Band 
Achter Band. O bis Q.
Seite
929
JPEG-Download
 

Pulcinells

Pulo-Pmang

S29

reich an echt toscanischen Redensarten, sein Versbau aber raub und ungelenk, undwennVarchi ihn dessenungeachtet demÄriosto vorzieht, beweist er dadurch nur seineGeschmacklosigkeit. Außerdem sind von ihm noch andre Werke gedruckt. Er starb1487.—Von seinen beiden Brudern schrieb Bernardo eine Elegie aus den 4.oddes Cosmo v. Medici, eine andre auf die schöne Simonetta, ein Gedicht auf diePassion Christi und eine sjbers. von Dirgil's Eklogen; Lnea aber Stanzen auf dasTurnier des Lorenzo v. Medici, heroische Episteln, eine Pasioralromanze u. d. T>:,,l)ri.i<I>>c> und eine epische Romanze (wahrscheinlich die erste in Ital .

Sprache) u. d. T.: „ll Lii iffo täilv.ineo". ^ „

Pulcinella (franz. ?c>liol>i»<I). eine ital. Maske. Den Namen leitetderAbtGaliani von einem mißgestalteten, aber lustigen Bauer aus der Gegend vonSorrento (um die Mitte d.vor. Jahrh.) ab, der ihn, weil er häufig zunge Hühner(pul, in,-!!',) auf den Markt nach Neapel gebracht, erhalten habe, und der nachsel-nem Tode zur Belustigung des Volks, dem er wohl bekannt gewesen, auf das Ma-rionettentheater von San-Carlo aebracht worden sei. Wahrscheinlicher ist die Er-zählung von dem Ursprünge dieses Namens, welche Nehfties in feinem Gemälde vonNeapel mittheilt. Eine Schauspielergesellschaft kam zur Zeit der Weinlese zu Acerra an und ward von den Weinbauern, die sich zu dieser Zeit der ausgelassensten ,;rohlich-keit überlassen, mit Scherz und Witz auf alle Weise geneckt, woraus sich ein Wort-krieg entspann, in welchem sich auf der Seite der Bauern ein gewisser pucciod'Aniello vor allen durch seinen satyrischen Geist wie durch seine burleske Gestalt(er hatte hinten und vorn einen Buckel) auszeichnete. Die Schauspieler mußtenihm weichen. Sie beschlossen, als ihr Ärger vorüber war, von dem Lalenle desPuccio d'Aniello Vortheil zu ziehen, und überredeten ihn, in ihre Gesellschaft zu tre-ten. Er erschien auf der Bühne in weitem Hemde und mit langem Haare undward bald der Liebling der Neapolitaner in dem Grade, daß man seine Maske auchnach seinen! Tode beibehielt. Sein Nachfolger wühlte, um ihm besser zu gleichen,eine Maske mit langer schwarzer Nase; aus Puccio d'Aniello ward nach neapol«»irischer Sitte Pulcinella . Vielleicht war jedoch dieses nur eine neue Motificatloneiner ältern Maske. Man will nämlich dieselbe schon von den ost'I^n Atellgncnherleiten und findet die bizarre Gestalt des Pulcinell schon auf alten Vasen, .tcochjetzt ist diese Maske das Vergnügen der Neapolitaner. Ihre Kleidung sind gegen-wärtig weite weißwollene Unterhosen, ein großes Oberkleid von demftlben Ltos^mit weilen Ärmeln, festgemacht mit einem schwarzen Ledergürkel oder Hamlet ,auf dieses Oberkleid sind Herzen von rothem Tuch genäht, unten ist es mit einerFranze eingefaßt. Um den Hals trägt Pulcinella eine Leinwandkrause, aus veKopfe eine weiße wollene Mühe, deren lange Spihe in einem rothen ^lischel end g,3 Viertel des Gesichts sind mit einer schwarzen Maske bedeckt; die Nase ist krummund spitz, wie ein Dogelschnabel. Aber diese Maske sigurirt nicht blos, aus demTheater und spricht den bäuerischen Dialekt; man sieht sie in Neapel bei aVolksfesten, vornehmlich beim Carneval.

P u l k, s. K »sacken. ,,

Pulo - Penang (d. i. Insel), oder ?rinoo okVV->Ie5 l-lanä (5eine seit 40I. von den Briten besetzte Insel in Hinterindien , westlich von der Haw-insel Malakka , ist gegenwärtig in Verbindung mitSinkapur (s. d.) emerHaupistützpunkten der britischen Weltmacht in militairischer wie in commercieuerHinsicht. Sie beherrscht den Eingang zur Straße nach Malakka , hat einen sichund geräumigen Hasen, ein starkes Fort(Cornwallis) und beschützt den » sich v 'del von China und Indien , sowie den Besitz der von dem Konigreicheder ^icderian^an England abgetretenen Halbinsel Malakka, deren Hauptst. Malakka ze ch chdiese Insel ihre frühere Wichtigkeit als Handelsort verloren hat. O,e o, moizcheCompagnie kaufte Pulo-Penang von dem engl. Capitain Light, der sie aSonversations-Lericon. Vd. Vlll. 59