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Probe Proceß (jur.)
ker.) Der Probabilismus in der Moral lehrt nun, man müsse im Handeln den-jenigen Beweggründen folgen, welche dem Handelnden am meisten vernünftig zusein scheinen, denn das Oute werde nur mit Wahrscheinlichkeit erkannt. Nachdem Probabilismus der Jesuiten ist jede Handlung erlaubt, welche durch irgendeinen guten Grund sich empfiehlt, und das bloße Subject hat hier unter denverschiedenen Gründen zu entscheiden.
P robe heißt die Privataufführung eines Tonflücks oder Schauspiels, welchedazu dient, die AuSsührer desselben mit dem Ganten und seinen einzelnen Theilenbckonntzumachen'und in der Ausführung einzuüben, damit sie dasselbe bei derbezweckte» öffentlichen Darstellung vcllkvmmen angemessen, übereinstimmend undineinandergreifend ausführen können. Solcher Proben werden niehre gekolten;bei einem Schauspiele zuerst eine Leseprobe, um sich zu überzeugen, daß die Rollenrichtig ausgeschrieben sind, dann einige vorläufige (ohne Dekorationen und sonsti-ges Aufenwerk) und eine oder mehre Hauptproben; bei einem größern Musikstückeoft zuerst eine Probe beim Flügel oder zur Violine, mit den Sängern, dann eineO.uartetlprobe, um die Hauptinstrumcnte, welche gleichsam die Grundlage sind,einzuüben, dann so viele Proben mit dem vollen Orchester (Generalprobe), alsnöthig sind, um die Musiker und Sänger völlig einzuüben.
Probejahr, s. Noviziat.
Probiren heißt die Anstellung eines kleinen chemischen Versuchs mit Na-turkörpern, um den Gehalt und die Eigenschaften des untersuchten Körpers kennenzu lern,n. Beim Hüttenwesen wird das Wort Probiren und Probirkunst(Dokimasie) aber vorzüglich auf die Untersuchung der Erze und Hüttenproducteangewendet, und man unternimmt die Operationen besonders, um den Metall-gehalt aufzufinden und um die Hüttenprocesse zu controliren.
Procent, s. Zins.
Proceß, in der Chemie, eine Operation der Natur oder Kunst, wobeioder wodurch das Wesen eines Körpers verändert wird. Es ist höchst wahrschein-lich, daß die Bestandtheile, woraus alle Naturkörper zusammengesetzt sind, außerdieser Zusammensetzung, d. h. für sich selbst, eine ganz andre Natur und Beschaf-fenheit haben, als sie in jener Verbindung zeigen. Von vielen Körpern lehrt dieErfahrung dies gewiß. So geben z. B. die beiden luftförmigen Stoffe, das Was-serstoffgas und Saucrstoffgas, wenn sie sich innigst mit einander verbinden, einendritten Körper von ganz verschiedener Natur, nämlich Wasser. Die Chemie nunzeigt die Mittel, die Naturkörper zu zersetzen, d. h. ihre Bestandtheile aus der Ver-bindung zu bringen, in welcher sie einen gewissen Körper ausmachen. Sie kenntaber auch Mittel, durch neue veränderte Verbindungen Körper andrer Art hervor-zubringen. Die Operationen, nach welchen dies geschieht, heißen chemische Pro-cesse; dergleichen sind die Auflösung, die Niederschlagung, die Verdampfung, dasSchmelzen, Destilliren und Sublümren. In der Natur gehen dieselben chemischenProcesse von statten, und durch sie bringt die Natur die beständigen Veränderun-gen in deni Wesen der Körper oder den Wechsel der Dinge hervor. Wir empfeh-len Fourcroy's in alle europ. Sprachen übersetzte „lNÜoruplue obimigue" (3.A.,Paris 1806).
Proceß (jur.), die Reihe von Handlungen, wodurch ein R'chter veranlaßtund in den Stand gesetzt wird, ein streitiges Rechteverhältniß durch seine Entschei-dung zu beendige»; dann auch die gesetzlichen Regeln und die wissenschaftlicheEntwickelung derselben, nach welchen tieseS gerichtliche Verfahren eingerichtet wer-den muß. scher den Geist der Proccßgesihe s. Proceßordnung, und was dasStrafverfahren betrifft, Assisen, Jury, Criminalrecht u. s. w. Zu jenemBehufe, der richterlichen Entscheidung einer Rechtssache, sind einige Handlungenschon der Natur der L^ache nach so unbedingt nothwendig und wesentlich (rubrUm-