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Schweden und Norwegen , seit 1814
selbst beim Reichstage 1823 daraufan, daß sein Vorrecht, in dem höchsten Gerichteden Vorsitz zu führen, aufhöre. Der von den Rcichsständen 1823 gemachte An-trag der Öffentlichkeit ihrer Sitzungen und der Obergerichte ward jedoch von demKönige verworfen. Dagegen wurden 1825 die Gefängnisse, um sie besser zu ver-walten, unter die ausschließende Leitung einer besondern Direciionsbehörte gestellt.Die Finanzen konnten nur durch strenge Ordnung und kluge Zrsxarniß wledei herge-stellt werden. Die Regierung und die Stünde zogen daher grosse Gehalte oder über-flüssige Ämter ein, z. B. bei dem Gesanktschafispei scnale. Die einer wachsamenAussicht unterworfenen Rechnungen des öffentlichen Schatzes waren in der vollkom-mensten Ordnung; der Schatz bezahlte alle auf ihn gestellte Anweisungen pünkt-lich, und die Staatseinkünfte gaben schon 1821 einen Überschuß. So ward esmöglich, daß von der Reichsschuld, die 1820 noch 6^ Mill. schwed. Reichsthalerbetrug, jährl. 120—150,000 Thlr. abgezahlt weiden konnten: auch die von derdurch das HauS Frege 1802 gemachten Anleihe (1- Mill.) noch nicht bezahltenScheine wurden 1830 vollständig bezahlt. Namentlich suchte man das Heerwesenhaushälterischer zu ordnen. DieKosten desselben betragen daher gegenwärtig nur den4. Theil von der Summe, welche in Frankreich eine gleiche Truppenzahl kostet. Dreifranz. Marschäile z. B. haben zusammen ebenso viel Besoldung als olle schwedischeStabsofstciere, unter welchen sich 3 Generale, 8 Generallieut. und 29 General-majors befinden. Der Reichstag (1823) bestimmte Schwedens Skaaisausgabezu 8,121,351 Thlr. Bco. Allein noetz immer gibt es, nach dem Urtheile der öffent-lichen Meinung, im Staate zu viel Ämter und Titel, im Heere zu viel Prunk, undim Volke zu wenig Wohlstand. Der Hofstaat z. B. bestand vor wenig fahren,ohne die königl. Familie, aus 5835 Personen, dw 2,381,918Thlr.Bco. bezogen.Besoldete Geistliche gab es dagegen nur 4160. Die von den Ständen 1823 aner-kannte Öffentlichkeit der Bank hatte eine Untersuchung derselben zur Folge, welche1825 durch reichsständische Revisoren ihren Anfang nahm, nach deren Schluß auchdie Untersuchung des Staatswerks (Reichseomptoirs oder Finanzwesen?) begann.Diese Revision war nothwendig, um dem Credit aufzuhelfen und den WechselcurSzu verbessern: denn im Anfange 1823 waren 25,111,880 Thlr. Bancozettel und3,013,250 Thlr. Reichsgeldzekkel im Umlauf: der Fonds der Bank in Silber be-trug aber nur 4,516,801 Thlr. Vom Wohlstände der Nation hängt zuletzt auchhier der Reichthum des Staat? ab. Daß aber Schwedens Nationalwohlstand imZunehmen begriffen sei, scheint die seit 15 I.um 960,915 Köpfe gestiegene Volks-zahl des Königreichs (die seitdem verlorenen Provinzen nicht mitgezählt) und derletzte Reichstag von 18;^ zu beweisen. Nach demselben sind von 53 Mill. Thlr.Schulden, die auf dem Lande gelastet haben, 44 Mill. getilgt; die Steuern wur-den herabgesetzt, und das Bankvermögen war um 800,000 Thlr. gestiegen.
Das Heerwesen erbtest in diesem Zeitraum eine vollkommenere Gestalt.Seit 1821 wurden die wichtiasten Truppenaattungen vermehrt, und es ward einneuesErercierreglement eingeführt. Den volksfestlichen jährl. Übungslagern wohn-ten der König und der Kronprinz persönlich bei, indem Karl XIV. dadurch zugleichVolk tind Heer, den schwedischen Krieger und den norwegischen, mit Einem Geistezu beseelen suchte. Alles bezog sich jedoch zunächst auf einen bessern Veriheidi-grnasstcmd. So ward bei Wanäg in Westergotbland seit 1821 eine neue Cen-tralfestung angelegt, deren Bai, in 10 s,ahnen vollendet sein soll. Weil nämlichdurch Finnlands Verlust Stockholm ein Grenzort geworden ist, so wollte der Kö-nig die LandeSverkheidiqung aus jenen festen Mittelpunkt, im Herzen des Reichsan einem schiffbaren Wasser, gründen, wohin der Rückzug gleichsam von Klippezu Klippe gesichert sei. Der mit 4,855,622 Thlr. besoldete Militairekat enthielt1824 nicht mehr als 49,605 Personen; er benutzte ein Grundeigenthum zu demWerthe von 6,681,910 Thlrn. Die aesammte schwedische Landmacht aber be-