Wuldcck
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Waldburg (Friedrich Ludwig, Grufv.)
von der Georgischen Haupklinie des Hauses Waldburg: 1) Fürst Joseph v. Wald-burg, zu Wolsegg und Waldsee (besitzt in Daiern die Güter Rohrmos und Alpe;residirt zu Waldsee); 2) Fürst Franz v. Waldburg zu Zeil-Zeil und Trauchburg(residirt zu Zeil ); 3) Fürst Leopold v. Waldburg zu Zeil-Wurzach (residirt zu ZLur-zach). Das Haus Waldburg ist katholisch. X.
Waldburg (Friedrich Ludwig), Graf Truchseß v.Waldburg, Erbherrauf Kapustigal, gehört zu dem in Preußen ansässigen jüngern Zweige (resorm.Religion) der ausgest. ältern Linie des alten schwäbischen DvnasiiegeschbchtS derTruchsesse von Waldburg (s. d.), ist k. preuß. Generalmajor und außerordentl.Gesantier zu Brüssel und im Haag, geb. d. 25. Oet. 1776, und seit 1802 vcrm.mit der Prinzessin Antoinette v. Hohenzollern-Hechingen . Er diente in der preuß.Garde und wurde in mehren Sendungen nach Würtemberg gebraucht. Dann zoger sich aus dem öffentlichen Leben zurück. Als aber seine Gemahlin zur Oberhof -Meisterin der Königin v. Westfalen ernannt worden war, trat auch er als Kammer-herr in die Dienste des Königs HieronymuS. 1809 gab er seine Dienstverhältnissein Kassel aus und machte eine Reise nach Italien . 1813 trat der Oberst GrafTruchseß v.W. als Volontair in die k. bairische Armee und vollzog mehre mündlicheAufträge des Königs von Baiern an den Kaiser Alexander. Bald nachher ward erwieder in der preuß. Armee angestellt. 1814, nach Napoleons Abdankung, be-gleitete er am 20. April als k. preuß.Abgeordneter den gewesenen Kaiser derFranzosenvon Fontainebleau bis St.-Rapheau bei FrejuS, wo Napoleon sich am 28. April,bloß von dem östreich. Abgeordneten, dem Feldmarschalllieut. v. Koller, und von demengl. Abgeordneten, dem Obersten Campbell, begleitet, nach Elba einschiffte. Derruss. Abgeordnete, General Schuwaloff, und der Oberst Truchseß kekrtcn nachParis zurück. DanialS fand der Oberst Truchseß in Toulon 300 Preußen, theilsvon der Schillscheu Schar, theils von der Besatzung von Danzig seit 1807, alsGaleerensklaven, und bewirkte durch seine Anzeige in Paris deren Befreiung. DerGraf hat einen kurzen Bericht über die Abreise Napoleons von Fontainebleau nachElba drucken lassen. In der Folge ward er Generalmajor und zum k. pivuß. Ge-sandten i» T'nin und Florenz ernannt; im Mai 1827 ging er als außeiord. Ge-sandter uich bevollmicht. Minister an den könizl. nieterländ. Hof. Der Obristlieut.Baron v. Martens trat an seine Stelle in Turin und Florenz .
W a l d e ck. Das Fürstenthum oder die alte Grafschaft Waldeck (ehemalszum oberrbeüüschen Kreise gehörig) grenzt gegen S. und O. an Kurbessen, gegenW. und N. an die preuß. Provinz Westfalen . Es zäblt auf 21s ^jM. 50,000Einw. (darunter bat Prrmont 1s j^jM., 4500 Einw.), in 14 Ltädten, 105Dörfern und 40 Weilern und Schlössern. Der Boden ist größrentbests steinigund mit Waldungen bedeckt, doch wird mehr Getreide erbant, als der Beden f er-sodert; die Viebzucht ist ansebnlich. Die vorzüglichsten Erzeugnisse sind Eisen,Blei und Kupfer, etwas Goldsand findet sich in der Eder; auch gibt es Murmor-iind Alabasterbrüche. Die Einw. sind, sowie das fürstliche HauS selbst, luikeri-scher Religion, doch leben auch 800 Katholiken, 000 Reformirke, O.uäker und500 Juden unter ibnen. Sie sind arbeitsam, aber nickt sekr wohlbabend; außerdein Ackerbau, der Viebzucht und den Bera- und Eisenwerken beschäftigen sie sichmit Verfertigung grober Tücher u. a. wollener Zeuche, auch mit Garnspuuien.Die seit langer Zeit eingeführten Landstände bestehen nach der zu Atollen den 19.April 1816. mittelst eines mit den versammelten Ständen abgeschlossenen Haus-vertragS, bestimmten Verfassung 1) aus den Besitzern landtagsfabiaer Ritter-güter; 2) aus den Abgeordneten der 13 Städte; und 3) aus 10 Vertretern desBauernstandes. Die Landschaft (eine Kammer) ist berechtigt, samimliche Steuernzu ordnen und zu bewilligen, die LandeScasse zu verwalten, Gesetz- und andreVorschläge einzureichen und bei der Gesetzgebung durch Berathung und Emwilli-.