Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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10 Wachsmalerei Wachteln

dessen denselben heimlich noch einmal für sich nachgemacht, und ging damit nachFrankreich , wo er die -Sache für s. Erfindung ausgab. Er starb kurz darauf. DeNones nahm einen andern Wachsbossirer, Namens de la Lroix aus Frankreich , zusich, der den erwähnten Leichnam nach allen s. Theilen sehr schön in Wachs bossirte.1121 ließ P. la Tourege dergleichen Figuren in Hamburg sehen, und 1137 wurdenandre in London zum öffentlichen Verkauf ausgestellt. Merkwürdig sind in diesemFache die Arbeiten von Ercole Lelli, Giovanni Manzolini und dessen Frau, AnnaManzolini, welche sonst in dem Institute zu Bologna aufbewahrt wurden, unddann nach Paris kamen. Von der Anna Manzolini , die 1155 starb, befinden sichschöne Arbeiten in Turin und Petersburg. Neuere Wachskünstler in Italien find:L. Talza, Filippo Balugani und Ferrini. Der berühmte Fontana in Florenz erhob diese Kunst zu einem hohen Grade von Vollkommenheit, (s. Ideen überdie beste Anwendung der Wachsbildnerei, nebst Nachrichten von den anatomischenWachspräparaten in Florenz , und deren Verfertigung, für Künstler, Kunstliebha-ber und Anthropologen", von II. Engelbert Winkelhausen. Franks, a. M. 1193.)Da nämlich anatomische Präparate so schwer zu erhalten sind, so wandte FelipFontana alle» Fleiß an, dergleichen Stücke in Wachs nachzubilden, und es gelangihm, dieses Unternehmen so weit auszudehnen, daß er, wegen der vielen Bestal-lungen, eine ganze Gesellschaft Auatomiker, Modellschneider, Wachsbossirer undMaler beschäftigen konnte. Doch waren größtentheils nur die Eingeweide und in-nern Theile Gegenstand dieser Präparate. Der Proseclor M. Vogt in Wittenb'rgsuchte nach genauen Zeichnungen auch die Verästelungen der Gefäße und der Ner-ve» künstlich so darzustellen, und er bediente sich dieserPräparate bei s. Vorlesungen.In Frankreich gab sich Pinson mit dieser Kunst ab, und später zeichnete sich Lau-nionier zu Rouen darin aus. Das Bosfirwachs wird aus 4 Theilen Wachs, 3Theilen weißem Terpenthin und etwas Baumöl oder Schmalz zusammengeschmol-zen, und dann verschiedentlich gefärbt. Das Grobe der Figur wird mit den Händengeformt; die feinere Ausbildung geschieht mit Griffeln verschiedener Form, vonHolz oder Elfenbein; auch gießt man Figuren in Formen. Diese müssen von GypSsein und aus vielen Stücken bestehen; sie werden inwendig mit Öl oestrichen undfest zusammengebunden; das Wachs wird durch eine an den Füßen gemachte Öff-nung in die Form gegossen, und diele wird später in kaltes Wasser geworfen, dami:das Wachs sich leichter ablöse. Das Wachs, woraus die Bildbauer ihre Modellemachen, besteht aus 16 Th. Wachs, 2 Th. burgunder oder Schusterpech und 1Th. Schmalz; oder aus 10 Th. Wachs, 1 Th. Terpenthin, ebenso viel Schuster-pech und ebenso viel Schmalz; dies wird bei langsamem Feuer geschmolzen, wohl-genährt und durchgeseiht, damit die Masse dicht und ohne Luft sei. Sehr passendist das Wachs zu Abdrücken in Stein geschnittener Figuren. Man bereitet es fol-gendermaßen dazu: Zu einer Unze IungfernwachS, welches man in einem kupfer-nen Gefäße langsam schmelzen läßt, thut man ein Quentchen fein gestoßenen Kan-diszucker, eine halbe Unze noch einmal ausgebrannten Dfenruß und 2 bis 3 Tro-pfen Terpenthin. Will man einen Abdruck nehmen, so wärmt man dies Wachsund drückt den ein wenig angefeuchteten Stein darauf. Dieser Tomposition bedie-nen sich besonders die Steinschneider bei ihren Arbeiten. ^VI.

W a ch s m a le r e i, s. Enkaustik.

Wachteln sind kleine 3pfündige Handgranaten, welche aus 60- und 100-pfündigen Mörsern, auchausSteinpöllern geworfen werden, und ihre Benennungvon dem Zischen, das sie beim Zerspringen verursachen, erhalten haben. In einen60pf. Mörser werden deren 40, und in einen lOOpf. 60 Stück geladen. Die Rich-tung ist 45 Grad. Sie dienen hauptsächlich, um vor Anfang eines Sturms denFeind aus dem verdeckten Wege zu treiben, oder auch die ausgestellten Feuerpostenzu verjagen. Der franz. Artillerieofficier Dergueil ist ihr Erfinder. 1158 kam ihr