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Achter Band. O bis Q.
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Quintilianuö

Quirini

aber die Stimmen nur verdoppelt, dann spricht man nicht von Quintett. Wasvom O.uarlett gesagt worden, gilt auch von diesem.

O. u i n k i l i a n u s oder O. u i n c t i l i a n u s (Marcus Fabius),blühte im 1, Jahrh, unserer Zeitrechnung und kam aus Calaguris (jetzt Calaborra)in Spanien, s. Geburtsstadt, frühzeitig nach Rom , wo er zuerst als Redner vorGericht und Sachwalter, dann als Redelehrer Rbekor) sich berühmt machte. Erhatte die vornehmsten Römer zu s. Schülern. Der KaiserDomitian ertheilte ikmdie Eonsulwürde. Unter dessen Regierung, in den letzten Zähren s. Lebens, schriebi?.. s. vorrresslicbes Werk ,,I)e iin,lit>ii><»w ne-Uoii./', welches eine Theorie derRedekunst aufstellt. Man erkennt darin den geübten Meister und den seingebildc-ten, geistvollen Mann, den würdigenNachabmer Cicero'S. Vorzüglich anziehendund wichtig für die Geschichte der Literatur ist das 10. Buch, wo er mit ebenso vielScharfsinn als Bündigkeit s. Urtheil über die Schriftsteller der Griechen und Rö-mer ausspricht. Außerdem legt man dem O.. eine ansehnl.Sammlung zur Übunggehaltener Reden >,>lü»>,-.) bei, die ober bei weitem nicht so anziehend sind

als jene Theorie, auch nicht die Vollendung haben, welche nian, ihr zufolge, er-warten sollte, daher man auch glaubt, daß wenigstens nicht alle von Tb. selbst her-rühren. Endlich findet man noch in den Ausg. der Tbuinktl. Werke eine Schrift„!)>' <>> atoriüiNi -,!><->!>' er» I npt.w elognnnti.ae" („Von den Rednern, oderden Ursachen des Verfalls der Beredtsamkeit"), die aber mekre Gelehrte dem Taci-tus, Einige einem andern Vf. zuschreiben. Die vorzüglichsten Ausg. sind vonBurmann (Lenden 1720, 2 Bde., 4.), von Cappcronier (Paris 1725, Fol.), Ges-urr (Gott . 1738, 2 Bde., 4.), Epalding (Leipz. 1708 — 1816, 4 Bde.) und vonLünemann (Hanov. 1826, 2 Bde.). Eine deutsche Übers. lieferte Henke u. d. T.:„Lehrb. der schönen Wissenschaften in Prosa" (Helmst. 1775—77, 3 Bde.).

Tbuintole, eine Notenfigur, Tonsigur, auü 5 Tönen bestehend, welchezusammenhängend vorgetragen werden und die Haltung von 4 Tönen gleichenWerths haben.

Tb u i n t u s Calaber oder Smyrnäns, ein griech. Dichter,dessen Zeitalter ebenso wenig genau bekannt ist als s. Geburtsort. Seine Beinamenbeziehen sich darauf, daß s. Gedicht inCalabrien aufgefunden wurde, und daß er indemselben Smvrna als s. Aufenthaltsort erwähnt. Wahrscheinlich lebte er im 4.Zahrh. n. Ehr. Sein Gedicht („l'osiboinei ü'>>")

enthält eine Fortsetzung der „ Zlias", worin Homer zwar nachgeahmt, aber freilich ins. anmutbigen und gemüthlichen Einfachheit und Alterthümlichkeit nicht erreichtworden ist. Die neueste kritische Ausg. von Tychsen, mit Anmei k. von Heyne, er-schien im Verlage der zweibrücker Gesellschaft (Strasb. 1807, 2 Bde,).

Tb u i p p o S, eine Art von Farben-oder Bilderschi ist, welche den Peruanern,die vor der Eroberung ihres Reichs durch den Spanier Pizarro zu Anfange des 16.Zahrh. die Schreibekunst nicht kannten, statt derselben diente. Es wurden nämlichmehre Fäden von verschiedenen Farben an eine Schnur gereiht, und in diese FädenKnoten geknüpft. Zede Farbe hatte ihre besondere Bedeutung ; wenn man durchFarben Etwas nicht bezeichnen konnte, bediente man sich der Knoten. Auf diese Artwurden nicht nur Rechnungen geführt, sondern auch Volkszählungen, historischeDenkmäler und Gesetze aufbewahrt, geschlossene Bündnisse und Verträge aufge-zeichnet w. Zn jeder Stadt waren Beamte zur Aufbewahrung dieser Tbuippos an-gestellt. Übrigens ersetzten mündliche Überlieferungen und kleine Gedichte das Man-gelhafte dieser Schreibart. Eine den O.uippos ähnliche Art der Schrift findet sichin Guiana , wo man gleichfalls Fäden und Knoten gebraucht.

Tb u i r i n i (Angiolo Maria), ein gelehrter Cardinal, geb. 1680, stammteaus einer edeln venetianischen Familie. Zu Breseia erzogen, trat er in den Ordender Benedictiner von Monte Casino. Zu Floren; genoß er den Unterricht der aus-