Prevost d'ExileS Prevotalgerichtc 848
druck der Empfindung, ihn zu dem Liebling aller Theaterfreunde machte. Nachdemer als Sganarelle und Scapin Lachen erregt halte, entlockte er in den DäterrollenThränen. Vor allen glänzte er in dem „»ereiire U'iü>,,i", in c^ret", im„8o5ie", im „1P->iio", im „11>xiiiv dionl'oirniit". Voll Liede für s. Stand, gaber auch jungen Schauspielern unaufhörlich Räch und Lehren. Seine Unterhaltungwar angenehm, s. Charakter herzlich. 1786 verließ er das Theater, betrat es abernoch einmal 1792 in der Rolle deslloim» liio»l>>iüuni, um seinen durch dieZeitum-stände zu Grunde gerichteten Kameraden aufzuhelfen. Bald darauf begab sich deraltersschwache Greis zu s. ältesten Tochter nach Beauvais , wo er blind im Tec.1799 starb.
Prevost d'Epiles (Antoine Fron, ois), Schriftsteller, geb. d. 1. April1697 zu HeStin in ArtoiS, studirte bei den Jesuiten , in deren Orden er trat. Ervcrli ß denselben nach einige» Monaten und nahm als Freiw'lbgcr Dienste. Da ersich nicht schnell genug befördert sah, kebrte er zwar zu den Jesuiten zui ück, verließsie aber bald aufs Neue und ergriff die Waffen mit größerer Auszeichnung. Als einlebhafter Jüngling überließ er sich dem Rausche der Liebe, deren unglücklicher AuS»gang ihn in den Orten der Benedictiner von Saint-Maur führte. Man versetzteihn nach Saint-. Germain des Präs, den» Mittelpunkte der Gelehrsamkeit diesesberühmten Ordens. Die Studien gewährten ihn, einigen Trost; bald aber erwachtedie Erinnerung an Das, was er entbehre» mußte, so lebhaft, daß er' eine kleine Zwi-stigkeir benutzte, um sein Kloster und den geistlichen Stand zu verlassen. Er begabsich 1729 nach Holland. Da er kein Vermögen hatte, suchte er Hülfoquellen in s.Talenten, Er gab s. zu Saint-Germain geschriebenen „Vlemuiies Nun l>o»>n>elle e,nullte" heraus, und erwarb damit Ehre lind Geld. Seine Zeit war zwischenStudien und Vergnügungen getheilt. Im Haag hakte er ein Verhältniß mit einerliebenswürdigen Frau und ging mit ihr nach England. Die Eigenschaft eines ab-trünnigen Mönchs und unsteten Gelehrten empfahl ihn nicht sonderlich. SeinerAbenteuer müde, hielt er um die Erlaubniß an, nach Frankreich zurückkehren zudürfen, und erlangte sie. Er kam 1721 nach Paris zurück und lebte ruhig unter demSchutze des liebenswürdigen Prinzen Conti, der ihn zu seinem Almosenier und Se-cretair ernannte. Sein Ansehen wurde dadurch »och vermehrt, daß der Kanzlerd'Aguesseau ihn zu der Unternehmung der „I Ntoirr o^nöiale <lv» wählte.
Alles schien ihm ein zufriedenes Alter zu verheißen, als er 1763, auf dem Rückwegevon Chaniillv, vom Schlage getroffen, von den Landleuten gesunden und zu einemPfarrer gebracht wurde. Er schien ohne Leben, und ein herbeigerufener Chirurghatte bereits die gerichtliche Öffnung angefangen, als der Unglückliche die Augenaufschlug, aber nur um zu sehen, auf welche schreckliche Weise er sein Leben verliere.Keine Rettung war möglich. Von Charakter war P. ernst, uneigennützig und men-schenfreundlich, aber leichtsinnig. Er arbeitete mir bewundernswürdiger Leichtig-keit und hatte ein so glückliches Gedächtniß, daß er versichert, nie etwas Gelernteswieder vergessen zu haben. Die erwähnten ,,X1öniuiied ck'ux lxz>,,x>e <Ie c^m,Iil<:g„i lelitü ckli nxnxle" (8 Bde.) sind ein breites, aber wohlgeschriebenesWerk, worin eine reine Moral vorgetragen wird; in der „lilirtoiie üe äl. Oleve-Isixl" (6 Bde.) z<ügt der Vf. sein Talent in fürchterlichen Schilderungen; d e„lli-rloiro elu clievnliei ckes (liieux et üc bin»»,, 1.c;e.'i»t" ist vielleicht sem besterRoman. In s. Romanen verbindet er romantische Erfindungen nul natürlicherCharakterzeicbnung; übrigens find die Engländer darin s. Vorbilder, deren ,,Cla-nffe" und ,,Grandison" er auch ins Franz, übersetzt hat.
P r e v o t a lg e r i ch t e. In der alten Verfassung Frankreichs führten mehreBeamten den Namen l'eöeüt. Der Or->»cl->)ievi>t cke b',a»ce übte mit 2 Ver-wesern (l.ieuleixinls gffnüruux civil;, oeirxinels el cke police) die Gerichtsbar-keit im königl. Schlosse und Hofe aus; der kicvöls ckes i»urcbllix>8 war zu Paris ConversiMonS-Lericon. Bd. VIII. 54