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Potier Potocki <Zamilie)
1699, gest. 19. Dec. 1172, einer der gründlichsten Kenner des röm. und franz.Recht«. Er brachte die in den Sammlungen Iustinian's enthaltenen Maximenund Grundsätze de« röm. Rechts in eine natürliche u. methodische Ordnung. Diesegroße Arbeit führte er in s. „Pantekten" aus, die in s. Vaterlande weniger geschätztwurden als im Auslande. Seine tiefe Kenntniß des so verwickelten und unsichernIlioil ooulu, liier bewies P. durch s. „lniioüuction ü la Luulu>„e litt >, lern,»"und den sie begleitenden Commentar. Am berühmtesten machte er sich durch s.,,'I'ra'ile!", die er über verschiedene Theile des Rechts verfaßte. Der erste, der denübrigen gleichsam zur Grundlage dient, ist der „kralle <>os obUx.uloiüi", in wel-chem man, wie in den folgenden, einen methodischen Geist, gründliche, klare und be-stimmte Erörterungen, und überdies eine reine u. strenge Moral findet, mit welchers. Leben übereinstimmte. Er war zum Lehrer des franz. Rechts auf der UniversitätOrleanS ernannt. So gewissenhaft er dies Amt verwaltete, so nahm er doch die da-mit verbundene Besoldung nicht an, sondern bestimmte sie zu Belohnungen für diefleißigsten unter seinen Zuhörern. Erentschädigke einst eine Parkei, welche chrenPro-ceß verloren hatte, weil er fand, daß ein von ihm übersehenes Aktenstück von entschei-dender Wichtigkeit für sie hätte sein können. Seine zahlreichen Werke find nur zumTheil gedruckt, und diese sind bei Abfassung des llocle Aaziuleon sehr benutzt worden.
Potier (EharleS), s. Par iser T h eater.
Potocki. In dieser alt-poln. Familie zeichneten sich vorzüglich aus: k.Graf Paul, Kastellan von Kaminiec in Podolien, ein durch Staatsklugheit undGelehrsamkeit bedeutender Mann im 17. Jahrh. Seine Schriften gab der Krön,großreferendar, GrafIos. Andr. ZaluSki, heraus, und fügte eine 6e„eal»^la i'nlu-olii!,».-, hinzu. II. GrosAnlon, des Vorigen Enkel, Sohn des Woiwoden vonSmolensk , Gr. Alexander, und Bruder des Erzbischofs v. Gnesen, Primas v. Po-len, Theodor. Er war Gesandter des Königs August l I. bei der russ. Ka serin Anna,hierauf Woiwode von Belzk, und unter August II I. Marschall des Adels und Ober-hofmarschall der Königin. Seme Reden, die man für musterhaft hält, sind zumTheil in Danevkowicz's „8ua>la l'olnna" abgedruckt. III. GrafStanislaugFe l ix, Großfildherr der poln. Artillerie, ein durch f. Reichthum viekvermögenderMann, welcher großen Antheil an den poln. Unruhen 1788 nahm. Hartnäckig be-harrke er auf der alten Siacusform der Republik , in welcher der Adel beinahe gesetz-los die höchste Gewalt ausübte, und arbeitete der neuen, voni Reichstage beschlosse-nen Verfassung vom 3. Mai 1791 entgegen: eine Urkunde, von deren BestandJedermann die Wiederherstellung des zerrütteten Polens erwartete, die aber eben-deßhalb deni russ. Cabinete mißfiel. P. vergaß so sehr die Pflicht gegen s. Vater-land, daß er, nachdem er zum Umstürze jenes Grundgesetzes die targowiczer Conföde-ration gestiftet hatte, nut den, russ. Hofe in Verbindung trat. Hierauf erließ er,vereinigt mit Rzewuskiund Branicki, im Mai 1792 zu Targowicz eine Erklärunggegen die Constituticn vom 3. Mai, schloß sich dem russ. Heere an, und erlangte sol-chen Anhang, das selbst der schwache König Sianislaus August (s. Poniatows k i)dem targowiczer Vereine beilrat, worauf der unter Rußlands Einstuß stehende undvon P. geleitete Reichstag zuGrotno gehalten wurde. Dieser hob dieConstitu'ionvom 3. Mai auf und unterschrieb die Theilung des Landes, (S. Polen.) Man-che glauben, P. habe selbst nach der Krone gesti ebt. Seit 1793 übertrug ihm Ka-tharina ll. wichtige Geschäfte in Polen und belohnte ihn mit dem Alexander-Newski-orden. Ale aber 1794 die krakauer Conföderatton unter KoSciuszko, Kolontay,Ignoz Potocki u. A. die Vertreibung der Russen aus Warschau u. Wilna zur Folgegehabt hatte, floh er nach Rußland. Das höchste Gericht der Republik machte ihn»den Proceß und verurtheilte ihn als einen Verrathen des Vaterlandes zum Tode.Sein Vermögen ward eingezogen, und s. Bildniß an den Galgen geschlagen. Su-rvproff'S Siege vernichtete» aber auch diese Beschlüsse. Katharina 11. ernannte ihn