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der Abfassung eines monarchisch-,repräsentativen StaatSgrundgesehes beschäftigensollte. So hatte Frankreich ohne Waffengewalt das demokratische Princip inPortugal besiegt und durch den von Ramalhao aus geleiteten Umschwung derDinge in Lissabon die spanische Constilution in den Rücken genommen undüberflügelt.
Zwar bekämpften sich auch in Portugal fortwährend die beiden Systeme, wel»ehe ganz Europa bewegen, das alte und das neue; allein das System der Mäßi-gung durch welches der milde und gerechte Johann V l. die Parteien versöhnen wollte,herrschte dort ebenso sehr vor, als in Wpanien das System der Strenge, welchesden Fanatismus zu Hülfe rief, der den Sieg zu erringen hoffte über Vernunft undZeit. — In Portugal war die Königin der Stützpunkt der theokratsichen Parteiund der Äbsolutisten, welche, mit Spanien und Frankreich in Verbindung, derEinführung einer Constitulion entgegenarbeiteten. iLsie hakte bisher Alles von ihrerQuinta zuRamalhao aus geleitet; jetzt (am 18. Juni) hielt sie in Lissabon ihrenEinzug und sah nach langer Trennung den König wieder zu Bemposta. EinigeTage später zog auch GrafAmarante mit s. Schar von 3000 M. in die Hauptstadtein und wurde zum Marguis von Chaves I ernannt, mit einem Grundeink. von6000 Gld. auf 3 Menschenalter. Seitdem fing die Polizei unter der Leitung derÄbsolutisten an, die Anhänger des constitutionnellen Systems zu verfolgen. Mit-glieder der CorteS, Officiere, Beamte, Kaufleute wurden in die Provinzen, undGeistliche in Klöster verwiesen, alle geheime Gesellschaften verboten, insbesonderedie Verbindung der Freimaurer , denen man den größten Einfluß auf die portug.Revolution Schuld gab. Der Oberbefehlshaber des Heeres, Infam Don Miguel,dessen Generalstab aus entschiedenen Gegnern des neuen ConstümionSplaneS vomhohen Adel bestand, ersetzte die alten Obersten und Officiere fast sämmtlich durchAnhänger seiner Partei, wodurch die Mannszucht in Verfall gerieth. Zu gleicherZeit erhielt das neue diplomatische Corps in Lissabon Einfluß aus die öffentlichenAngelegenheiten; insbesondere der franz. Botschafter, Baron Hyde de Neuville.Mehre europäische Höfe, namentlich Rußland , wünschten dem Monarchen unddem Infamen Glück zur Wiederherstellung der rechtmäßigen Ordnung und über-sandten denselben ihre Orden. Indeß zeigte sich bald, daß der britische Hof durchs. Botschafter, Sir Edw. Thornton, s. frühern überwiegenden Einfluß geltend zumachen wußte. Das porrug. Cabinet schwankte jedoch lange in s. System, weiles die Freundschaft aller großen Mächte suchte, um durch ihre Mitwirkung Brasi-lien der Krone Portugal zu erhalten. Der erste Schritt, den der König deßhalbbei s. Sohne in Rio-Ianeiro that, hatte keinen Erfolg. Die portug. Commissa-rien durften nicht einmal ans Land treten, und der Kaiser Don Pedro weigerte steh,die Briefe s. Vaters und Königs anzunehmen. Auch die Besatzung von Bahia,welches bisher allein noch dem Mutterland« treu geblieben war, kehrte im Dec.1823 nach Lissabon zurück, und die portug. Besatzung von Monte-Video übergabdiesen Platz am Ende d. Nov. den brasst. Truppen unter dem Baron v. Laguna(General Lecor), welche ihn aber erst am 2. Mä'-z 1824 in Besitz nakmen. Nuntraf man zwar in Lissabon Anstalten zu einem Kriegszuge gegen Brasilien ; alleinder Schah war erschöpft, und die Einkünfte sielen, da der Handel abnahm. Dieportug. Regierung war daher genöthigt, um die dringendsten Ausgabe» zu bestrei-ken, in London »ine Anleihe von 1,500,000 Pf. St. zu 81 vom Hundert abzu-schließen. Noch mehr hemmte den Gang der Regierung der innere Parkeienkainpf;das Minissrium verfuhr um Sinne der Äbsolutisten nicht streng genug gegen dieFreunde constitutionneller Grundsätze; auch der König konnte sich nicht zu durchgrei-fenden Maßregeln entschließen. Daher kam es, daß ein von ihm schon am 18.Dec. 1813 unterzeichnetes Decret, welches alle Handlungen der CorteS und alle*) In der Stadt Chaves halte Amarante den Aufstand gegen dieCortes organisirt.