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Zehnter Band. Schw. bis Sz.
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Schweden und Norwegen , seit 1814

stand in 115,000 Mann, und nebst den Seetruppen (nach Hagelstam) in 110,308Mann. Insbesondere ist bei dem schwedischen Heere die Zahl der Officicre klein,denn es hat nicht mehr als einen Ofncier auf 40 Mann, während man in demfranzösischen auf 10 Mann einen Ofncier zählt. Für die Flotte und die Seever-theidigung, welche nach Hagelstam in 264 Kriegsfahrzeugen (darunter 216 vonder Scheerenflotte), mit 2650 Kanonen und 23,000 Matrosen besteht, ward1824 die Ausgabe auf 1,039,025 Tblr. Banco bestimmt. Auf den Wunsch desKonigS bewilligten die Stände den Bau eines InvaliLenhauseS, wozu der Mon-arch 1820 das durch seine schönen Umgebungen bekannte Schloß SvartSjö ein-richten ließ. Auch verdient es Beachtung, daß der schwedische, eingetheilte Sol-dat bei den Canal-, Wege-, Festungg- und a. öffentlichen Bauten fortwährendbeschäftigt wird.

Um das Volk durch Einen Willen zu gleichen Bestrebungen mit der Regie-rung hinzuführen, war und ist die Polizei in Schweden fortwährend aufmerksamund thätig. Die durch die Verfassung festgestellte Preßfreiheit gibt dem ZeikungS-Wesen eine höhere Bedeutung. Nach dem schwedischen PreßfreiheitSgesetze ist zurHerausgabe einer neuen Zeitung die königl. Erlaubniß erfoderlich, und die Ständegaben 1812 dem Hofkanzler das Recht, jede Zeitung, die er für gefährlich hält,zu unterdrücken. Im Nochfall kann sogar durch eine königl. von 3 Ministern un-terzeichnete Verordnung die Censur wieder eingeführt werden. Dessenungeachtetsprach sich mehr als einmal in den öffentlichen Blättern, z. B. imArgus", derGeist jenes kühnen Liberalismus aus, der leicht die Unzufriedenheit reizt, ohneden Gemeinsinn zu belehren und zu lenken. Vorzüglich gebot die Rücksicht aufdas Ausland die genaueste Aussicht. Es wurden daher die Herausgeber der Oppo-fitionsjournale öfter angeklagt, wirkliche Preßvergehen nach dem AuSspruche einerJury streng bestraft und einzelne Blätter ganz unterdrückt. Politische Clubbs undgesellige Verbindungen dürfen ohne Genehmigung der Regierung nicht entstehen.Daher wurde eine von dem Grafen Schwerin nach dem Vorbilde der englischen(lc-iotiux 5o steiles errichtete Gesellschaft für bürgerliche Rcdeübungen aufgelöst,der in Gothenburg vor mehren Jahren mit königl. Erlaubniß gegründete patrioti-sche Verein aber geschützt, und noch 1825 suchte der schwedische Gemeingeist ähn-liche Vereine zu Stande zu bringen. Denn in einem Volke, dessen Stellvertreteralle 6 Jahre über öffentliche Angelegenheiten so lebhaft, wie dies 1823 geschehenwar, verhandeln, will die Theilnahme am Gemeinwohl durch gegenseitigen Aus-tausch derAnsichten gern laut werden, und der talentvolle Mann wünscht zum Red-ner sich zu bilden. Schweden ist eins von den Ländern, in welchen die öffentlicheBeredtsamkeit, sowol die politische als die religiöse, Einfluß und Ansehen gibt. Un-ter mehren Staaisrednern zeichneten sich auf dem Reichstage (1823) aus der Bi-schof l). Almguist und der Oppositionsredner im Ritterkause, Frh. v. Ankarswärd.1830 war Nils Mausscn zu Rutberg der kräftigste Redner des Bauernstandes.Überhaupt bemerkte man auf jenem Reichstage ein gewisses Gleichgewicht unterden Ständen; daher auch der Beschluß vom Könige bestätigt wurde, daß in denAuSschiissen nicht ständeweis, sondern nach den Köpfen gestimmt werden solle.Hauptgegenstände der am 23. Januar eröffneten und am 22. December 1823 ge-schlossenen reichsständischen Berathung waren die Aufhülfe des schwerbclastetenLandmanns und die bessere Organisation der Unterrichtsanstalten. Für den Acker-bau geschah Einiges durch die Theilung grosser Bauerhöse, einiger Domainen undneu angekaufter Rittergüter, sowie durch die Urbarmachung beträchtlicher StreckenLandes. Allein das Sinken der Kornpreise drückte den Verkehr nieder, wodurchauch die stockholmer königl. Getreidemagazindirection große Verluste erlitt. DieRede des StaatSrathS Grafen Mörner in der Ackerbauakademie 1822 gab überdie ganze innere Ökonomie Schwedens einen genauen Bericht. Für den Bergbau