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Achter Band. O bis Q.
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890 Proscenium Proselyt

kennens, Fühlens und Begehrens beziehen und ihnen entsprechen sollen. Die er-stere und die letztere verfolgen aber beide einen bestimmten Zweck, wenn der der er-stem zuerst theoretisch, der der letztem aber praktisch ist. Die Prosa in jenem engernSinne, und von der Beredsamkeit getrennt, begreift den Geschäftsstyl (wozu in ge-wisser Hinsicht der Briefstyl gehört), den didaktischen (wozu in gewisser Hinsichtauch der dia'ogische gehört), den beschreibenden und erzählenden Styl (wozu der hi-storische gehört). Über den Unterschied der Prosa, Poesie und Beredtsamkeit s.Maaß's „Nachträge zu Sulzer" (Bd.5), Mnioch's „Analekten" (2-Bdchn., Gör-lih 1804) und Go»fr. Hermanns 2 Abhandl.: „I)e <>',Obren li-> j»»5.'>e et poc-lic:,e orutloni!," (Lpz. 1803, 4.). über die Prosa der einzelnen Sprachen s. diebes. Art., z.D. Deutsche, Italienische Sprache rc. I.

P r o sc e n i u m, im römischen Theater der Drt vor der Segne oder der Hin-tern Wand der Bühne, der mit dem Fußboden der Drchestra in gleicher Ebene lag.Er war etwas niedriger als die Scene, und von dem Krokus, womit man ihn desWohlgeruckS wegen bestreute, rdthlich gefärbt. Bei uns nennt man so den vordemTheil der Bühne.

Proselyt (griech.), ein Fremdling, Ankömmling ; in Hinsicht auf Reli-gion Derjenige, der eine Religion verläßt, um sich zu einer andern zu bekennen; imAllgemeinen Jeder, der nur die Religionspartei oder irgend eine andere Partei wech-selt. Die Juden unterschieden die sogen. Proselyten der Pforte oder des Thors, unddie Proselyten der Gerechtigkeit. Erstere, welche man auch Judengenossen nennt,heißen Diejenigen, welche dem Götzendienste entsagten und den einzigen wahren Gottnach den sogen. 7 Gesetzen der Kinder Noah'S verehrten, ohne sich zu der Beschnei-dung und den übrigen Vorschriften des mosaischen Gesetzes zu verpflichten. Siewurden nur in den Vorhof des Tempels zugelassen und standen an dem Thore desInnern, daher ihr Name. Sie hatten das Recht, in dem Lande Israels zu wohnen,aber nur in den Vorstädten und Flecken. .Unter Salomo gab es 150,000 solcherProselyten, welche am Tempelbaue arbeiteten und von den Kananitern abstamm-ten (2. Chron. II, 17. 18). Die Proselyten der Gerechtigkeit waren Personen,die von dem Heitenthume zu dem Iudenlhume völlig übergetreten und beschnittenwaren und sich zur Beobachtung des mosaischen Gesetzes (Gerechtigkeit) verbundenhatten. Vor ihrer Beschneidung prüfte man erst die Beweggründe ihrer Bekeh-rung ; nach der Beschneidung erhielten sie die Taufe, indem man sie an einem Fest-tage in Gegenwart 3 Richter mit dem ganzen Körper in eine Cisterne voll Wassertauchte. Diese Taufe, welche u. d. N. der Proselytentaufe bekannt ist, wurde nuran denjenigen Kindern eines Proselyten wiederholt, welche eine heidnische Mutterhatten. Knaben unter 12 und Mädchen unter 13 I. konnten ohne Einwilligungihrer Altern, oder ün Falle der Weigerung, ohne Hülse der GerichlSbedienien nichtProselyten Werdern Bei den Mädchen ersetzte die Taufe auch die Beschneidung.Durch dieselbe wurde Jeder als von Neuem geboren betrachtet, sodaß seine Alternnun nicht mehr als solche anzusehen, und die Sklaven dadurch frei wurden. Überdas Alter der jüdischen Proselytentaufe ist viel gestritten worden. L. BengesiS„Untersuchungen zur jüdischen und christl. Religionsgesch." (Tüb. 1814, St. 1,auch besonders abgedr.). Die Nabbinen lehren, die Proselyten der Gerechtigkeithätten vom Himmel eine neue Seele und eine neue wesentliche Form bekommen.Das mosaische Gesetz schloß übrigens einige Personen von den Vorrechten der Pro-selyten aus, bald auf immer, bald nur auf gewisse Zeit (5. B. Mos. 23, 15). Daßes Proselyten der erster» Art noch zu Jesu Zeiten gegeben habe, scheint daraus zuerhellen, daß Jesus es den Pharisäern vorwirft, daß sie Lee und Land umreisten,um einen Proselyten zu machen, und ihn in einen größern Sünder verwandelten,als er zuvor gewesen (Match. 23). Hierdurch ist zugleich das wahre Urtheil nichtnur über die religiöse, sondern überhaupt über jede Art der Proselytenmacherci oder