Poinona Pompadour 691
?1mtshauptmann v.Carlowitz; die von Diel, Christ und von Sickler emgerichtetenBaumschulen. Unter den Deutschen haben Verdienste der Pastor Henne, Otto v.Münchhausen, der Oberpfarrer Christ zu Kronenberg, welche zugleich als Schrift»st l.'er bekannt sind. Diel hat sich vorzüglich um die theoretische Pomologie, umdie systematischeAbklassung und die Charakteristik der dorten; Christ umdiePrarisdurch die Verbreitung der zum Obstbau nöthigen Kenntnisse und Handgriffe, undSickler durch die stärkere Erweckung des Sinnes für dieses Fach, mittelst s.„ObstgärknerS", verdient gemacht. Nicht minder tragen mehre pomologische Ge-sellschaften, wie die zu Altenburg (in Sachsen, seit 1103), die in Ungarn , dielondner Gart.nbaugesellschaft, der berliner Gartenbauverein, der pomologischeVerein in Guben (m der Lausitz ), zur Verbreitung guter Obstsorten und zur Ver»besserung der Obstculkur bei; auch sind sie bemüht, die Pomologie durch genaue Er-forschung der vorgefundenen Arten, durch Kritik der verworrenen Lchnonnmen unddurch systematische Anordnung der pomologischen Kenntnis, zum Range einer Wis-senschaft zu erheben. Die Altenburg. poniolog. Gesellschaft gibt seit >821 „Annalender Obstkunde" heraus. M. Raschig, „Die Obstbaumzucht im Kleinen undGross-»" (Berlin 1821). I.
Pomona, bei den Römern, eine schöne Nymphe, welche den Gartenbauliebte und Fruchtbäume anpflanzte und pflegte. AlleGottheiten der Felder bemühtensich vergebens, ihr ,u gefallen, am meisten VerrumnuS. Dieser nahm tausend Ge-stalten an, um sich ihr zu nähern. Einst erschien er als altes Mütterchen und erzählteihr mehre traurige Geschichte» von Frauen, die, wie sie, der Liebe Hohn gesprochen.Dadurch wurde sie gerührt, und VeriumnuS, der die Gestalt eines Jünglings wiederannahm, gewann sie zur Gemahlin (OviL'S „Met.", Xl V, 622 rc.). Den Griechenwar Pomo"a unbekannt. In Latium ward sie als Göttin des Gartenbaues und derBaumz.ichtverehrt, und ihrwurden sürdieErhaltung derFeldfrüchteOpfer gebracht.Aufalten Denkmälern ist sie bald als eine schöne Jungfrau bekleidet dargestellt, welcheauf einem Korbe mir Früchten sitzt und reich beladene Zweige von Fruchtbäumenauf dem Schoße und in der Hand hat, bald nackt an einen Kaum gelehnt, woranein Korb .mt Früchten hängt, in den Locken eine Fruchlschnur und Obst in denHänden.
Pompadour (Ieanne Antoinette Poisson, Marauise de), Geliebte Lud-wigs X V., in dessen Gunst sie der Frau v. Chateauroup folgt-. Sie war 1120geb., die T. eines unterhaltenen Frauenzimmers und eines Landmanns vonFertcrsous-Iouarre, der durch den KornhaudelEtwa? gewonnen hatte, aber wegen Unter-schleise verfolgt wurde. Man hatte sie 1111 an den Unterfinanzpachter d'EtioleSverheirarhet. Sie war wohlerzogen, klug, liebenswürdig, reich an Anmuth undTalente», von Natur mit einem guten Hermen und einem richtigen Verstände aus-gestaltet. „Ich kenne sie sehr gut", sagt Voltaire von ihr, „ich war sogar der Ver-traute ihrer Liebe. Sie gestand mir, daß sie immer ein geheimes Vorgefühl ge-habt, sie werde einst voi» Könige geliebt werden, und daß sie, ohne es genau zu er-gründen, eine heftige Neigung für ihn gefüblt habe". Dieser Gedanke, der in ih-rer Lage abenteuerlich scheint, entstand dadurch, daß sie oft den Jagden des Königsin dem Holze von Senar zusah. Tournehem, der Liebhaber ihrer Mutter, hatteein Landhaus in der Nachbarschaft. Madame d'EtioleS erschien in einer artigenCalcschez der König bemerkte sie'und schickte ihr oft Wildpret. Endlich gelang es,sie dem Könige zuzuführen, dessen ganzer Gunst sie sich schnell bemächtigte. AlsMarguise de Pompadour wurde sie 1115 bei Hofe eingeführt. Sie genoß des höch-sten Ansehens, mischte sich aber anfangs nicht viel in die öffentlichen Angelegenhei«tcn, sondern begnügte sich, al« eine Gönnerin der Gelehrten und Künstler zu er-scheinen. Sie sammelte Bücher, Gemälde und Seltenheiten, und trug zu derEinrichtung der Mnitairschule "bei, deren Gründer Paris du Verney war. Als