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den, in Gew ißheit ihrer Neigungen und Fähigkeiten, in der Moral, Ökonomie oderPolitik unterrichtet, und sodann entweder zur Besorgung der Gesellschaftsangele-genheiken gebraucht, oder ausgesandt, die Grundsätze der Philosophie und Staats-verwaltung in den übrigen griech. Städten zu lehren und in Ausübung zu bringen.Die Lebensweise in der pythagoräischen Vchale zu Kroton war, nach den Angabender Spätern, folgende: Die Pythagoräer lebten bei einander in eurem öffentlichenGebäude, wie in Einer Familie, nebst ihren Weibern und Kindern, in der vollkom-mensten Drdnung. An jedem Morgen wurde bestimmt, was den Tag über vorge-nommen werden solle, und an jedem Abend untersucht, was geschehen sei. Ste stan-den auf vor Aufzang der Sonne, um ste zu verehren; dann wurden Verse des Hö-rner u. a. Dichter hergesagt, oder man suchte durch Musik die Geisteskräfte zu weckenund für die Pflichten des Tages geschickt zu machen. Sodann wurden mehre Stun-den in ernsten Studien zugebr ht. Hierauf folgte eine Pause zur Erholung, inwelcher gewöhnlich ein einsamer Spaziergaug gemacht wurde, um stech deni Nach-denken zu überlassen,, dann eine Unterhaltung. Gor der Mahlzeit wurden man-cherlei gymnastische Übungen angestellt. Das gemeinschaftliche Mahl bestand vor-nehmlich in Brot, Honig und Wasser. Der Überrest des Tages war öffentlichenund häuslichen Angelegenheiten, dem Gespräche, dem Bade und religiösen Gebräu-chen gewidmet. Nach der Zerstörung des Bundes und der Flucht s Schüler ausUnteritalien hielten es Einige derselben, Lysts und Archippuü, für nothwendig, ihresMeisters Lehre in eine systematische Übersicht zu bringen und sie der Vergessenheitzu entreißen; aber immer noch wurde die größte Geheimhaltung empfohlen. Sokaufte Plato vom PhilolauS eine Handschrift über des P. Philosophie und erhieltvon Archytas dessen Commentare über die Sprüche und Lehren seines Meisters.Die Nachrichten, welche uns über P. S Lehre aufbehalten wurden, sind sehr spar-sam, und außer Dem, was wir durch Aristoteles und einige Bruchstücke derPykha-goräer wissen, auch sehr unsicher. Ebenso können wir seine und s. Schüler Lehrenicht mehr bestimmt unterscheiden. Der Zweck aller Philosophie war ihm, nachBericht der Spätern, den Geist emporzuheben zur Betrachtung unwandelbarerWahrheit, zur Erkenntniß göttlicher und geistiger Gegenstände. Dies kann bei un-serer Gewöhnung an sinnliche Dinge nur stufenweise geschehen. Die erste Stufezur Weisheit ist das Studium der Mathematik, als deren Grundlehren ihm dieLehre von den Zahlen erschien. Die Zahlen erschienen ihm als das Erste und We-sentlichste. Sie sind gleichsam das Modell, wonach die Welt m allen ihren Theilengebildet worden. Die ungeraden Zahlen sind begrenzt und vollkommen, die geradenunbegrenzt und unvollkommen. Du: Monade oder Einheit ist die Quelle aller Zahl.Die Dyas ist, nach späterer pythagoräischer Lehre, unvollkommen und passiv unddie Ursache von Wachsthum und Theilung. Die Trias, zusammengesetzt aus derMonas und Dy-as, nimmt an der Natur Beider Theil. Die Tetras oder Vierzahlist höchst vollkommen. Die DekaS, welche die Summe der 4 Primzahlen enthältund daher auch Tetraktys genannt wird, umfaßt alle musikalische und arithmetischeProportionen und bezeichnet das System der Welt. Den vollkommener» Sinn derZahlenlehre des P. zu ergründen, ist vergebens versucht worden; wahrscheinlichwaren die Zahlen nach derselben symbolische oder sinnbildliche Vorstellungen der er-sten Principien oder Formen der Natur. Da P. die abstrafen Begriffe in der ein-fachen Sprache nicht ausdrücken konnte, so scheint er sich der Zahlen, wie der Gea-tmeter der Diagramme, bedient zu haben, um dem Fassungsvermögen s Schüler zuHülfe zu kommen. Er nahm einige Analogie zwischen den Zahlen und Denkformenin dem göttlichen Verstände wahr, und machte daher erstere zu Symbolen der letz-lern. Wie die Zahlen von der Monas oder Einheit ausgehen, sich mannigfach ver-binde» und in ihre» Fortschritten neue Eigenschaften annehmen, so sah er das reineund einfache Wesen der Gottheit als den gemeinsamen Urquell aller Nakurformen