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Psychologie
chologische Physiologie und Pathologie. Noch gewöhnlicher ist die Eintheilunq inallgemeine und besondere (oder specielle), von welcher jene die Seele in ihren allge-meinen gesetzlichen Äußerungen, diese besondere Seelenarten und Classen geistigerZustände betrachtet, und sich daher in die Seelencharakteristik und Pathematologieder Seele theilt. Nach dieser Bestimmung ihres Inhalts und Umfangs leuchtetauch ein, wie sehr empirische Psychologie nicht nur jede andre Wissenschaft undderen Anwendung unterstütze und befördere, sondern auch wie groß ihrEinfiuß aufdas Leben sei. Die richtige Erklärung der heil. Schrift und der RcchtSui künden,die Anwendung der Gesetze auf vorliegende Fälle, Erziehung und Unterricht jederArt, die tiefere Geschichtsforschung und Darstellung, ein der menschlichen Naturangemessenes Heilverfahren, besonders der Seelenkrankheiten (s. Seelenheil-kunde), sowie jede methodische Behandlung der Menschen beruht auf geistigenGesetzen, deren klare und'zusammenhängende Erkenntniß jene Wissenschaft gewährt.Was ihre Geschichte anlangt (Fr. Aug. CaruS hat dieselbe in s. „Geschichte derPsychologie", Leipz. 1808, ausführlich behandelt), so lieferten schon die Griechenin zerstreuten Beobachtungen reichlichen Stoff für diese Wissenschaft, z. B. Plato und Aristoteles in s. Büchern über die Seele; in der neuern Zeit David Hume ins. „I'iealisc ok liunian Iialure", von Jakob übersetzt; Hartley, Locke („Ho in-telleutu buinano"), Montaigne in s. „l'ln-nr", Descarles (besonders in demBuche „l)e P.i„io»ibu5 aniinae"), HelvetiuS („Ilo l'rsxnit (In l'lionniin"),Charles Donnet („bl-s.ni an.iHligue »ur lt'5 knollig <lo I'ämo"), Condillac ; fer-ner von Irwing („Erfahrungen und Untersuchungen über den Menschen"), Tetens(in s. „Philosoph. Versuchen über die menschliche Natur rc."), Tiedemann („Un-tersuchungen über den Menschen"), Herder (in s. „Ideen zu einer Philosophie derGeschichte der Menschheit"), Feder u. v. A. Aber wissenschaftlich wurde die Er-fahrung über die menschliche Seele zuerst gefaßt von Christian Wolf, der daherauch der Vater der empirischen Psychologie genannt wird (in s. „p5vdmio»i,-> me-tbcxlo 5oiciititica Porti,intui.i", Franks, und Leipzig 1732, 4.) und die empirischePsychologie von der sogen, rationnellen oder metaphysischen, nicht immer glücklich,absonderte. Eine neue Periode dieser Wissenschaft beginnt durch die kritische P h i-losophie (s. d.), deren Grundlage selbst psychologisch ist. Kant eröffnete nichtnur in s. „Kritik der reinen Vernunft und der Uriheilskraft", sondern auch in der„Populairen Anthropologie in pragmat. Hinsicht" (2.Aufl., Köniasb. 1802) derPsychologie manche neue Aussicht. Nach Kant und durch Kant s Schüler wurdedie empirische Psychologie in mehren Comperdien bearbeitet von K. L.F.Schmid,H. L. Jakob, I. Ch. Hoffdauer in mehren Schriften, Maaß, Kiksewetrer, Snell,Dlshausen. Die Schriften der beiden Letztern und einige von Hoffdauer sind zumpopulairen Selbstunterrichte für Schüler und für ein größeres Publicum geeignet;die der Ersten sind strenger wissenschaftlich angeordnet und eignen sich mehr zu Vor-lesungen. Mit mehr Eigenthümlichkeit haben zuletzt die empirische Psychologieder genannte Fr. Aug. CaruS (2 Thle., Leipz. 1803) und Chr. Weiß in s. „Unter-suchungen über das Wesen und Wirken der menschlichen Seele" (Leipz. 1811) be-arbeitet. Die neuesten Untersuchungen sind von G. F. Schulze („PsychologischeAnthropologie ", Gött. 1816; 3. Anst. 1824); Fries („Psychische Anthropolo-gie", 2 Thle., Jena 1820), Hartmann („Der Geist des Menschen in s. Verhält-nissen zum psychischen Leben", Wien 1820), Herbart („Psychologie, als Wissen-schaft neu gegründet auf Erfahrung, Metaphysik und Mathematik", Königsberg 1824 fg., 2 Thle. ', Eschenmeyer („Psychologie", Tübing. 1817 ; 2. Aufl. 1825)und Stiedenroth („Psychologie zur Erklärung der Seelenerscheinungen", Berlin 1824 fg., 2 Thle.). Heinroth's „Psychologie" ist mehr Erbauungsbuch als wis-senschaftl. Lehrbuch. Einzelne Theile derselben sind von Maaß (z.B. die „Theorieder Gefühle" und die „Theorie der Leidenschaften"), Dirkse» („Über die Stärk;