Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
Seite
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Wächter Wackenroder 11

Gebrauch nach Östreich. Berühmt sind sie dadurch geworden, daß London durchihre Wirkung im letzten Türkenkriege 1789 Belgrad bezwäng.

Wächter (Georg Philipp Ludwig Leonhard), oder, nach s. Schriftsteller-namen, VeitWeber, geb. zu Ülzen 1762, verdankte s. Vater (Prediger an dergroßen Michaeliskirche zu Hamburg und dem Iohanneum) den ersten Unterricht.Er war ein feuriger Knabe, welcher sich schwer in die Fesseln des SchulzwangeSfügte; aber durch s. Gutmüthigkeit und geniale Laune gewann er bald die Liebealler Mitschüler. Nach dem Wunsche s. Vaters studirte er Theologie in Göttin-gen, woersich aber auch vielmitaltdeutscherKunstundLiteratur beschäftigte. Erlebte hierauf in s. Vaterstadt als Cantidat, ohne ein geistliches Amt erhalten zukönnen, welches sich vielleicht aus der zu offenen Geradheit s. Charakters erklärenläßt. In diese Zeit fallen die ersten Bde. s. „Sagen der Vorzeit" (1787—98).W. betrat darin als Erzähler die Bahn, die Göihe mit s. „Götz" für das Dramaeröffnet hatte, und man kann sagen, daß die Ritterromane, welche von jetzt anDeutschland überschwemmten, größtentheils von k. „Sagen der Vorzeit" ausgegan-gen sind. Er hatte sich mit dem Geiste der Vorzeit bekanntgemacht; es blicktedurch diese Dichtungen ein echtes deutsches Gemüth hindurch, und man kann ihmdas für diese Zeit bedeutende Lob einer gewissen Originalität nicht versagen. In-dessen sind die 3 ersten Theile den spätern weit vorzuziehen, in welchen sich, wiez. Ä. im Femgericbre, nicht selten eine ermüdende Trockenheit zeigt. Überhauptverletzt 86. bei s. Streben nach innerer Wahrheit oft ohne Noch den Wohllaut undgefällt sich im Grellen und Harten. 1792 nahm er Dienste unter den hanöverischenTruppen und machte mehre Feldzüge gegen die Franzosen mit, bei welchen er sichdurch Muth und Geistesgegenwart auszeichnete und bei Mainz verwundet ward.1793 erschienen s. Holzschnitte, die Bekfahrt des Bruders Gramsalbus enthaltend,und 1794 die „Historien", deren I. TH. die Gründung der Bürgerfreiheit Ham-burgs behandelt. Jene Holzschnitte sind in ihrer Gattung vorzüglicher als das letzt-genannte Werk; aber auch dort findet man eine Menge von Härten und Unebenhei-ten, für welche uns der Fleiß nicht entschädigt, mit welchem er die Formen undGebräuche der damaligen Zeit studirt und selbst in Noten erläutert hat. Bei s.Zurückkauft aus dem Felde war er Mitarbeiter an der Erziehungsanstalt des Pros.Voigt, welche er, als Voigr 1811 einem Rufe nach Riga gefolgt war, bis jetzt al-lein mit großem Ruhme fortgesetzt hat. Im Befreiungskriege 18!3 befand er sichunter den Vertheidigern Hamburgs, und gab auch da viele Proben s. Aufopferungund s. Muthes. Noch ist von ihm das Schauspiel „Wilhelm Teil" zu erwähnen,welches vor dem Schillcr'schen „Teil" 1804 erschien. Die Charaktere darin sindziemlich gut gehalten; man findet schweizerische Natur und Örtlichkeit darin, undsieht, daß er allerdings diesen schönen Stoff mit Liebe behandelt, wenn auch nichtdurchdrungen hat. 66.

W a ch t s ch i f f, einWchiff, das vor oder neben einer Flotte, die vor Ankerliegt, in der -Läee kreuzt, auf Alles Acht hat, was vorgeht, und Signale »lackt,wenn fremde Schiffe sich in der Ferne sehen lassen. Auch solche Schiffe, welcheam Eingänge eines Canals oder in der Durchfahrt einer Meerenge, z. B. imSunde bei Hclsingör, stationirt sind, um Acht zu geben, daß die durchführendenSchiffe den gewöhnlichen Zoll entrichten, heißen Wachtschiffe.

Wachrthürme sind Thürme auf den Seeküsten, um Seeräuber oder an-dre Feinde, die sich dem Lande nähern wollen, zu entdecken. Auf den Küsten vonSpanien und Italien sind mehre wegen der Anfälle der BarbareSken angelegt wor-den. Man braucht jedoch gewöhnlich, wenigstens in Italien , zur Bewachung derKüsten leichte Reiter, die, sowie die Strandreiter auf den deutschen Küsten, beob-achten müssen, was vorgeht.

Wackenroder (Wilhelm Heinrich), geb. zu Berlin 1772, wo s.Vater