Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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Wachen Wachler

Corps oder Heeres ausgestellt werten. Ihre Benennung ist nach der Absicht, diesie erfüllen sollen, verschieden, daher gibt es Schildwachen, Hauptwachen, Feld-wachen rc. Die Wichtigkeit eines Wachtpostens hat es nöthig gemacht, ihm dieBehauptung seines Ansehens (gegen Beleidigung, Gewaltthätigkeiten u. s. w.)bei jeder Gelegenheit auf das nachdrücklichste zu gestatten und ihn gewissermaßenfür unverletzlich, unantastbar zu erklären. Daher aber auch die schwerste Verant-wortung, wenn eine Wache ohne Ablösung ihren Posten verlaßt, dabei schläft,sich belrinkt oder ihn sonst vernachlässigt. Sie muß eher das beben lassen, eherverhungern, als der Gewalt oder List weichen, so lange sie nicht durch ihren Com-mandanten — denn nur von diesem allein hak sie Befehle anzunehmen — abge-rufen wird. Die Kosten eine,' Schildwache sind beträchtlich. Da jeder einzelneSoldat dem Staate jährlich an Geld und Brod 66—61 Gldn,, an Kleidung undandern Bedürfnissen 24—25 Gldn. kostet, für jeden Posten aber täglich 3 Mannauf die Wache ziehen, folglich für einen Posten 12 Soldaten Jahraus Jabr einim Dienste sind, so verursacht jeder einzelne Schildwachtposte» dem Staate jährlicheine Ausgabe von mehr als 1160 Gldn. — Auf den deutschen Schiffen beißtWacht eine Zeit von 4 stunden, binnen welcher ein Theil des Schiffsvolks Wachehält und arbeitet, während die Andern ruhen. Tag und Nacht sind in 6 solcheWachen abgetheilt, die nach Verschiedenheit der Tageszeit auch verschiedene Na-men haben.

Wachen, s. Schlaf und Tag.

Wachler (Johann Friedrich Ludwig ), Professor der Geschichte und Ober-bibliothekar an der Universität in Breslcu, geb. den 15. April 1161 zu Gotha , wosein Vater Geh. Regierungsrath und Assessor des Steuereollegiums war, empfingden ersten Unterricht von 2 trefflichen Hauslehrern, die auch sei» Vater unterstützte.Seinen frühern Dücherhang konnte er im väterlichen Hause nicht befriedigen, dochgewährten ihm die „Asiatische Banise" und Kleist'S Werke eine» unvergeßlichenGenuß. Seit 1183 besuchte er das Grmnasium in Gotha , und seine Wißbegierdeerhielt durch Kaltwasser'S, Stroth'S und Manso'S Unterricht eine wissenschaftlicheRichtung. Die Letzter» wirkten durch ihren freundschaftlichen Umgang besondersaus seine Bildung, und die herzogl. Bibliothek erregte seine Vorliebe für Literar-geschichte so sehr, daß er schon Collectaneen zu sammeln anfing. Seit 1184 stu-dirte er in Jena Theologie und Philosophie unter Ulrich, Suceow, Eichhorn, Grieü-bach und Döderlein. Höchst nützlich war für seine weitere Ausbildung sein vertrau-ter Umgang mildem zu früh verstorbenen Rathe C.G. Lentz, sowie die Theilnahmean 2 wissenschaftlichen Gesellschaften mit Scblichkcgroll, Lentz, Mnioch, Eschenburg und Lange, unter Leitung des Präsidenten Hufeland, nachherigen Präsidenten inDanzig, und Tenncmann's (nachher in Marburg ). Aus diesem so glücklichen Ver-hältnisse riß ihn eine jugendliche Übereilung und führte ihn nach Göttingen , wo erdie Vorlesungen Heyne'S, Spittlcr'S und Gaitcrer's besuchte, an einem philosophi-schen DiSputakorium bei Feder theilnabm, und neben den Selbstbeschäftigungenmit den Alten die gemeinschaftlichen Studien mit Schlichtegroll, L-nh und denGebrüdern Matthiä fortsetzte. Aber auch hier konnte er sich nicht ganz von demburschikosen Unwesen losreißen, wodurch er in neue Unannehmlichkeiten und Schul-den gerieth. Glücklicherweise kam er durch Feder'S Empfehlung als Hauslehrernach Rinteln (1188—89) zum Regierunasrath Heuser, der bald sein wohlwollenderFreund und 5. tthgeber wurde. Seine Lieblingsbeschäftigung blieb die alte Litera-tur. Noch 1188 ward er v. der Philosophie und außerordenil. Professor. Imfolgenden Jahre vei heirathete er sich mit Juliane Asbrand, des käsigen Profi undreform, Predigers Tochter, und im Jan. 1190 ging er als Reetor nach Herford .Mancherlei Verdrießlichkeiten veranlaßten ibn, die dritte theolog. Professur in Rin-teln , durch Hassencamp s Fürsprache, 1194 anzunehmen. Nach Wippermann's

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