weist, einem Dorfe am Don, spielte in Rußland eine wichtige, wenngleich nurkurze Rolle. Schon jung beschäftigten ihn Krieg und Raub; er ward Anführer einerBande. In der Folge nahm er im siebenjährigen Kriege beim preuß. Heere Dienste,begab sich dann zur östr. Arme«, wo er gegen die Tinten als Kosackmit z» Feldezog und 1770 der Belagerung von Bender beiwohnte. I» sein Vaterland zu-rückgekehrt, suchte er, ein feuriger, unbändiger Mann, ganz in dem Meiste seinerNation, unter seinen Landsleuten den Samen des Aufruhrs auszustreuen, wardaber bald, wegen seines unruhigen Betragens, zu Maikvwka an der Wolga einge-zogen und nach Kasan inS Gefängniß geschickt. Hier wußte er sich zu befreien, gingnun weiter östlich nach Iaizkoi, und da er hier v el unruhige, zu Gewaltthätigkei-ten gestimmte Gemüther fand, so faßte er, verführt durch einige Bekannte, diezwischen ihm und dem »erst. Kaiser Peter lll. Ähnlichkeit fanden, den ungeheuernGedanken, sich für Peter III. auszugeben. Seine Anhänger verbreiteten das Ge-rücht, man habe stakt seiner einen ihm ähnlichen Soldaten auf dem Todkenbekte aus--gesetzt, Peter aber sei verkleidet entkommen und erscheine nun nach langem Heruni-irren unter seinen getreuen Kosacken, von deren Unterstützung er die Wiedererlan-gung seiner Krone erwarte. Der Aufruhr brach in der Mitte Aug. 1173 aus. woein Manifest im Namen dieses Pseudo-Pekers verbreitet wurde. Von 9 Mann,woraus anfangs sein Anhang bestand, hatte sich dieser schon im Sept. auf 500 ver-mehrt; überall schlössen sich seine Landsleute und die Dauern an, denen er gegenden Druck des Adels Lchutz und Rache versprach. Sein Anhang vermehrte sichdurch 500 Überläufer aus der Festung Iaizkoi, die er auffoderte; bald traten nochmehre, besonders auch die RoSkolniken (s. d.) hinzu. So eroberte er mehreFestungen, beging dabei furchtbare Grausamkeiten, und nachdem er nun auf 5000M. stark und mit 36 Kanonen versehen war, belagerte er, obwol vergebens, dieFestung Qrenburg. Indessen verstärkte sich sein Anhang bis auf 16,000 M. DerZulauf von Baschkiren, Wotjäken, vielen Tataren w. ward imnu r größer, und dieGefahr drohender. Sogar die alte Hauptst. des Königreichs Kasan eroberte erund nahte sich nun Europa, indem er über die Wolga gmg. Endlich brachte ihmder Oberst Michelson, unter den größten Strapazen und Gefahren, einen Schlagnach dem andern bei. Er schnitt ihn ab. als die Gefabr am höchsten, und bereitsMoskau bedroht war. Don seinen Anhängern verlassen, ja verrathen ward P.gefesselt dem General Suworoff übergeben und hierauf am 10. Juni 1715 nebstden übrigen Rädelsführern zu Moskau hingerichtet: das einzige Todesu, theil,welches unter Katharinas Regierung vollzogen worden ist. So endete dieser Auf-ruhr, der über 100,000 Menschen und überhaupt mehr als irgend einer der blutig-sten Feldzüge kostete. Hätte P. ebenso viel Klugheit als Muth und Entschlos-senheit gehabt, er würde ohne Zweifel eine noch weit furchtbarere Rolle gespielthaben.
Pugilismus, Faustkampf, s. Boren.
Pulci (Luigi), Dichter, geb. 1431 zu Florenz , war der jüngste von 3 Bru-dern, welche sämmtlich als Schriftsteller von Geist und Bildung bekannt sind. Dons. Lcbensumsiänden wissen wir nur, daß er mit Lorenz v. Medici und Polizian invertrauten Verhallmssen stand. Sein episches Gedicht: „I! n>!,-rpie>rv"
(Florenz 1142, 4.). worin er die abenteuerlichen Thaten des Rinaldo und des Rie-sen Morgante erzählt, soll er aufAntrieb der Lucrezia, der Mutter des Lorenz», ver-faßt und die einzelnen Gesänge zur Unterhaltung bei der Tafel vorgelesen haben.Durch eine Dergleichung mit Ariosto und Tasso kann P. nur verlieren. Phantasieist ihm nicht abzusprechen; aber eS f hlt ihm an sinnreicher Erfindung, an Geschmackund feinem Urtheil. Die Vermischung des Höchsten lind Ernstesten, des Heiligstenmit den: Burlesken und Gemeinen ist im Geiste seiner Zeit, der darin nichts Anstößi-ges fand, erscheint jedoch uns zu roh, um wahrhaft zu gefallcn.,Seine Schreibart ist