Band 
Achter Band. O bis Q.
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713
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Popen Popularität 113

lang von P.'S und einiger Freunde Briefen herausgegeben worden. So entrüstetdieser sich auch zeigte, so ward doch von Einigen vermuthet, daß er diese Herausgabeunrer der Hand begünstigt habe, um dadurch einen hinreichenden Anlaß zur Heraus-gabe einer Briefsamnilung (1731) zu bekommen, ohne von Seiten Derer, die dabeibeiheiligt waren, einen Widerspruch finden zu muffen. Diese, sowol in Ansehungder äußern Form als auch wegen ihres Gehalts anziehenden Briefe fanden einegünstige Aufnahme. P.'s letzte Arbeiten waren 2 neue Satyren, welche nach demJahre, worin sie geschrieben wurden, die Überschrift „8eventcou bnnürecl ancklüiilg- oiglit" führen, und ein 4. Buch der „Dunciade". Erstere hatte er aufAn-trieb des Prinzen von Wales , mit dem er in genauer Verbindung lebte, letzteresaufAntrieb Warburlon's geschrieben, der sein lüerarischer Kampfgenoß gewordenwar. Zm Ganzen war dieses 4. Buch der „Dunciade" weniger persönlich. Nurder wohlbekannte Collev Cibber, damals gekrönter Poet, wurde derb mitgenommen,und als dieser sich durch ein Pamphlet rächte, worin er einige lächerliche Geschichtenvon P. zum Besten gab, wies ihm P. in einer neuen Ausgabe s. Gedichts denersten Platz unter den Dunsen an, den bisher Theobald eingenommen hatte. EinAsthma, zu welchem sich noch andre körperliche Leiden gesellten, hinderte ihn, seineweiter» Plane zu verfolgen, und machte d. 30. Mai 1744 seinem Leben ein Ende.Er wurde zu Twickenham beerdigt, wo der BischofWarburton, der auch späterhin(1752) zu London s. Werke in 9 Bdn. herausgab, ihm ein Denkmal setzen ließ.Die beste Ausgabe s. Werke ist von Warten 1797; die von Bewies ist parchcnschfeindselig; Dusch hat P.'S Werke deutsch überseht (Altena 1758 — 83 , 5 Bde.).Den Auffoderungen, die katholische Religion zu verlassen, hat er standhaft wider-standen, ikeils aus Gleichgültigkeit, theils um seiner Mutter keinen Kummer zumachen. P.'s moralischer Charakter ist durch das Gesagte schon angedeutet. NachBeifall begierig, war er für Schmeichelei empfänglich, durch Tadel aber leichtzur Rache gereizt. Diese Reizbarkeit und Neigung zur Hinterlist verrathen einegewisse Kleinheit des Geistes, die vielleicht mit seiner körperlichen Schwächlichkeitzusammenhing. Außer Swift und Gay hatte er wenig Freunde, denn sein reiz-bares und bitteres Gemüth war nicht zu vertrautem Umgänge geeignet. Auch hatteer keine Lichtung für das weibliche Geschlecht. Aber er war auch edler Gesinnungenfähig und schätzte s. Unabhängigkeit. Geld, hohe Verbindungen und Lebensgenußwaren ihm keineswegs gleichgültig. Als Dichter war er zwar arm an Erfindung,aber in der Versification, in Schönheit des Ausdrucks und äußerer Eleganz ist ervon keinem engl. Schriftsteller übertroffen worden. Als Prosaist hat er ebenfallsEpoche gemacht.

Popen (La>',, das deutsche: Pfaffe) heißen die Geistlichen in der griech.Kirche. Die obersten Priester heißen Protopopen.

Popularität, Volksmäßigkeit, ist ein Begriff, der bei den Römern inpolit. Beziehung gebraucht wurde, und die Gunst bezeichnete, welche sich die Vor-nehmen durch Leutseligkeit und Freigebigkeit bei dem Volke zu verschaffen wußten.Die Herablassung der Fürsten , Staatsmänner und Beamten zu den Begriffen undWünschen gemeiner Leute ist noch jetzt ein Bestreben, sich populair, d. h. beimVolke beliebt zu machen, wobei es bisweilen nur darauf abgesehen ist, für schöneWorte u. s. w. die freie Verfügung über die Mittel und Kräfte des Volks einzu-tauschen. Verschieden von dieser politischen ist die oratorische Popularität, welcheSchriftsteller und Redner sich aneignen müssen, die dem sogen, großen PublicumEtwas vorzutragen haben. Sie besteht in der Kunst, Begriffe, die dem gesunt-n,aber im wissenschaftlichen Denken nicht geübten Verstände erreichbar sind, in einerallgemein verständlichen, der Vorsiellungsweise des Vo°ks angemessenen Anord-nung und Sprache vorzutragen. Ideen, die über dem Gebiete der Erfahrung lie-gen und sich zu keiner unmittelbaren Anwendung auf das Leben eignen, gehören