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Sachsen . III. Statistische Übersicht
Spinnmühlen. — Die "4 Eisen: und Drahtfabriken Im Erzgebirge sind jetztminder bedeutend als sonst; 182' schätzte man ihr Ausbringen aus 335,821 Thlr.Für dasSilbwausschmelzen gibt es zwei Schmclzhütten zuFreiberg undSchwar-zenberg. Bei jener ist das Amalgamirwerk, das größte von alle» für kalte Amal-gamarion. Aus dem Silber wird jährl. gegen 1 Mill. Thlr. gemünzt. Von dergrößten Wichtigkeit sind 4 Blaufarbenwerke, die aus dem sächs. Kobalt (seil d. 11.Jahrh.) eine blaue Farbe bereiten; 1821 an Werth 304,545 Thlr. Außerdemsind zu erlvühnen: die Kupfersaigcrhütie im Erzgebirge , die auch viel böhmischesKupfer verarbeitet, nebst großen Kupferhammerwerken, die auch das fachst Kupfer-geld prägen; das große Messingwerk im Voigilande, zu Rodewisch , das wichtigstein Deutschland ; die Zinnschmelzhütten und der für ansehnlichen Absah ins Aus-land arbeitende Zinnfolienhammer zu Olbcrnhau; 2) Arsenikwerke ini Erzgebirge ;ansehnliche Schwefel- und Vitriolwerke, besonders zu Beierfeld und bei Geier imErzgebirge . Bedeutend sind noch: die Blechlöffelsabrik in der Gegend von Schwär»zenberg im Erzgebirge , deren Ertrag über 100,000 Thlr. steigt; die Bereitung vonschwarzen und verzinnten Blechwaaren in derselben Gegend; die Nagelschiniederei;„eiserne Galanteriewaaren zu Hainichen , deren Absatz besonders in die Levante geht;d>e Porzstlanfabrik, die kinsichtlich der Weiße und Haltbarkeit der Masse ihrerFabricate die erste von allen ist; die Serpeniindrechselei (zu Zoblitz), die einzige,die den Serpentin im Großen verarbe'tet.
Die wichtigste Beförderung des sächsischen Handels war die Entdeckungder Silberbcrgwerke (1161) und die Stiftung (1116) der Messen zu Leipzig , dasschon in der letzten Hälft? des 14. Jahrh, über Augsburg und Nürnberg Theil amlevantischen Handel nahm. Sachsen treibt noch jetzt, trotz aller Beschränkungenvon Außen, nach Verhältniß seiner Größe den wichtigsten Handel unter allen deut-schen Staaten, die Hansestädte ausgenommen. Der Mittelpunkt des Transilo-,Speditions-, Eommissions-, Wechsel- und Buchhandels ist Leipzig . Den Daum-wollenhandel theilt es niit Chemn'tz, Plänen und Zitkau, den Colonialwaarenhan-tel, besonders seil der freien Elbscbisffahrt, mit Dresden . Der Transitohandel,für Sachsen von der größten Wichtigkeit, ist durch die Theilung des Landes unddie den freien Waarenqang hemmenden Zollgcsitze des von 3 Seiten angrenzendenNachbarlandes zum Tbeil vermindert, zum Theil auf andre Wege gelenkt worden.Schon seit der Einführung des neuen preuß. Zollsystems ist der Transitohandel inDresden bedeutend g-worden; er hat sich noch mehr, sowie überhaupt der Spedi-tionkhandel, durch die freie Elbsch sffahrt gehoben, die für alle sächsische Elbstädteund den sächsi Handel im Allgemeinen günstige Ergebnisse erwarten läßt; doch hatkie 1823 gestiftete ellvwestind. Handelsgesellschaft sich aufgelöst. Wichtigen Zwi-schenhandel treiben, außer Leipzig und Dresden, auchZiitou, Chemnitz und Herrn-hut. In Folge des mitteldeutschen Handclovereins (s. Zollvereine) wurde 1829dw Transito-Waarenzug von Magdeburg über Leipzig, Zwickau und Hof vorn Ge-leite ganz befreit; auch wurden die Durchgangszölle sehr ermäßigt. Diele und durch-aus die bedeutendsten Fabriken setzen ihre Waaren häufig vcm Hause aus in da»Ausland ab oder verkaufen sie auf den Messen zu Frankfurt und Braunschweig .Der Betrag des sichs. Handels läßt sich nur höchst unsicher angeben. Alan schätztden inländ. Handel auf 10 Mill., wovon gegen 8 Mill. durch die Hände der leipzi-ger Kaufleute gehen; den gefammten leipüger Waarenhandel in den Messen auf18 Mill., den Buchhandel auf 2 Mill., und Sachsens reinen Gewinn von dem ge-stimmten Handel auf 2 Mill. und von dem Buchhandel auf 200,000 Thlr.
2) Verfassung und Verwaltung. Das Land ist politisch, wiein frühern Zeiten, in vereinigte und nicht ver.inigle Lande eingetheilt. Die er-stern haben eine im Ganzen gemeinschaftliche Verfassung und Verwaltung, undzerfallen ->) in unmittelbare, wozu die 4 Kreise gehören, die in Ämter getheiltsind und «ich die alten Erblande heißen; 6) in mittelbare, wozu die Stifter