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Popularität
nicht in den populairen Vertrag, daher es ein Mißgriff scheint, Philosoph. System«,wie Schad mit Fichte's Wissenschaftslehre versuchte, poputarisiren (gemein;verständlich mache») zu welle», denn die Sprache des gemeine» Lebens kann dieErgebnisse der Philosophie zwar ausdrücken, aber Dem, der an kein philosophischesDenken gewohnt ist, immer nicht verständlich machen, aus welchem methodischenWege diese als reine Ergebnisse der Untersuchung gesunden worden sind. Die all;gemeinen Wahrheiten aber, welche in die bei dem Volksunterrichte angewendeteReligion«und Litienlehre gehören und sich mit biblische» Aussprüchen und Gleich,Nissen unterstützen lassen, sowie die Wahrheiten der Mathematik, die sichln derErfakrung anschaulich machen lassen, die Folgerungen, die der gemeine Menschen»verstand aus der Etfahining zieht, und überhaupt Gedanken, die auf histor. Grunderuhen, eignen sich ihrer Natur nach für den populairen Vertrag, weil man beiihrer Behandlung auf das Bekannte und Individuelle bauen und die nöthigenVorkenntnisse bei s. Lesern oder Zuhörern voraussetzen kann. Die Popularität derAnordnung und Sprache wird durch dieselbe Federung der Verständlichkeit für dasVolk bestimmt. Das Volk im engern Sinne, wohin billig alle Diejenigen gerech-net werden, denen die streng wissenschaftliche Bildung abgeht, liebt einen leichtfaß»lichen Gang der Darstellung, in dem der abzuhandelnde Gegenstand durch Bei-lstiele und Beweise aus der tägliche» Erfahrung anschaulich wird, und einen ein-fachen , deutlichen, lebendigen und kraftvollen Ausdruck. Worte, die an die Kunst-sprache einer Philosoph. Schule erinnern, gelehrte Kenntnisse voraussetzen und über-haupt der Umgangssprache fremd sind, vermeidet die Popularität; auch verbietetihr der gute Geschmack, ebensowol ausländische, noch nicht eingebürgerte, oderleicht übersehbare, als poetisch schwülstige oder gar willkürlich gegen den Sprachge-brauch gebildete Ausdrücke und Phrasen zu gebrauchen. Die Postulate und Kate-gorien, die Ankbropophagen und Hyperboräer, die Niäserien und Manipulationen,die gefiederten Bewohner der Lüste und liebesglutfunkelnden Blumenaugen, die an-wuthgefällige Himmelberosin und die entlangweilenden Wonnelustrvinkirmen (ausWolke's „Anleit. zur deutschen Gesammtsprachc"; anmurhSgefällig bedeutet durchAnmuth gefallend, Himmelberosin die Morgenröthe, Wonnelustwinkinnen sindMädchen, die zum Genuß einladen) sind in Schriften und Vorwögen, welche aufPopularität Anspruch machen, dem Gebildeten ebenso widerlich, als dem Ungebil-deten dunkel. Dagegen darf man jedoch, um xopulair zu sein, keineswegs zurSeichrigkeit und Gemeinheit Herabsinken. Ein »»gründliches, verworrenes Ge-schwätz, das gemeine Dinge mit pöbelhaften Worten abhandelt, wird auch die nie-dern Stände wenig unterhalten und noch weniger belehren, und die platten Späßevon Boten und Schenkwirthen, mit denen einige Volksschriftsteller ihre Darm Ilungbeleben zu müssen glaubten, scheinen nicht mehr nöthig, um sich Eingang bei demVolke zu verschaffen, da« den Unterschied seines wirklichen Lebens und Treibensvon solchen erkünstelten Nachbildungen gar wohl empfindet. Nicht um sich und ihreIdeen gemein zu mache», sondern um die Gemeinen zu sich heraufzuziehen, beflei-ßigen sich wahre Gelehrte der Popularität, wenn sie zu der Menge reden. Siestellen sich in den Gesichtspunkt des Volks; sie wählen Stoff und Form ihres Ver-trags nach den Bedürfnissen Derer, für die er bestimmt rst, und schließen sich an dieunter dem Volke verbreiteten Kenntnisse und Ansichten an; sie geben zu, daß einSchriftsteller wie Kotzebue , der sich ganz nach den Wünschen und Gesinnungen derMenge bequemt, bei einem Pubsicum, wie es eben ist , allgemeiner beliebt werdenkonnte, als die größten Dichter und Redner des Jahrh.; sie wundern sich nicht,baß ein durch Reichthum und Einfluß bedeutender Theil des Volks, der nur leichtberührt und gereizt, aber eben nicht gerade viel unterrichtet und gebessert sein will,an dem Mittelgut« der franz. Literatur, welches (das Heranziehen auf einen hohemStandpunkt ausgenommen) alle Vorzüge der Popularität in sich vereinigt, noch