ProtogeneS,ein griechischer Maler, Zeitgenosse desApelles, nach Eini,gen aus Rhodus, nach 2lndern aus Karien geb. Es werten mehre meisterhafteGemälde von ihm genannt, namentlich das Bild des Ialyfus, des velmeinrlichenStifters der Stadt RhoduS . Auf diesem Gemälde befand sich ein Hund, den derMaler keuchend und mit schäumendem Munde vorgestellt hatte. Plinius erzählt,das ihm lange der Schaum am Munde nicht hatte glücken wollen. Vor Unwillenwarfen endlich den Schwamm, womit er die Farben abzuwischen pflegte, auf dasGemälde, wodurch zufälligerweise der Schaum so natürlich gebildet wurde, alses P. nur wünschen konnte. Dieses Gemälde rettete auch die Stadt Rhodus beider Belagerung durch den DemetriuS. Zur Zeit des Cicero war e« noch zu Rho-dos; Cassiug brachte es nach Rom und stellte es in deni Tempel des Friedens auf,wo es unter Commodus sammt dem Tempel verbrannte. Über sein Zusammen-treffen mit Apeil es vgl. d. A.
Protokoll, eineNiederschreibung oder schriftliche Aufzeichnung irgendei-ner Verhandlung. So werden Protokolle ausgenommen über die Aussagen einerzur Untersuchung gezogenen Person, über eine gemachte Anzeige, über die Berath-schlagungen einer Versammlung wegen amtlicher Angelegenheiten w. In Frank-reich nennt man Protokoll das Formular, nach welchem eine Verhandlungeingerichtet ist.
PrLtus (Prötos), Zwillingsbruder des Akrisius, Königs von Argos.Beide waren schon feindselig gegen einander im Mutterleibe. Akrisius vertriebden P. aus Argos. Dieser flüchtete zu Jobates oder Amphianap, König von Ly-cien, heirathete dessen Schwestep, eroberte mit dem Beistande desselben die StadtTyriuS und stiftete daselbst ein kleines Reich. Hier kam Bellerophon (s. d.)zu ihm. Seine Töchter, die Pröiiten, irrten entstellt und wahnsinnig durch Arga-lis und Arkadien , weil sie des Bacchus Geheimnisse verachtet, oder der Juno Bildverspottet hatten. Nach später» Sagen wähnten sie Kühe zu sein und irrten mitwildem Gebrüll durch die Fluren, und dieser Wahn ergriff auch die übrigen Argi-verinncn. Melampus heilte sie, und erh ell einen Theil des Reichs. P. soll vonPerseus durch dasMedusenhaupt versteinert worden sein.
Provence, früher ein Generalgouvernement Frankreichs , bildet jetzt 3D-partemenlS, die der Rhonemündungen, des Var und der niedern Alpen;ein kleiner Theil ist zum Departement der Vaucluse geschlagen. Diese Landschaft,die erste des alten Galliens , in der sich die Römer 124 v. Chr. festsetzten und dieColonie äguao k-extme (Aix ) gründeten, erhielt von ihnen den NamenBei dem Untergänge des abendländischen römischen Reichs bemächtigten sich nachund nach die Westgothen, die Burgunder, die Ostgokhen und die Franken die-ser Landschaft. Auch die Saracenen waren eine kurie Zeit im Besitze derselben.Karl Mörtel vertrieb sie daraus. Als das fränkische Reich 843 unter die SöhneLudwig des Frommen getheilt wurde, kam die Provence zu dem Antheile Lothars I.Unter den Nachfolgern desselben machten sich die Grafen von Provence allmäligunabhängig, und ihre Nachkommen von 4 verschiedenen Zweigen blieben Herrenderselben bis 1480, n^ der letzte Ltamm erlosch, und die Provence an die franz.Krone fiel. S. Papon's „lli,i. N- ia Oiveence". — Nach ihrem Naturverhält-niß unterscheidet man die Dberprcvence oder den nördlichen Theil von dem südl.,oder derNiederprovence. Erstere ist mit Zweigen der Alpen bedeckt, zwischen welchensich weitere und engere Thäler öffnen. Eins der weitesten, aber auch zugleich das wil-deste, ist das von Barcelonette. Diese Alpenzweige, Alpinen genannt, trennensich auf der Grenze PiemontS von den cottischen Alpen und breiten sich über die gan-ze Hberprovrnce aus. Hauptfluß ist die Durance. Außerdem gibt es eine MengeWaldbäche, die im «ommer austrocknen, im Frühjahre aber, wenn der Schnee aufdem Gebirge schmilzt, aus ihren Ufern treten und große Verwüstungen anrichten.