von der Farbe des Saftes und der Härtedes Fleisches genommen werden; Pfirsichen unterscheiden sich in wollige und glat.le, deren Gattungen (z-rrlwr, s,a,in«, rinle-ncr, Inu^non«) durch das Fleischund den ablösigen Stein näher bezeichnet werden. (Gute Abbildungen und Be»schreibungeu der Obstsorten haben geliefert Manger in der „I'»u,o,,u lrani-onicu",Kraft in der „l'rnnona <1U5I, iuiui", Sickler in s.,,Gartenmagazine"; auch gehörenhierher Sickler's Nachbildungen der Früchte in Wachs, sowie die italienischen incararischem Marmor). Von dem Gesichtspunkte der Benutzung angesehen, theiltder Pomolog das Obst ein in Tafelobst, Wirkhschafksobst und in Hantelsobst.Auni Tafelobst wird eine angenehme, in die Augen fallende Gestalt nebst feinem Ge-schmack ei federt. Hierher gekoren von den Apfeln die Calvillen, Pepings, Gold-stieläpfel, Antillenäpfel, weiße Ltetliner; Forellenbirnen, Bandbirnen, Peters«Hirnen; die Blutpsusiehe, Ilnuilliiw, älugilrbnne,»u--- l,!a,><-; die z>t Saft

und Eingemachtem zu benutzenden Himbeeren, Johannisbeeren, Nüsse w. Wirlh-schaftsobst betrachtet man, nachdem es Vorzüge beim Kochen, Backen, Welkenbesitzt. Als Fabrieationsobst sind die Birnen und Pflaumen zum Svrup brauch-bar, der Wein unter allen ganz vorzüglich wegen seines angenehmen Products, dasman bisweilen durch Apfel, oder Birnenmost (Cyber) zu ersetzen sucht; hierher dieBereitung des Kirsch-, Himbeer-, HetdelbeersafteS, die Fertigung des Obst-branntweins, des Ols aus Nüssen und Kernen, die Benutzung des schlechten Ob-stes zum Viehfutter und mehrer andrer Beeren, wie Holländer, als Arzneimittel.Die Benennung Handelsobst betrifft die vorzüglich in Ruf gekommenen Lotten:Borsdorfer, rothe Stettiner, Safranäpsel, gebacken« Pflaumen und Kirschen w.,deren Verkauf für viele Länder ergiebig ist. — Mittelst ihres zweiten Theils, derObstbaumzucht, schließt sich die Pomologie an die Ökonomie an, da sie sich mit denMitteln beschäftigt, die Bäume zu pflegen und zu erziehen, und durch ihren Er-trag gehörigen Nutzen aus Grund und Boden zu ziehen. Hierher gehört zuerst dieVermehrung der Obstbäume und Sträucher: .,) durch den Samen oder die Kern«linge, die als Grundstämme für die zu veredelnden Sorten unentbehrlich sind; !,)die Vervielfältigung durch Wurzelauöläufer, welche sich am besten für die Sträu-cher, nicht so gut für die Bäume schickt; c) die Vervielfältigung durch Schnittlinge(abgeschnittene Aste, die in die Erde gesenkt werten) beim Weine, Quitten, Jo-hannisbeeren am besten; ci) das Anhäufeln, indem man einen jungen veredeltenBaum über der Impfst,lle oder einen Kernling tief unten abschneidet, wo er dannZweige auStrcibt, an welch« Erde angehäufelt wird, die, sobald sie Wurzel geschla-gen haben, abgesondert werden; e) die Vermehrung durch Zertheilung und Einle-gung von Wurzeln, durch die Veredlung der Wurzelstücke, wodurch neuerlich ei-ne fast unglaubliche Vervielfältigung der Bäume bewirkt worden. Das Baum-