Band 
Achter Band. O bis Q.
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696
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6!)y Poinologie

Unteragen ailszusuchen hat, z.B. Johannisäpfel für die Franzäpfel, Quitten fürdie Funchirn-n. Auch beruht darauf tue Darstellung der Obstorangerie, der Bau--me inKubeln und Äschen: eine neue liebllche Erfindung, wodurch auch derLiebha-ber, >er k unen Gartenrauin besitzt, in den Lkand gesetzt wird, sich einen Obstgar-ten i» Kleinen zu versthaffen, wozu D el eine deutliche Anweisung schrieb. Halb-flämuc sieben zwischen beiden Classen in der Mitte, ihre Krone breitet sich 2 Ellenhoch >on der Erde aus. Die Gestalt des künftigen Baumes hängt vom Baum-schnite ab, der eine der wichtigsten und schwersten Gartenkünste ist, w-nl fast jedeSort eines andern Schnittes bedarf. Bei der Obstorangerie und den Espalierbaw-men t? der Schnitt zur Hervorbringung der Früchte unentbehrlich. Je stäi ker derBaun geschnitten wird, desto stärker ist der junge Trieb. Besondere Rücksicht istbeim Schnitt auf fruchtbare Äste (die man an den blumentragenden Knospen er-kennt zu nehmen; unfruchtbare und Masserrciser werden entfernt, und dabei mußimme- die pyramidaltsche, kesstls-rmize, kugelförmige oder fächerförmige Form desBauneS im Auge behalten werden. Mtt Erfolg wendet man auch mehre Kunst-mitte an, die Obstbäume zum Tragen zu zwingen und ihre Fruchtbarkeit zu erhö-hen, B. das Beugen der Zweige um einen Reif, das Schröpfen der Bäume, dieÄblöjing der Schale in Ringsor-u:c. — Früher als die Obstkunde ward die Obst-bamrzucht in Europa ausgebildet; schon die Romer h elteu die aus den wärmernKliMitcn Griechenlands (Kirschen), Armeniens (Aprikosen), Syriens (Pfirsichen,Pfiaimen) mitgebrachten Bäume wcrrh, als Beule ihre Triumphe zu schmucken.Birgt ertheilte seinen Landsleuten praktischen Unterricht in dieser Kunst. Sehrlang« beschränkte sie sich auf Italiens warmen Himmel; nach Galliens Eroberungivardsie auch hierher verpflanzt; schon unter Konstantin d. Gr. »erstanden die Emw.von Saris, »ach Juvenal , vorzüglich Feigenbäume uiid Wemstöcke durch Bececkuuzmit E'rohmatken gegen die Wüuerkälte zu schützen und reise Früchte zu erziehen.In Deutschland begründete den Obstbau zuerst Karl d. Gr. durch Befehle, welcheer ins „Capuularien" den Ausschern seiner kouigl. Häuser wegen Behandlung kerGärtn gab. Er ordnete a», ui allen s. Gärten zu pflanzen: Spierlinge, Hasebnüsse Quitten, Mispeln, Mandeln, Feigen, Nasse, Kastanien, Pfirsich»», Maul-Heerbanne und verschiedene Sollen Apfel, Pflaumen, Birnen. Mehr noch alsdiese besetze bewirkte der Orden der Benediciiner die Verbreitung derOdstbaumzuchtin D uis.bland, welche sich den Anbau des Wemflocks vorzugsweise angelegen seinließet. Ebenso forderlich waren die Züge deutscher Kaiser nach Rom und die Kreuz-züge, wo die Deutschen mu den üppigen Genüssen des wärmern Himmels bekanntwurdm, welche durch die Handelsverbindungen der reichgewordenen südteiuschenRcicisflädie leicht verbreitet werden konnten. Im 16. Jahrh, fand man schon großeObstgärten in Augsburg, Ulm und Nürnberg , wo 1621 Knabe s. „1l>u t>j,cnnu-logst' berausgab. Endlich nahmen auch deutsche Fürsten den Obstbau in beson-dern Schutz, und 1636 erschien ein „O bstgartenbüchlem' von dem Kurfürsten Au-gust zi Sachsen . Dessenungeachtet blieb die Obstculmr »och auf einer sehr niedri-gen Ltufe, bis die Zahl der feinen Läorren aus den Baumschulen der berühmten Kar-thau!' z» Paris in Deulschkand (als Franzcbst) verbreitet ward. Zu der Zeit ver-danke Frankreich dein berühmten Gärtner Ludwigs A OP Q.uimmy.fei'nerGirardet,Duhamel, die wissenschaftliche Grundlage der Pomologie, da Ersterer eim svste-matiche Übersicht aufstellte, und Letzterer ein classisch«» ÜLerk über diesen Gegen,standschried. In den fl-iederlandeu erreichte die Obstcultur, unterstützt durch nul,des Klima und unerschöpfliche Fruchtbarkeit des Bodens, praktisch eine hohe Aus-bildung und wird noch gegenwärtig sehr betrieben. Vorzügliche Garienanlagen undObsirlantagen in Deutschland sind die zu Herrenhaus'!! in Niedersachsen , zu Podie-brad in Böhmen vom Dechant Röslcr; das Joanneum zu Gräh in Sleiermark,voiu Erzherzog Johann von Ostreich; die un großen Garten bei Dresden , vom