Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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Wagrain (Schlacht bei)

ständen befand sich fein Gegner, der Erzherzog Karl, auf dem linken Ufer der Donau ;auch er hakte große Verluste wiederherzustellen und dazu bei weitem nicht Zuläng-liche Mittel, meist nur jungen, unersahrnen Landsturm. Seine Macht war über- zdies zersplittert; über die säumige ungarische Insurrection erstreckte sich sein Ein- ^fluß nicht. Während nun Napoleon in Wteu ausruhte und dieDonau vonPreS-burg bis Linz beobachten ließ, zugleich aber mit außerordentlicher Intelligenz Alleszu s. nächsten Vorhaben anordnete, schien der östr, Feldherr beschauend in der Er-wartung der Dinge, die da kommen wollten, beharren zu müssen: die gewöhnlicheLage Dessen, der auf die Vertheidigung verwiesen ist! Wenigstens geschah nichts,was die Franzosen an Vorbereitungen auf den Donauinseln hätte hindernkönnen. Hier wurden mit der größten Sorgfalt und Localkenntniß Werke ange-legt und mit schwerem Mschutz aus den Zeughäusern Wiens versehen; eS wnrdenBrückengerärhschaften zusammengebracht und alle Derbindungs- und Übergangs-punkte sowohl erwogen und berechnet, daß wederderFeind noch dieNatur, wiebeiAspern, den neue» Schritt vereiteln konnte. Napoleons Absiebt konnte dem östr.Oberfeldhcrrn keinen Augenbltck zweifelhaft bleiben; die St.llung beider ZKegnergestattete übrigens das genaueste Erkennen aller ihrer Bewegungen. Noch mehrklärten sich die Dinge aus, als Napoleon am I. Juli seine Kräfte an sich zog undauf der Lobau s iu Haupiguariier nahm. Presburg war einige Tage früher durchDavoust beseht wei den, die Donau bis Linz bewachte» Vandamme mit den Wür-tembergern und eine Division Baiern. In Allem sollten gegen 18ÜM0 MannFranzosen :e. diesmal die Beacht des Erzherzogs zertrümmern, und wenn die An-gabe auch zu stark sein möchte, so konnte Östreich dock gewiß kaum die Hälfte ent-gegenstellen, auch wenn das Eorps des Erzherzogs Johann aus Ungarn her mit-wirkte. Der östr. Oberfeldherr schien überzeugt, daß sich Napoleon diesmal nichtwie bei Aspern auf einem so beschränkten Kampfplätze schlagen, sondern ein größe-res Terrain zur Entwickelung s. Kräfte wählen würde. Die Ebene des March-feldeS blautet sich viele Stunden weit auf dem linken Donauufer aus, eingefaßtvoitmäßigen Höhenzügen. Zahlreiche Dörfer und Flecken, deutsch Wagram ziemlichim Mittelpunkte, bedecken sie; doch ist außer dcni Rußbach kein bedeutender Ter-raingegcnstand da, welcher kriegerische Operationen aufhalten könnte. Die Ver-einigung der Straßen von Böhmen, Mähren und Ungarn , sowie die zu einem Fluß-übei gange besonders geeignete Ortlichkeit, geben derMegend eine strategische Wich-tigkeit. — Der Erzherzog Karl schob bis zum 2. Juli Truppenabtheiliingen gegenAspern, Eßlingen und Enzersdoi f, die Wien und den Donauinseln gegenüberlie-gen, vor, um seine dortigen Posten unterstützen zu lassen , und stellte sein übrigesHeer weiter rückwärts abiheilungsweise in Bereitschaft. Vom 2. Juli an suchtendie Franzosen au mehren Punkten der Donauinseln eine sichers Verbindung mitdem jenseitigen User einzuleiten, ohne sieb durch das Feuern der östreicher abhaltenzu lassen, und am 4. Juli hatte Napoleon den größten Theil s. Truppen aus derLobauinsel zusammengedrängt; um 10 Uhr Abends, unter grausenhafrem Sturmund Ungewikter, unket stützt durch ein heftiges Feuer aus allen Batterien gegen En-zerSdorf und die von den Östreichern gegen den wahrscheinlichen Übergangspunkterrichteten Verschanzungen, beleuchtet von den Flammen des in Brand gestecktenEnzersdorf, schifften zuerst kleinere Abtheilungen kühner Mannschaften über denletzten Arm der Donau und faßten jenseits auf mehren Punkten festen Fuß; mitbewundernSwerther Pünktlichkeit und Schnelle wurden treffliche Brücken geschla-gen, und schön von 2 Uhr an desilirte das ganze Heer auf das linke Donauufer.Daß der Erzherzog Napoleons Übergang nicht ernstlicher hinderte und selbst dasspätere Zurückgehen des östr. Heeres schien planmäßig. Am Morgen des 5. ent-faltete sich das franz. Heer, die einzelnen Posten der Ostreicher, obwol nach tüch-tigem Widerstand, überwältigend, so, daß Bernadotte bei Aspern den linken Flügelbildete, ihm zur rechten die ital. Armee bei Eßlingen , dann Massen« (der die dort